Quelle: Archiv MG - NAHOST ISRAEL - Ein Geschöpf des Imperialismus

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       Kriegszustand mit freier Wahl:
       

'BRAVO, ISRAEL!'

Der Staat Israel führt einen offensiven Kleinkrieg gegen seine ohnmächtigen Feinde außerhalb der Landesgrenzen. Er unterdrückt mit sachgerechter Brutalität die unzufriedenen, aufrührerischen Araber in den besetzten Gebieten. Da runzelt mancher demokrati- sche Beobachter bedenkenvoll die Stirn und fragt sich, ob das al- les sein muß. Das heißt dann bei uns: Kritik. Kritik an Israel ist bei uns allerdings nur unter der Bedingung moralisch zulässig, daß man sie gleich wieder läßt. Denn für die- sen Staat sprechen drei unverwüstliche Pluspunkte: Er ist der Staat für Juden, er ist eine Demokratie, und er hat mit den Palä- stinensern ein wirklich böses Problem am Hals. Zur Judenfrage in diesem Zusammenhang kein Kommentar. Jede Ver- knüpfung zwischen "Holocaust" und israelischem Militarismus läuft sowieso immer nur auf die brutale Dummheit hinaus, Opfer zu be- rechnen, aufzurechnen und sich danach seinen moralischen Ge- schmack am Weltgeschehen einzurichten. Die demokratischen Werte, kein Zweifel, stehen im Staat Israel in Blüte. Als kriegsentwöhnter Bundesbürger kann man daraus etwas über die Demokratie lernen. Nämlich, daß die Konkurrenz zwischen Politikern und die Wahlfreiheit von guten Bürgern an Krieg und Terror ein hervorragendes Thema haben. Sollen weniger Palästinen- ser gleich ganz totgeschossen werden oder viele durch Gummige- schosse verletzt? Sind Syrien oder der Irak die erste Adresse für einen Präventivschlag? Solche "Alternativen" sind demokratisch viel brauchbarer als eine "Gesundheitsreform" oder neue Steuerge- setze. Denn sie lassen in der Hauptsache keinen Zweifel: Es geht um die beste "Politik der Stärke", und die braucht die "stärksten" Politiker. Mindestens zwei gleichrangige Konkurrenten präsentieren sich in Israel dem Wähler. Der darf sich einen von beiden als seinen obersten Kommandanten aussuchen. Ein schöner Stärkebeweis der Demokratie. Schließlich "das Palästinenserproblem". Aus dessen "alternativen Lösungen" sollte man sich heraushalten. Denn es besteht genauge- nommen in dem Unterdrückungs-"Problem", das der Staat Israel mit den Ureinwohnern seiner Besatzungsgebiete hat. Solche Unkosten gehören unvermeidlich dazu, wenn ein Staat sich auf der Welt breitmacht und dabei sorgfältig zwischen eigenen Untertanen und fremdem Menschenmaterial scheidet. Lächerlich deswegen die tan- tenhafte Empfehlung, der sich kaum ein guter Weltbürger ver- schließen mag: Israelis und Palästinenser sollten sich doch lie- ber gleich miteinander vertragen, weil sie langfristig ja sowieso miteinander auskommen müßten. Was diese Völkerschaften "müssen", entscheidet in einer freiheitlichen Staatenwelt allemal die stär- kere Gewalt. zurück