Quelle: Archiv MG - REALSOZIALISMUS DDR/FNL - Deutsche Menschen in ihrem Wahn
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Wem fehlt eigentlich die "Wiedervereinigung"?
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Die Bauern haben mit der EG schon genug Probleme. Die Industrie
macht mit dem Osthandel zwar nie genug Geschäfte; aber das ist
ein ganz anderes Problem. Die Gewerkschaften haben sich im Bonner
Staat bestens eingerichtet. Und ob die zweite oder dritte Ver-
triebenengeneration wirklich wieder nach drüben will, um bei den
Leuna-Werken oder in schlesischen Zechen Dienst zu tun, ist doch
für niemanden mehr eine Frage.
Aber a l s D e u t s c h e sind wir alle sehr dafür. Denn da
wissen wir genau: Ohne Wiedervereinigung - oder so etwas ähnli-
ches - gibt es letztlich keinen Frieden in Europa.
Also Krieg irgendwann?
Das müssen wir höheren Instanzen überlassen. "Der Geschichte"
z.B. mit ihrem "langen Atem". Denn als NATO-Mitglied darf die BRD
gar keinen Krieg auf eigene Faust führen. Und die NATO ist nicht
zur "Lösung" der "deutschen Frage" gegründet worden.
Aber i n n e r h a l b des NATO-Auftrags halten wir Deutsche
uns eine nationale Sonderrechnung offen. "Die Geschichte" muß
sich darauf einstellen, daß die BRD letztlich keine DDR-Bürger
kennt, sondern nur "getrennte Brüder und Schwestern" - jenseits
aller Verwandtschaftsbeziehungen. Daß zwischen denen und unserer
demokratischen Obrigkeit ein anderes Regime steht damit findet
sich d i e d e u t s c h e N a t i o n nicht ab.
Das braucht die Unternehmer beim Geschäftemachen nicht zu stören;
und die Arbeiter brauchen sich dafür auch nicht zu engagieren,
wenn sie gerade zu arbeiten oder ihren Lohn nachzuzählen haben.
Die deutsche Unzufriedenheit ist bei den Politikern in besten
Händen. Die sorgen schon dafür, daß "die deutsche Frage offen "
bleibt, bis sie die passende Antwort beieinander haben.
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