Quelle: Archiv MG - NAHOST ISRAEL - Ein Geschöpf des Imperialismus

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DER STAAT ISRAEL

hat einen jüdischen Mitbürger heimgeholt. Während der sowjetische Atomphysiker Sacharow weiter in Gorki wohnen muß, ist der is- raelische Atomingenieur Vanunu glücklich wieder zu Hause und war- tet dort auf seinen Hochverratsprozeß. Dieser jüdische Dissident wollte die Welt davor warnen, "daß Israel seit 20 Jahren Kernwaffen baut und sogar Wasserstoff- bomben herstellen kann". (Spiegel, 47/86) Eine Sensation ist daraus nicht geworden. Israels westliche Pa- ten, Finanziers und Atomfabrik-Lieferanten haben das schon vorher nicht bloß gewußt und geduldet, sondern wohl auch gefördert. So hat die westliche Presse die Berichte Vanunus ziemlich einhellig zur fadesten Enthüllung des Jahres erklärt und ihrem Publikum weit spannendere Fragen vorgelegt: Wie konnte ein Mann, der "sich um die Mitgliedschaft der Rakach-Partei, Israels KP, bewarb und fast ausschließlich mit arabischen Kommilitonen verkehrte", über- haupt zu einem Arbeitsplatz in der israelischen Atomfabrik Dimona gelangen? Und zweitens, wenn den Israelis schon solche Pannen bei der Handhabung des Berufsverbots unterlaufen: Was ist los mit dem jüdischen Geheimdienst, daß er so eine verdächtige Figur auch noch unbehelligt ausreisen läßt? Diese Schlappe wenigstens hat Israel mittlerweile wettgemacht und den im Londoner Exil untergetauchten Vanunu ins Hochsicherheits- gefängnis von Haifa verschleppt. Was bleibt, ist ein bißchen echter oder geheuchelter Ärger der Briten, weil sich Israel nicht der offiziellen zwischenstaatlichen Rechtshilfe bedient hat, um seines Verräters wieder habhaft zu werden. Zwischen freien Demo- kratien braucht es doch keine dubiosen Geheimdienstaktionen, wo es einen menschenrechtlich einwandfreien internationalen Rechts- weg gibt, Abtrünnige in beidseitigem Einvernehmen hinter Schloß und Riegel zu bringen. zurück