Quelle: Archiv MG - NAHOST ISRAEL - Ein Geschöpf des Imperialismus

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       Nahostkrieg
       

DER ENDSIEG DES AUSERWÄHLTEN NATO-VOLKES

"Die zivilen Opfer der Operation - die von offiziellen libanesi- schen Stellen auf fast 10000 geschätzt werden - verglich er mit den Verlusten an Menschenleben bei den Bombenangriffen auf Coven- try und Dresden im Zweiten Weltkrieg, für die die verantwortli- chen Regierungen von der öffentlichen Meinung im eigenen Land je- weils freigesprochen worden seien." (Menachem Begin vor seiner Abreise in die USA, nach "Süddeutsche Zeitung" vom 16.6.) "Der Bundesaußenminister wird die am 25. April abgeschlossene Räumung des Sinai als einen bedeutenden Schritt zur Herstellung eines dauerhaften Friedens im Nahen Osten würdigen und ausdrück- lich betonen, daß Bonn diesen Prozeß der Annäherung und Versöh- nung nach Möglichkeit unterstützt." (Frankfurter Rundschau zum Genscher-Besuch in Israel am 2. Juni) Während die israelischen Truppen nach dem erfolgreichen Blitz- krieg den Süden des Libanon durch die Einsetzung von Militärgou- verneuren, die Sicherung ihrer Stellungen, und Zählung der eige- nen tapferen Gefallenen und toten palästinensischen "Terroristen" plus Zivilbevölkerung auch "politisch neu zu ordnen" beginnen, während sie für die überlebenden Reste der PLO-Kämpfer den Westen Beiruts in ein tödliches Ghetto verwandelt haben, aus dem es kein Entkommen, in dem es aber auch kein Überleben gibt, hält Begin in New York eine Rede auf der Abrüstungskonferenz der UNO und berät mit seiner Garantiemacht über die anzustrebende politische Dauer- lösung im Libanon. "Begin wird es nicht leicht haben, seinen Standpunkt glaubhaft zu machen", lautet der verständnisvolle deutsche Begleitkommentar, ungeachtet dessen, daß die USA längst volles Verständnis für Israels "Dilemma an seiner Nordgrenze" si- gnalisiert haben, daß sie mit ihren Kriegsschiffen den Kriegs- schauplatz kontrollieren, daß sie tunlichst "ein Ultimatum an Is- rael vermieden" haben, daß sie die Sowjetunion für ihre "vorsichtige Haltung" loben, daß sie eine Uno-Resolution gegen Israel justament während der Flächenbombardierung Westbeiruts zu Fall gebracht, daß sie sich mit dem saudischen Außenminister über die weiterbestehende "amerikanisch-arabische Freundschaft" ver- ständigt haben und mit der Forderung nach "Abzug aller fremden Truppen" nach der Vernichtung der PLO ziemlich genau die Ideallö- sung für einen "selbstbestimmten Libanon durch alle nationalen Kräfte" unter christlicher, israelfreundlicher Führung umrissen haben, die den weitestgehenden israelischen Vorstellungen ent- spricht. Ungeachtet dessen auch, daß der deutsche Außenminister kurz vor Kriegsbeginn mit oben zitierter Botschaft beim israelischen Au- ßenminister vorstellig geworden ist, der seit Monaten öffentlich für eine Invasion im Libanon plädiert hat, daß Genscher den ara- bischen Staaten nichts als sein "tiefes Bedauern" über die "tragischen Opfer" versichert, die EG-Verwalter "unserer Interes- sen im Nahen Osten" Israel eine "flagrante Verletzung des Völker- rechts sowie der elementarsten humanitären Grundsätze" vorwerfen, dabei aber auf Sanktionsdrohungen geflissentlich verzichten, und statt dessen den arabischen "Freunden" versichern an der Ent- schließung von Venedig über das "Selbstbestimmungsrecht der