Quelle: Archiv MG - NAHOST ISRAEL - Ein Geschöpf des Imperialismus


       zurück

       

DER VERANSTALTUNGSKOMMENTAR

Im Aufrufflugblatt zu der Veranstaltung "Frieden für Palästina" am 1.7. im Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium hieß es: "'Frieden für Galiläa' hat die israelische Regierung diesen Über- fall auf den Libanon genannt. Frieden brauchen die Völker im Na- hen Osten in der Tat (!). Mit ihrem jüngsten Überfall hat die is- raelische Regierung Menachem Begins der ganzen Welt gezeigt, daß sie das größte Hindernis für diesen Frieden ist." Ein Krieg findet statt. Er wird geführt nach seinen Kriterien, und das heißt: effektiver Einsatz von Soldaten und Kriegsmaschi- nerie, gesetzt wird auf Sieg. Im Nahen Osten ist klar, wer und warum diesen Sieg davontragen wird: Israel als Vorposten der NATO. Vom Standpunkt des zu gewinnenden Krieges aus - und einen a n d e r e n gibt es "in der Tat" bei diesem Geschäft n i c h t - ist damit auch klar, wer den Frieden davontragen wird: wiederum Israel, und zwar solange, bis es einen neuen Krieg für notwendig und lohnend erachtet. Das sind die harten Fakten. D i e s e r Protest will davon nichts wissen. Er leistet sich nach wie vor - sprich: mitten im Krieg - den Luxus, Frieden für eine gemütliche Angelegenheit zu halten, den er den Völkern des Nahen Ostens wünscht, statt kompromißlos gegen den Völkermord den Palästinensern und seine Urheber einzutreten. Und kompromißlos würde eben auch heißen: die Billigung und Unterstützung dieser Schlächterei durch Amerika und die EG anzugreifen, ohne die dort unten nichts geht. Stattdessen wurde "die Bundesregierung aufgefordert, ihre abwartende Haltung aufzugeben" (als hätte die bisher untätig rumgesessen!), und einer grotesken Fehleinschätzung des dortigen Kräfteverhältnis gefrönt, benamst "Solidarität mit der PLO". Getrieben vom unbändigen Solidaritätswillen mit den Gedeckelten dieser Erde, v e r b i e t e t es sich für die versammelte Linke offenbar, diese O p f e r der imperialistischen Neuord- nung von Nahost auch als solche wahrzunehmen. I m G e g e n- t e i l s o g a r! Unter der Perspektive 'Der Frieden schreitet unaufhaltsam voran' werden "400.000 getötete Palästinenser" zum Beleg dafür, daß "Israels Politik g e s c h e i t e r t ist", denn: "es gibt noch (!) 3.5 Millionen". Man beklatscht die folgenden Sprüche des PLO-Vertreters Frangi als Siegesmeldungen: "Ich sage nicht ohne Stolz, daß wir es geschafft haben, 25 Tage standzuhalten, wo die arabischen Armeen Israel nicht einmal 10 Tage standgehalten haben" - Sprüche, die im Klartext bekunden, daß die Israelis zuerst die arabischen Verbündeten fertiggemacht haben, die PLO nun alleine dasteht und jetzt endgültig ausgelöscht wird samt dem zu ihrem "Sumpf" deklarierten Land und Leuten. Wenn "Solidarität" also nichts anderes heißt, als: Sie wird umso größer, je mehr von den Machern des Krieges über den Jordan ge- schickt werden, die Opfer also die eigentlichen Gewinner bejubelt werden, dann können sie einem echt gestohlen bleiben! zurück