Quelle: Archiv MG - NAHOST ISRAEL - Ein Geschöpf des Imperialismus
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Wochenschau
FRIEDENSGRÜSSE AUS ISRAEL
Für eine Klarstellung ist der Staat Israel immer gut: Wenn ein
freiheitsliebender Staat des Westens seine Gegner als Terroristen
definiert und bekämpft, dann mobilisiert er selber einen Terror
der erlesensten Sorte; und wenn er Frieden beansprucht, dann
nimmt er sich damit einen Freibrief für hemmungsloses Zuschlagen.
Die demokratische Öffentlichkeit läßt sich dadurch in ihrer Par-
teilichkeit jedoch nicht erschüttern.
- Vor Weihnachten erhebt Israel Einspruch sogar noch gegen
Arafats bedingungslose Kapitulation. Es reicht nicht, daß der
alte Erzfeind, von seiner vereinsinternen Konkurrenz ausmanö-
vriert und bekämpft, Unterwerfungsangebote an sämtliche erreich-
baren westlichen Adressen losschickt. Unterhalb der Todesstrafe
für jeden politisierten und bewaffneten Palästinenser ist es für
Israel nicht getan. Also wird nicht auf moralischen Tribunalen
rhetorisch Gericht gehalten, sondern den durch die US-Flotte ge-
deckten Schnellbooten vor Tripoli Schießbefehl erteilt. Wenn dann
der französische Geleitschutz und das amerikanische Veto die Ver-
senkung einer mit Hunderten PLO-Familien beladenen griechischen
Fähre verhindern, dann zieht sich der israelische Staatsterroris-
mus dennoch keinen Abscheu zu - der gilt in unserer freien Welt
nach wie vor den palästinensischen Kämpfern, selbst wo sie n u r
noch Opfer sind -; eher schon wohlmeinende Ratschläge zu weiterer
"Mäßigung"!
- Nach Weihnachten wendet Israels Staatsgewalt sich sogleich dem
nächsten selbsterkorenen Feind zu. Mohammedanische Milizen im
tiefsten Nordosten Libanons - in Allah Gesinnungsgenossen der
"heiligen Kriegen", die in Afghanistan sämtliche Freiheitssympa-
thien des Westens genießen - werden aus der Luft angegriffen und
dezimiert, die regelmäßigen einigen "hundert Toten", deren zivi-
len Status ganz kritische Berichterstatter bisweilen noch vermer-
ken, werden als wohl notwendige Unkosten einer etwas ausgreifen-
den israelischen Vorwärtsverteidigung abgebucht.
*
Der israelische Staat exerziert seinen Terrorismus gegen gewesene
und mögliche zukünftige Gegner kompromißlos durch - ohne
Rücksicht übrigens auch auf die ökonomische Existenz und das phy-
sische Überleben seiner eigenen Leute -; und mit dieser Kompro-
mißlosigkeit durchkreuzt er sogar manchen "Befriedungs-" und Neu-
ordnungsplan seines Schutz-, Waffen- und Geldlieferanten USA -
Pläne, denen deswegen die Probe erspart geblieben ist, ob sie
wirklich ernstlich so gemeint oder gleich auf israelische Ableh-
nung und Obstruktion berechnet waren. Das Ergebnis ist ohnehin
das gleiche - alles andere nämlich als ein S c h e i t e r n
der US-Politik und ihrer demokratischen Weltherrschaftsinteres-
sen. Kein "Zerwürfnis" zwischen Jerusalem und Washington, ob echt
oder inszeniert, beeinträchtigt Israels Rolle als amerikanischer
Kettenhund in der Region und Amerikas Rolle als großer Bruder,
der für das Nötige an Gewalt- und Überlebensmitteln sorgt.
J e d e s "Zerwürfnis" aber, egal ob echt oder inszeniert, be-
kräftigt die Position der USA als einzige Macht, die den arabi-
schen Mächten eine gewisse Sicherheit vor Israels Terror bieten
kann, also aus der Perspektive einer kostspieligen und blutigen
militärischen Gegenwehr herausführen kann, wie Syrien sie mit so-
wjetischer Hilfe aufbietet. Eine perfektere "Arbeitsteilung" ist,
im Ergebnis, kaum zu haben: Der Vasall prügelt seine Gegner nach
eigenem Gutdünken; die NATO distanziert sich, wirft sich zum Ver-
mittler auf, und die Geprügelten sehen ihre besten Chancen darin,
auf einige oder alle NATO-Mächte oder gleich auf amerikanische
"Vermittlung" zu setzen. Und je mehr Freiheiten Israel sich
nimmt, um so souveräner können die westlichen "Friedenspläne"
ausgestaltet werden.
*
Der jüngste Akt: Ohne Gegenleistung lassen die Syrer den abge-
schossenen amerikanischen Jagdbomberpiloten Goodman frei. Sie
schenken ihn dem schwarzen, frommen, demokratischen Reagan-Kon-
kurrenten Jackson und werden sich wohl einige prosyrische Stim-
mung innerhalb der USA und etwas Druck auf die Regierung in
Washington ausgerechnet haben. Die Antwort läßt von syrischen Er-
folgen allerdings nichts erkennen. Der geschenkte Pilot wird
rührselig begrüßt, Präsident Assad mit einigen freundlichen An-
merkungen gewürdigt - und ein neuer "Friedensplan" auf den Weg
gebracht, der die NATO-Truppen im Libanon zur auch von Syrien und
der islamischen Opposition anerkannten "Schutz-" und Ordnungs-
macht machen soll. Israels Luftüberfälle gehen derweil ungerührt,
ja verstärkt weiter - und "werben" so viel wirksamer für amerika-
nische Friedensdiktate als alle diplomatischen Verständigungs-
aktionen.
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