Palä- stinenser" festzuhalten, auch wenn es deren militärische und po- litische Repräsentanten gar nicht mehr gibt; diese Entschließung durch Israel also längst gegenstandslos gemacht worden ist. Die Fortschritte einer "endgültigen Friedensregelung" für den Na- hen Osten durch Israel im Sinne und mit wohlkalkulierten Stel- lung- und Einflußnahmen der NATO sind unübersehbar und werden als "Realitäten" auch öffentlich gewürdigt. Auch wenn die nationali- stische Phantasie, neben der Aufzählung aller gegenteiligen Fak- ten, über amerikanische Verärgerung, europäische Sorgen und is- raelische Unvernunft und Schwierigkeiten lamentiert - für "sinnlos" hat diesen Krieg keiner erklären wollen. Er "macht einen Sinn" ja auch wirklich, für Israel, für den Nahen Osten, für den gesamten Westen, für die "Sicherung des Friedens" "in Freiheit" - und was für einen! Israels Friedensstrategie - "kein normaler Vergeltungsschlag" "Der Krieg bietet die Chance für eine Neuordnung der Verhältnisse im Nahen Osten. Dadurch wird das israelische Vorgehen nicht ge- rechtfertigt. Aber die arabischen Staaten werden mit den geschaf- fenen Realitäten leben müssen." So faßte ARD-Kommentator Konzelmann nicht unzufrieden die von Is- rael in einer Woche gewaltsam geschaffene "neue Lage" zusammen. Von der mit mehr als 10000 Toten und 100tausenden von Flüchtlin- gen und einem zur Hälfte zerstörten Land wahrgemachten israeli- schen "Sicht der Dinge" unterscheidet er sich dabei nur in einem - in der Frage des Rechts, ein rein akademischer und wohl auch nur vorläufiger Unterschied. Es gehört zu den Eigenheiten des Frontstaates Israel - wegen seiner vom Westen anerkannten und ge- förderten Existenz "inmitten von lauter Feinden" - die Gleichung von Recht und Gewalt, von Selbstverteidigung und militärischer Aggression, von staatlicher Freiheit und Krieg schon immer ganz umstandslos und undiplomatisch formuliert und auch in die Tat um- gesetzt zu haben. Der kriegerische Nachweis an die arabischen Staaten, daß gegen die Selbstverteidigung Israels und seine Un- terstützung durch Waffen, Geld und Diplomatie des freien Westens kein Kraut gewachsen ist - ein Nachweis, der so ziemlich alle arabischen Staaten zum faktischen oder offiziellen Frieden mit Israel bewogen hat, umgekehrt aber den Bereich israelischer Si- cherheitsinteressen über das endgültig annektierte Westjordanland und die Golan-Höhen hinaus auf den ganzen Libanon bis nach Bagdad und Entebbe ausgedehnt hat - ist schon immer mit der Rechtferti- gung geführt worden, daß Israel grundsätzlich und umfassend be- droht ist und sich verteidigen muß. Aus seinen immer ausgreifen- deren Verteidigungsabsichten haben israelische Staatsmänner mit terroristischer Erfahrung daher auch nie einen Hehl gemacht und jeder neuen Definition einer untragbaren Bedrohung ist mit tödli- cher Sicherheit bei passender Gelegenheit eine Blitzaktion ge- folgt, die diese Bedrohung erfolgreich beseitigt hat. Ehrlich sind sie also, die ehemaligen "tapferen Davids gegen den arabischen Goliath", was ihre Ansprüche auf einen für sie tragba- ren Frieden und seine Schaffung angeht. 