Quelle: Archiv MG - NAHOST ISRAEL - Ein Geschöpf des Imperialismus
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Wochenschau
OPFER UND GEIER
Kaum war in einem jüdischen Lokal in Westberlin eine Höllenma-
schine explodiert, da gaben sich auch schon die moralischen Nutz-
nießer des Anschlags ein Stelldichein. Der Regierende Bürgermei-
ster hielt als erster seine besorgte Miene zwischen Fernsehkame-
ras und Trümmerwüste; ihm auf den Fersen der Oppositionsführer,
der sich genauso professionell aufs Trauern versteht. Das reicht
hierzulande schon, damit die Inhaber der legitimen Gewalt und Be-
fehlshaber öffentlich-rechtlicher Tötungsmittel sowie deren demo-
kratische Konkurrenten sich als moralisch völlig unanfechtbare
Ehrenmänner in Szene setzen, das spontane Mitleid mit den Opfern
in Zutraulichkeit zu ihren Geschäften umsetzen, mit denen sie an-
sonsten das Leben des Publikums Tag für Tag um ein paar kleinere
Opfer bereichern. Die israelische Regierung, im übrigen mit der
Eingemeindung syrischer Hügel, ihrem Kleinkrieg gegen auswärtige
und annektierte Araber und der Überwachung des Nahen Ostens bis
Bagdad einschließlich voll beschäftigt, versteht sich auf diesen
billigen Kunstgriff natürlich genauso gut. Sie hat ja Erfahrung
in dem schmierigen Trick, den Ausrottungsfeldzug der Nazis gegen
die Juden als unanfechtbare moralische Legitimation für jede Ge-
walttätigkeit des israelischen Staates auszubeuten. So war sie
auch in Berlin als Nutznießer Nr. 2 mit ihren Emissären vertre-
ten.
Von wem die Fanatiker eines judenfreien Staates, heiße dieser Pa-
lästina oder BRD, ihr Ideal haben, einer sauberen staatlichen
Ordnung mit gerechter Gewalt auf die Sprünge zu helfen, darf sich
da natürlich niemand fragen. Es wäre ja nur allzu offensichtlich.
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