Quelle: Archiv MG - NAHOST ISRAEL - Ein Geschöpf des Imperialismus
zurück
Teach In
Israel terrorisiert seine Palästinenserghettos. Wir Deutschen
halten unseren ehemaligen Opfern die Treue und finden nichts da-
bei.
HITLER, DIE JUDEN UND WIR
A. Israel: Für Juden ein Staat
------------------------------
in Palästina, also von Anfang an gegen die dort ansässige arabi-
sche Landsmarinschaft und die umliegenden Staaten. Im Schnitt
alle 10 Jahre ein Krieg, die stärkste Armee in der Region, Wehr-
dienst für Männer und Frauen ein Leben lang und reichlich Gele-
genheit zum Heldentod. Mag sein, daß dies tatsächlich das
"Vermächtnis der Opfer des Holocaust" gewesen ist (Staats-
präsident Herzog letztes Jahr auf BRD-Besuch), - geschafft hätten
es die Überlebenden trotz alles Opfermuts nicht ohne ein höheres
Interesse: Der Freie Westen wollte einen stärken Staat im Nahen
Osten, und die USA haben ihn mit Geld und Waffen durchgesetzt.
Als Prätorianergarde des demokratischen Imperialismus dürfen die
Juden als Israelis seitdem die Drecksarbeit der Freiheit zwischen
Tunis und Bagdad erledigen. Dafür hat der kleine tapfere David
sein Staatsgebiet seit Gründung verdreifachen können. Und die
Freie Welt diskutiert das Schicksal der umgebrachten, ver-
triebenen bzw. unterworfenen Palästinenser, wenn überhaupt, dann
allenfalls als "Problem", das Israel mit ihnen hat.
Insofern hat der Zionismus tatsächlich eine "Emanzipation der Ju-
den", geschafft: In Israel sind sie stinknormale Staatsbürger,
also Leute, die einiges mitmachen müssen und auch noch stolz dar-
auf sind, daß sie alles mitmachen. Der Israeli Henri Zoller
täuscht sich also bei seiner "Selbstkritik" im "Spiegel" (4/88)
"So ist der Judenstaat Israel das zur Zeit vielleicht einzige
Land auf dieser Welt, in dem Juden wieder physisch Angst haben
müssen." gleich wieder: "Wir müssen den Arabern ein Angebot ma-
chen."
B. Die BRD: Bewältigte Vergangenheit
------------------------------------
"Der Antisemitismus heute gilt den einen als Schicksalsfrage der
Menschheit, den anderen als bloßer Vorwand" (Horkheimer/Adorno:
Dialektik der Aufklärung)
Beides eine sehr i n t e r e s s i e r t e Unwahrheit, die des-
wegen so erfolgreich ist, weil es bei diesem Thema staatlicher-
seits verboten und deswegen gesellschaftlich geächtet wird, sich
ausschließlich für die W a h r h e i t zu interessieren. Ein
solcher Standpunkt verletzt nämlich einen moralischen I m p e-
r a t i v, demzufolge jedes Urteil imerhalb der Kategorien
Schuld, Verantwortung, Reue, Sühne und guter Vorsatz zu erfolgen
hat. Ein G l a u b e n s b e k e n n t n i s also, dessen Lohn
die Glaubwürdigkeit ist, die den Bekenner für jedes Öffentliche
Amt in der D e m o k r a t i e qualifiziert. Gerade diese
Staatsform adelt es nämlich, daß sie zu allem fähig ist und sich
tatsächlich auch alles an G e w a l t leistet, was die Führung
für notwendig erachtet, nur eines nicht: einem J u d e n wird
kein Haar mehr gekrümmt, es sei denn er verstößt gegen die
öffentliche Ordnung. Denn der Rechtsstaat kennt keine
u n s c h u l d i g e n Opfer, wie sie sein faschistischer
Rechtsvorgänger mit 6 Millionen umgebrachter Juden geschaffen
hat.