'Und selbstsicher, daß sie mit überlegenen Mitteln solange "Realitäten" schaffen können, wie sie sich nicht an den Partnern der USA vergreifen, die durch die israelisch-westlichen Gewaltlektionen immer zahlreicher ge- worden sind. Seit ihrer "Staatsgründung" haben sie nie etwas an- deres als eine erfolgreiche Kriegs- und Friedensdiplomatie ge- trieben, und ganz im Sinne westlicher Interessen an der "Stabilisierung der Nahostregion" die eigene Bedrohung auf den Libanon und den in ihm verbliebenen Rest ihre Anerkennung kämp- fender PLO-Männer reduziert, die sich zahlreicher konkurrierender Milizen erwehren müssen, schlecht ausgerüstet sind und sich nur eines bedingten syrischen Schutzes erfreuen können; daß diese Überbleibsel einer "arabischen antiisraelischen Staatenliga" Is- rael nicht militärisch angreifen, ja nicht einmal ernsthafte Ter- rorschläge versetzen können, auch durch Syrien nicht zu verteidi- gen sind und schon gar nicht durch ein paar syrische Antiraketen im Bekaa-Tal vor der israelischen Lufthoheit über Libanon, is- raelischen Kriegsschiffen und Landraketen geschützt werden, war längst klar und bedurfte nicht erst des blutigen Beweises durch den israelischen Vernichtungskrieg. Daß aber gerade deswegen ihre immer noch existierende militärische Präsenz, die paar auf Grenzwehrdörfer der Israelis abgefeuerten Granaten und das pure Vorhandensein syrischer Abwehrraketen die gegenwärtige und letzt- lich untragbare Bedrohung von Israel darstellen, Israel also An- spruch auf alleinige und unbeschränkte militärische Gewalt und Bedrohung aller umliegenden Staaten hat, war und ist nicht nur israelische Auffassung. Überrascht hat es niemanden und konnte es auch nicht, daß Israel die Endlösung des letzten verbliebenen und schutzlosen "Konfliktherdes" betreiben würde, wenn sich die Gele- genheit, also die amerikanische Zustimmung ergibt. Denn wie in jedem Fall, und in jedem Fall anmaßender, hatte Israel längst verlauten lassen, was es nach der Befriedung der Südflanke noch zu erledigen gedenkt: "die militärische Struktur der Palästinen- ser", die "Befreiung des Libanon" und den "Abzug der syrischen Sam-Raketen", den die USA im letzten Jahr verhindert hatten. Und es galt schon längst als "natürlich" und "denkbar", daß nach dem vereinbarten "Rückzug" der Israelis von der Sinai-Halbinsel der Friedensnobelpreisträger Begin den "radikalen Kräften im eigenen Land" Erfolgserlebnisse an der Nordfront würde bieten "müssen". Der ohnmächtige Staat Libanon, die um ihr militärisches Überleben besorgte und längst kaum noch von den arabischen Staaten ernst- haft unterstützte PLO und das mit seiner verhalten wahrgenommenen "Schutzmachtrolle" zufriedene Syrien waren ja auch zu unterlegen, als daß nicht überall die Spekulationen blühten, wann denn nun Israel letzte Ordnung schaffen würde. Eben zum Beispiel während einer NATO-Tagung, die die westliche Kriegsdiplomatie und Rü- stungspolitik gegen die SU absegnet, zum Beispiel während eines Falkland-Krieges, in dem England gegen den NATO-Verbündeten Ar- gentinien seine Großmachtrolle verteidigt, zum Beispiel nach ei- nigen erfolgreichen westlichen Proben auf östliche Zurückhaltung in Polen, Lateinamerika und anderswo - und zum Beispiel nach ei- nem "Anlaß" bietenden Attentat auf einen israelischen Botschaf- ter, das für das bißchen durchsichtigen diplomatischen Schein ge- rade recht war, auf den in solchen Fällen nicht einmal Israel verzichtet. Mit der lang geplanten und generalstabsmäßig durchgeführten Er- oberung des halben Libanon hat Israel also die letzten Hinder- nisse einer seiner und amerikanisch-europäischen Ansprüchen ge- nehmen Friedensordnung im Nahen Osten