Quelle: Archiv MG - REALSOZIALISMUS DDR/FNL - Deutsche Menschen in ihrem Wahn
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Die DDR und ihre Flüchtlinge:
DEUTSCHNATIONALE PSEUDO-KOMMUNISTEN ERZIEHEN
SICH ANPASSUNGSGEILE ANTIKOMMUNISTEN
Es stimmt schon: Die Flüchtlinge werfen auf die DDR ein
schlechtes Licht. Aber nicht, weil sie rübermachen. Sondern weil
der SED-Staat dauernd eine solche Sorte Bürger hervorbringt:
Leute, die für jede Enttäuschung, die ihnen zu Hause widerfährt,
den leicht wahnsinnigen Vergleich draufhaben: 'In der BRD wäre
mir das nicht passiert!'
Denn mit dieser Tour, blindlings alles, was man so will, tut und
nicht hinkriegt, am Westen als Vorbild zu messen, sind diese Bür-
ger gelehrige Schüler ihrer Obrigkeit:
- Die SED hat den K a p i t a l i s m u s, der in der Bundes-
republik so erfolgreich boomt, nie gescheit k r i t i s i e r t,
sondern als - teils gutes, - teils schlechtes - Vorbild
betrachtet, mit dem sie k o n k u r r i er e n will. S i e
hat ihren Bürgern den Quatsch mit dem "Weltniveau" eingehämmert,
dem die volkseigene Wirtschaft sich anpassen müßte und dem sie
nun dauernd hinterherläuft.
- Den Standpunkt der n a t i o n a l e n Z u s a m m e n g e-
h ö r i g k e i t, diesen Grund- und Hauptschwindel der modernen
Klassengesellschaft, hat die SED erst recht nie angegriffen und
abgeschafft. Sie hat den nationalen Wahn im Gegenteil gepflegt
und verkündet, ein b e s s e r e s D e u t s c h l a n d müßte
her. Statt sich selbst und ihren Leuten die Flausen vom deutschen
Volkstum auszutreiben, hat sie auf die antikommunistische Lüge
gesetzt, je deutscher der Laden, desto besser wäre der deutsche
Mensch darin aufgehoben. So hat sie den blöden Vergleich
i h r e s "besseren" mit dem a n d e r e n, g r ö ß e r e n
Deutschland in die Welt gesetzt - nun tun ihre Untertanen, wozu
sie ermuntert werden, und fragen sich, ob ihnen ein Leben im
"richtigen" Deutschland nicht vielleicht doch besser bekäme.
- Denn, drittens: Daß man sich erst einmal dem nationalen Zirkus
ein- und unterordnet und dann schaut, ob und wie man über die
Runden kommt, diesen Grundsatz des b ü r g e r l i c h e n
O p p o r t u n i s m u s hat die SED ihren Bürgern auch nie
ausgetrieben. Darauf hat sie gesetzt und dazu das Dogma in die
Welt gesetzt, den Untertanenwunsch nach lohnender Anpassung
könnte niemand so gut b e d i e n e n wie sie - dabei kann sie
ihn noch nicht einmal so effektiv a u s n ü t z e n wie die ka-
pitalistische Geschäftswelt.
Die Staatspartei der DDR treibt mit ihrem Volk alles andere, als
es kommunistisch zu organisieren. Sie läßt es mit dem Kapitalis-
mus konkurrieren, ermuntert seine berechnende Anpassungsbereit-
schaft - was das genaue Gegenteil von Materialismus ist - und
füttert es mit einem a l t e r n a t i v e n D e u t s c h -
N a t i o n a l i s m u s. Also braucht sie sich auch nicht zu
wundern über einen Nachwuchs, der in der kapitalistischen
Freiheit des größeren Deutschland höherwertige Lebenschancen ent-
deckt. Und wenn diese Geschöpfe den Geschmack an der DDR
endgültig verlieren und ihr Lebensglück in der BRD suchen, sobald
sich die Gelegenheit dazu bietet - dann ist das für diese real
existierenden Pseudokommunisten die g e r e c h t e
Q u i t t u n g.
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