Quelle: Archiv MG - NAHOST TUERKEI - Frontstaat im Nahen Osten


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       Alexander Haig:  "Polen und  die Türkei sind nicht miteinander zu
       vergleichen. In  der Türkei  hat es  Tote gegeben  und jetzt wird
       dort das  Leben geschützt.  In Polen  wird ein ganzes Volk seines
       Freiheitswillens beraubt."
       
       "Türkische Justiz überlastet
       
       Istanbul (Ap)  Seit der  Machtübernahme durch die Militärs vor 18
       Monaten sind  in der Türkei mindestens 40000 Anhänger links- oder
       rechtsgerichteter Organisationen  unter dem Verdacht festgenommen
       worden,  an  gegen  den  Staat  gerichteten  Verschwörungen  oder
       Straftaten beteiligt gewesen zu sein. Ein Teil der Festgenommenen
       wurde inzwischen  zwar auf  freien Fuß  gesetzt, doch die Gefäng-
       nisse sind noch immer überfüllt. Wie verlautet, gibt es rund 4000
       Häftlinge, gegen  die Anklage erhoben wurde oder Prozesse bereits
       laufen, etwa weitere 20000 warten auf den Beginn ihrer Verfahren.
       Die personell  auf eine  solche Fülle  von Verfahren nicht einge-
       stellten Anklagebehörden  können die Arbeitsflut kaum bewältigen.
       In der  Regel vergehen vom Tag der Verhaftung fünf bis sieben Mo-
       nate, bis formell Anklage erhoben wird.
       Zur Zeit  laufen vor Militärgerichten zwei Massenprozesse. In ei-
       nem Fall  stehen 500 Mitglieder der einst von Alpaslan Türkes ge-
       leiteten ultranationalistischen Aktionspartei in Ankara unter der
       Beschuldigung vor Gericht, den Sturz der Regierung geplant zu ha-
       ben. In  einem anderen  müssen sich 100 kurdische Autonomisten in
       der südosttürkischen Stadt Diyarbakir wegen angeblicher separati-
       stischer Bestrebungen  verantworten. Im  jüngsten Massenverfahren
       gegen 277  Mitglieder der  linksgerichteten Bewegung "Dev-Yol" in
       Adana beantragte  die Staatsanwaltschaft in 126 Fällen die Todes-
       strafe. Zehn  bereits zum Tode Verurteilte wurden seit dem Macht-
       wechsel gehängt.  Die Zahl der in den letzten drei Jahren mit der
       Todesstrafe Belegten beläuft sich auf rund 1500."

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