Quelle: Archiv MG - NAHOST ISRAEL - Ein Geschöpf des Imperialismus
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Die Schlagzeilen über Israel wurden in der letzten Woche von ei-
nem toten israelischen Mädchen beherrscht. Die heiße Frage, ob
wirklich der Schuß eines israelischen Sicherheitsbeamten ihren
Tod herbeigeführt hat oder nicht doch ein von Araberkindern ge-
worfener Stein - die Fakten sprechen für das Erste, die öffentli-
che Moral verlangt das Letztere! -, hat eine wichtigere Affäre
etwas in den Hintergrund gedrängt: Der US-Außnminister
SHULTZ WAR DA - AUF FRIEDENSMISSION IM GELOBTEN LAND
Angeblich hatte er sich in Marsch gesetzt, um zu vermitteln, zu
versöhnen und für Ruhe und Frieden zu sorgen. Wäre es ihm wirk-
lich darum gegangen, er hätte sich die meisten Reisestrapazen
sparen können. Die Besatzungsmacht, die den Palästinensern ein
Dasein ohne jede Aussicht aufzwingt und ihren ohnmächtigen Pro-
test niedermacht, ist nämlich in Jerusalem zu Hause. Und sie
hängt mit allen ihren Unternehmungen von dem Geld, den Waffen und
der politischen Rückendeckung aus Washington ab.
Aber der israelische Staatsterrorismus ist eben keiner; und wenn
die US-Macht sich aufmacht, den "internationalen Terrorismus" zu
bekämpfen, dann ist Israel ihr wichtigster Verbündeter. Die Ab-
sicht, einen Nahost-Frieden näherzubringen, hat deswegen gar
nichts mit einer Einschränkung des brutalen Herumfuhrwerkens be-
waffneter Israelis zu tun. Frieden mit den Arabern und unter Ein-
schluß der Palästinenser: Darunter versteht die US-Regierung
einen Pakt ganz eigener Art. Die arabischen Nachbarstaaten sollen
sich mit einem Israel einverstanden erklären, das sich in mehre-
ren Kriegen auf ihre Kosten vergrößert hat und keinen gleichran-
gigen, militärisch gleichstarken Staat in seiner Umgebung duldet.
Und die Palästinenser werden nur dann überhaupt als ein politi-
sches Subjekt anerkannt, wenn ihre Vertreter als erstes ihre Un-
terwerfung unter alle Fakten erklären, die Israels Macht geschaf-
fen hat. In diesem Sinne hat sich der US-Außenminister Schultz
voll hinter die "drei Neins" seines israelischen Amtskollegen
Perez gestellt: Nein zu einem palästinensischen Staat; Nein zum
Rückzug Israels auf seine Grenzen von 1967; Nein zu direkten Ver-
handlungen mit der PLO - die im Unterschied zur israelischen
Siedlungsbewegung eben auf der amerikanischen Liste von
"terroristischen Vereinigungen" steht.
So ist bei der Friedensmission von Shultz als wichtigstes Ergeb-
nis das Eine herausgekommen: Eher k e i n Friede als einer, der
Israel ein Zugeständnis kosten würde. Nicht einmal eine Friedens-
konferenz würden die USA gegen ihren nahöstlichen Frontstaat
durchsetzen: "Wenn Israel nein sagt, werden wir nicht darüber
hinweggehen; dazu sind wir zu gute Freunde und Verbündete." Ist
ja auch klar: Israel besorgt mit seinem sehr offensiv und großzü-
gig angelegten Selbsterhaltungstrieb die Drecksarbeit für die
amerikanische Weltordnungsmacht; die braucht sich nicht selber
die Hände schmutzig zu machen und hat doch, über Jerusalem, die
Region militärisch direkt unter Kontrolle. So ein Dienst ist
schon einige Nettigkeiten wert - von Führungsmacht zu Vorposten!
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