Quelle: Archiv MG - REALSOZIALISMUS DDR/FNL - Deutsche Menschen in ihrem Wahn
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DIE ABLEITUNG DER IMPERIALISTISCHEN EINGEMEINDUNG
DER DDR AUS DEM GOTTESGLAUBEN
"Sachkundige Gemeindemitglieder machen es uns deutlich, und wir
erkennen selbst: Wirtschaftliche Reformen sind nötig...
Schließlich ist unserem Land aufgegeben, die Konvertierbarkeit
unserer Währung zu erreichen. Dies kann nur gemeinsam mit der BRD
und im bestehenden Wirtschaftsbündnis erreicht werden. Wir brin-
gen alle Voraussetzungen für einen solchen Weg mit: gebildete und
fleißige Menschen, eine zuverlässige Politik in der Rückzahlung
von Krediten und die einem modernen Industriestaat förderliche
Binnenstruktur..." (Landesbischof Leich an die Bundessynode)
Wenn Bischöfe sich in ökonomische Fragen einschalten, lassen sie
sich durch fehlende Kenntnisse nicht beirren. Sie haben ja ihre
Schäfchen, die ihnen mitteilen, daß sich der Christenmensch in
der DDR schwer beleidigt fühlt, wen ihn sein Staat nur mit einer
zweitklassigen Währung anstatt mit guter harter DM ausstattet.
Daher ist es dann "unserem Land aufgegeben", sich ein würdiges
Geld einzurichten. Daß eine konvertible Währung nur deshalb kon-
vertibel ist, weil Land und Leute dem freien Geschäftsverkehr des
internationalen Kapitals zur Verfügung stehen; daß ein solches
Land sich damit den fortschrittlichen Ausbeutungsmaßstäben der
kapitalistischen Führungsnationen unterwirft; daß dessen Bürger
dann aber auch nicht viel zu lachen haben: das alles braucht ein
Bischof nicht zu wissen. Aus der Bibel hat er das mit der Konver-
tierbarkeit allerdings auch nicht. Das ist eben das Schöne an den
Kirchenvertretern, daß sie mit ihrer Betreuung des Seelenfriedens
einen guten Riecher dafür haben, auf welchen Herrn die dienstba-
ren Knechte Gottes jeweils aktuell Anspruch haben. Und da
verlangt das Gotteswort eines DDR-Pfaffen im Augenblick die
Aufgabe der wenigen planwirtschaftlichen und sozialstaatlichen
Vorbehalte der DDR gegenüber dem Weltmarkt.
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