Quelle: Archiv MG - REALSOZIALISMUS ALBANIEN - Skipetarischer Marxismus

       zurück

       

ALBANIEN IST ÜBERFÄLLIG

"Nach dem Sturz des Ceausescu-Regimes in Rumänien gerät nun Albanien, die letzte Bastion des Stalinismus in Europa, unter Be- schuß. Aber nicht - oder noch nicht - von innen." (Süddeutsche Zeitung, 13./14.1.90) Letzteres hätte er so gern, der seriöse Auslandsberichterstatter der "Süddeutschen Zeitung". Aber was soll's! Wer wird sich denn schon davon beirren lassen, daß es sich selbst bei dem 'Beschuß von außen', den Tataren-Meldungen über Mord und Totschlag in Albanien, um nichts als "W u n s c h d e n k e n" von Exil- Albanern, Griechen und Jugoslawen handelt: "NATO-Diplomaten ... und die Nachrichtenagentur Reuter konnten Berichte über Unruhen in den Provinzen nicht bestätigen, ... das Leben verlaufe normal." Schließlich zitieren unsere überparteilichen Medien die Horror- meldungen der an Albanien grenzenden Nachbarstaaten nicht deshalb tagtäglich, um sie als antikommunistische Hetze zurückzuweisen, sondern um die B e r e c h t i g u n g besagten "Wunschdenkens" herauszustellen. Daß Ungarn, Polen, CSSR, DDR, Bulgarien und Ru- mänien ins westliche Lager überlaufen, soll zufrieden oder gar versöhnlich stimmen? Von wegen. 'Albanien ist längst überfällig!' lautet die maßlose Erfolgsbilanz des Westens. Um das zu verstehen, muß man wirklich nicht einmal wissen, wo das "Land der Skipetaren" liegt. Da kann man sich ganz in der ruhigen Gewißheit, daß noch e c h t e Erfolgsmeldungen über "Unruhen in Albanien" zu haben sein werden, zurücklehnen. Es wird ja schon bestens zugearbeitet mit Informationen über schreiendes Unrecht, das griechische Pfaffen, jugoslawische Nationalisten und ein bis dato unbekannter König Leka I. (der zur rechten Zeit aus der Ver- senkung geholt wird), in Albanien ausmachen. Der Funke wird sich schon einstellen, wo das Land zum Pulverfaß erklärt wird: "In Albanien angeblich Ausnahmezustand", "In Alba- nien angeblich Demonstranten gehängt... Ihre Leichen seien zur Abschreckung eine Woche lang nicht beerdigt worden..." Da wird schon bei allem "angeblich" was hängen bleiben: 'einfach barba- risch!' Und da meint Ramiz Alia, dieser "Prototyp eines kommunistischen Staats- und Parteichefs stalinistischer Prägung", wie die "Süddeutsche Zeitung" sachlich vermeldet, sein Land könne "ungeachtet der Entwicklung rings umher auf dem Weg des Sozialis- mus weitergehen"?! Und: "Wie's drinnen aussieht, in der immer noch abgeschotteten Skipetarenrepublik, ginge niemanden etwas an"?! "Ansichten" hat der Mann ... zurück