Quelle: Archiv MG - NAHOST ISRAEL - Ein Geschöpf des Imperialismus
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Wochenschau
DER KOHL-BESUCH IN ISRAEL
führte letzte Woche zu diplomatischen Nachspielen, die es in sich
haben. Der israelische Premier Schamir sah sich zu dem unverfro-
renen D e m e n t i veranlaßt, sein Staat erwäge z u r
Z e i t n i c h t, einen "Präventivkrieg" gegen Saudi-Arabien
zu führen. Die dem zugrundeliegende Logik aus dem nahöstlichen
Frontstaat des Imperialismus lautet schlicht, daß es für Israel
jeden a n e r k a n n t e n G r u n d gibt, seine Sicher-
heitsinteressen, die im Norden bis Tripoli, im Osten bis Bagdad
reichen, jetzt auch im Süden bis Er Riad "bedroht" zu sehen. Der
Haken an den von der "Jerusalem Post" angestellten strategischen
Überlegungen, denen zufolge ein "Blitz" der zionistischen Armee,
um seine Wirkung zu tun, neben saudischen Waffen auch saudisches
Öl "empfindlich" treffen muß, liegt darin, daß dabei vorwiegend
Kriegsgerät aus US-Beständen und Ölfelder von US-Multis zerstört
würden, denn Washington hat sich bei der Aufrüstung Saudi-Ara-
biens durch israelische Einwände nie beeindrucken lassen. Um so
origineller wirkt Schamirs Appell an die USA, sie sollten das
deutsch-saudische Waffengeschäft verhindern. Ist das nicht
Schleichwerbung gegen Krauss-Maffei zugunsten der US-Konkurrenz.
Nach Auskunft eines US-Senators stehen die Geschäftsaussichten
der BRD-Waffenschmiede schlecht da, weil sie gegen ein "Bündnis
zwischen Pentagon und jüdischer Lobby" keine Chance haben, sich
durchzusetzen. So kann es dem Kanzler, der sich in Israel von der
Moral nicht anfechten ließ, doch noch passieren, daß ihm die Po-
litik das Geschäft verdirbt.
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