Quelle: Archiv MG - NAHOST ISRAEL - Ein Geschöpf des Imperialismus
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FORTSCHRITTE BEI DER ISRAELISCHEN ENDLÖSUNG UNTER NATO-SCHUTZ
1. In beeindruckenden Bildern erfahren die freien Bürger der Re-
publik, was der israelische Staat mit seinem Terror im Libanon
anrichtet. Sogar Einwände sind erlaubt. Und was für welche. Ob
mit der Vernichtung der Palästinenser und den Bombardements
Beiruts mit NATO - Splitterbomben dem Krieg Israels E r f o l g
beschieden ist, ob sich das Blutbad auch hinreichend lohnt - im-
merhin, so die freie Presse, gäbe es auch außerhalb West-Beiruts
Palästinenser oder libanesische Palistinänser-Freunde -, ob also
die israelische Endlösung r a d i k a l g e n u g ist: das
soll man sich fragen. Und dabei die Endlösung ja nicht als solche
bezeichnen, weil ja der deutsche Vorgänger-Staat schon einmal
eine solche betrieben hat, was "einmalig" gewesen sein soll - wo
Israel gerade das Gegenteil beweist. So soll man sich mit den
Leichen, die der Judenstaat schafft, gerade als Deutscher aus
höchst moralischen Gründen e i n v e r s t a n d e n erklären!
2. K r i e g als Mittel der Politik - eine selbstverständliche
Sache, wenn man als gut erzogener Demokrat davon ausgeht und
daran festhält, daß Politik immerzu um Lösungen, um friedliche
zumal, ringt: dann kommt einem der Spruch Genschers, er hoffe auf
eine "Politische Lösung, um weitere Todesopfer zu verhindern",
auch nicht zynisch vor. Eine politische Lösung, die todsicheren
Frieden dadurch bringt, daß den Palästinensern zunächst über Wo-
chen hinweg gar keine Möglichkeit zur Kapitulation gelassen wurde
weil Bombardements auf dem israelischen Programm standen, und
jetzt US-Kampftruppen nach Beirut geschickt werden, die die PLO
entwaffnen und außer Landes schaffen sollen - ein "Angebot" Rea-
gans, für das es nach seinem Bekunden "ohne großen Belang ist, ob
die PLO es annehme oder nicht" (FR, 9.7.). Währenddessen hält Be-
gin das Ansinnen der PLO nach einem Informationsbüro nach dem
erzwungenen Abzug für eine künftige "Zelle des Terrorismus" und
läßt weiterkillen.
3. Das Geld und die Waffen dafür hat er von den NATO-Staaten. Der
Dienst, den Israeli ableistet, wenn es seine arabische Umgebung
mit Krieg überzieht, ist unübersehbar: das rücksichtslose Vorge-
hen Israels gegen jeden Nachbarn, den es zu einem möglichen Si-
cherheitsrisiko erklärt, läßt keinem Staat und keinem Volk eine
Überlebenschance, das sich mit der Sowjetunion einläßt. Mit Be-
friedigung wird hier zur Kenntnis genommen, daß mit dem Kriegser-
folgs Begins die Sowjetunion ihren "Einfluß" in der Region ver-
liert. Man zeigt sich öffentlich "erleichtert" aber die sowjeti-
sche Warnung an den amerikanischen Präsidenten davor, seine Trup-
pen in den Libanon zu schicken, weil ihr Inhalt - "die SU wird
ihre Politik entsprechend dieser Tatsache einrichten" - den er-
neuten Willen zum Nachgeben signalisiert. So ist Israel ein krie-
gerischer Vorposten freiheitlicher Weltpolitik - und dient mit
jedem Feldzug dem Weltfrieden, wie er auf NATO - Tagungen defi-
niert wird.
4. Und so ist der Erfolg der NATO und die Nachgiebigkeit der SU
in dieser Region für den Weltfrieden der Auftrag, die Friedens-
liebe der SU auf immer neue und härtere Proben zu stellen.
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