Quelle: Archiv MG - NAHOST LIBANON - Eine abrufbare Weltkrise


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KRIEG IM LIBANON

Nein, es ist kein undurchschaubar-dschungelmäßig religiös-natio- nalistisch-irrationaler Bürgerkrieg, in den die US-Streitkräfte im Libanon sich tolpatschig einmischen. Nein, der Libanonkrieg ist kein zu grob gewähltes Instrument, um Freundschaft zwischen Israel und Syrien zu stiften. Nein, die US- Truppen sind nicht ins östliche Mittelmeer und nach Beirut ge- schickt worden, um möglichst bald "ohne Gesichtsverlust" wieder abzuziehen. Nein, die USA tun dem Krieg, den sie im Libanon führen, nicht Un- recht, wenn sie ihn zu einer Front in ihrem Kampf gegen Einfluß und Macht der Sowjetunion ausgestalten. Nein, auch das ist nicht wahr, daß die US-Regierung unschlüssig und schlecht beraten zwischen militärischen "Drohgebärden" und konzeptionslosen Beschwichtigungen schwankt. Der aktuelle Streitpunkt aller "innerlibanesischen" Parteien ist durch den amerikanischen Entschluß g e s t i f t e t, eine ver- läßliche i n n e r l i b a n e s i s c h e Front gegen Syrien aufzubauen. Die amerikanischen Militäraktionen wollen der syri- schen Macht den Rückzug aufzwingen; dafür dient ihnen Israel als stets einsatzbereite Bastion. Für d i e s e "Lösung" stellt die US-Armee sich ins Land und überfliegt es mit Flugzeuggeschwadern, um dann "zurückzuschießen". Der strategische Hauptzweck dieses Krieges liegt in der Schädigung der sowjetischen Macht, die Syri- ens Politik unterstützt, um auf ein Stück syrischer Bündnistreue rechnen zu können. U n b e r e c h e n b a r zu werden in der strategischen Hauptfrage, w i e w e i t sie es mit diesen praktischen Tests auf die sowjetische Nachgiebigkeit treiben wol- len: darauf zielen die USA mit ihrer Kriegspolitik der begrenzten Vorstöße. 'Solange noch Syrer im Libanon und Sowjets in Syrien sind, gibt es keinen Frieden in Nahost' - diesen "Befund" s t e l l e n die demokratischen Friedenstruppen im Libanon h e r. Das ist der Erfolg ihrer Mission. zurück