Daß die demokratische Republik freilich vor keinem Opfer zurück-
schreckt, falls es unter den K o s t e n d e r F r e i h e i t
ordnungsgemäß verbucht werden kam, zeigt selbst noch das sehr
differenzierte historische Urteil über andere Leichenberge, die
der Nationalsozialismus zur "Vergangenheitsbewältigung" hinter-
ließ. So käme kein Demokrat auf den Gedanken, Kritik an der So-
wjetunion als "Verhöhnung von 20 Millionen umgekommener Russen"
moralisch zu blamieren. Und geradezu pervers würde es demokrati-
schen C h r i s t e n vorkommen, endlich eine "Versöhnung" mit
Kommunisten, Freimaurern, Homosexuellen und anderen "abartigen"
Minoritäten zu predigen, "nur" weil auch die ins KZ kamen.
Gegen den Antisemitismus fällt dem demokratisch geläuterten
Staatsbürgerbewußtsein konsequenterweise immer nur ein, die Juden
seien nicht so, und deswegen habe Hitler damals keinen einzigen
"vernünftigen" Grund präsentieren können, Millionen seiner Unter-
tanen ins Gas zu schicken. Andererseits bescheinigen die Überle-
benden des Holocaust den Nachfolgestaaten des Dritten Reichs, in
ihnen ließe es sich gut leben, weil die öffentliche Gewalt keinen
Unterschied mehr macht zwischen Deutschen und Juden, sondern ihr
Menschenmaterial anders sortiert.
Was übrigbleibt, das sind die "Ewiggestrigen", die sich das Mate-
rial ihrer V o r u r t e i l e erfinden müssen, weil es im ei-
genen Land kaum mehr Juden gibt, während auswärts der jüdische
Staat Israel mit seinen militärischen Leistungen auch ehemaligen
Angehörigen der Wehrmacht Respekt abnötigt.
So wirkt A u s c h w i t z, die angeblich so "irrationale" In-
karnation des schlechthin B ö s e n, heute sehr funktional: Die
Überlebenden betreiben einen Staat, der seine Gewalttaten als
Verhinderung von Auschwitz moralisch ins Recht setzt. Und die
Nachfolgestaaten des Nazireichs können bei allem, was sie machen
und wofür sie eintreten, stolz darauf hinweisen, daß ein Ausch-
witz sich innerhalb ihrer Grenzen nicht wiederholt hat. So legen
bundesdeutsche Kanzler Kränze nieder: vormittags am Massengrab
der ermordeten Juden und nachmittags am Ehrenmal für die deut-
schen Frontsoldaten.
Ansonsten kennt die Republik noch k(l)eine S k a n d a l e,
wenn einem Bürger, der in die Politik gegangen ist, öffentlich
rausrutscht, was er sich ohne Beeinträchtigung seiner makellosen
Pflichterfüllung in der Demokratie denken kann. Seit wann geht
schließlich die Freiheit ohne Heuchelei?
C. Die Juden und "wir"
----------------------
1. "Die Kritik der Judenfrage ist die Antwort auf die Juden-
frage." Ist diese Aussage durch Auschwitz widerlegt worden; ist
sie ein bodenloser Zynismus "angesichts von Auschwitz"; warum
halten heute gerade Linke so etwas für "antisemitisch"?
2. Warum sind im demokratischen Staat auch kritische Menschen Na-
tionalisten, die sich dauernd "unsere" Sorgen machen, wenn sie
über Politik reden? Wieso fällt den Warnern vor Antisemitismus
und "unbewältigter Vergangenheit" nie der Rassismus ihrer Argu-
mentation auf: Und wieso geht der Terror in Ordnung, wenn die Po-
litik: ihn zur Staatsräson erklärt und das Mitmachen Patriotismus
ist? Auskünfte darüber nach bestem W i s s e n, weil ohne Ge-
wissen, auf dem Teach-in der MARXISTISCHEN GRUPPE (MG).
zurück