beseitigt, auch wenn, an den jetzt gern verwendeten Maßstäben einer umstandslosen israeli- schen Herrschaft über den Libanon gemessen, die Erfolge schon fast wieder wie eine halbe Sache dargestellt werden und die "politische Verwertung" der "militärischen Erfolge" noch einige Zeit, einiges Blutvergießen im Libanon, einige Bürgerkriegsgemet- zel, einige "Verstimmung" in den verschiedensten "Lagern" und manche Kontakte zwischen den Supermächten erforderlich machen wird. Der erste Erfolg dieses alle für "normal" geltenden "Vergeltungsschläge" sprengenden Blitzkrieges liegt in der Endlösung der Palästinenserfrage -------------------------------- Genau in dem Augenblick, wo der amerikanische Friedensvermittler Habib die Ausweitung des letzten Sommer geschlossenen Waffen- stillstands im Libanon ankündigt, lehnt Israel erneut die Betei- ligung der PLO an den Verhandlungen mit Ägypten über die "Zukunft der Palästinenser" ab und bringt die PLO, soweit es geht, buch- stäblich um ihre Existenz. Nach der Devise "Wo keine Macht, da kein Anspruch", "mit einem toten Feind braucht man nicht mehr zu verhandeln", sorgt es mit seinem überlegenen Vernichtungspoten- tial dafür, daß dieser Verhandlungspartner aus der Welt ver- schwindet. Dafür sind ihm Tausende von Toten in den Flüchtlings- lagem recht, denn die "Zerschlagung der militärischen Struktur der PLO" schließt die Ausmerzung ihrer "Operationsbasen" in den Lagern mit ein. Mit dem ungeheuerlichen Sicherheitsanspruch, "nie wieder von palästinensischen Terroristen bedroht zu werden" - man fühlt sich nicht zufällig an Reagan-Parolen gegen die SU erinnert wird der Pseudoarmee des Möchtegernpalästinenserstaates samt dem dazugehörigen Flüchtlings"volk" blutig bewiesen, daß sie sich mit ihrer Spekulation auf diplomatische Anerkennung durch den Westen verkalkuliert haben, daß sie keine Macht sind, weil ihnen niemand im Westen ihren Staatsanspruch gewaltsam garantiert und daß sie deswegen um so unerbittlicher von der israelischen Macht ausge- merzt werden. Mit der zynischen Waffenstillstandsbedingung, erst müsse die weltweite Sicherheit jedes israelischen Bürgers vor Terrorakten gewährleistet sein, hat Israel diese Vemichtungsabsicht in diplo- matischer Form vorgetragen; mit der Mischung aus Bomben, Waffen- stillstand und 'Vergeltungsschlägen' für seinen Bruch wird diese Absicht in die Tat umgesetzt. Es gehört zur imperialistischen Lo- gik der Weltpolitik, daß die Palästinenser, diese selbstorgani- sierten Opfer des Staates Israel und seiner Behauptung, genau mit den Mitteln erledigt werden, auf die sie selbst gesetzt haben. Ihr auf den Westen berechnetes Konzept, durch Terrorakte u n d Mäßigung nicht nur ein anerkannter, sondern auch ein wirklich be- rücksichtigter Faktor im Nahen Osten zu sein, wird von der west- lich garantierten und gestärkten Macht Israel widerlegt - und zwar endgültig. Gerade weil sie gegen Israel ausgerechnet den An- spruch auf einen Staat geltend gemacht und die westliche Diploma- tie für einen Ausweis gehalten haben, daß sie eine "eigene Kraft" sind, hat sich diese Mannschaft zu einem leicht handhabbaren Mo- ment der Großmachtauseinandersetzung, zu einem Moment arabisch- israelischer Diplomatie und innerarabischer Distanzierung von ei- nem Kampf gegen Israel gemacht, ist längst eine isolierte und auf die paar Lager und Gebiete im Libanon beschränkte Pseudomacht ge- wesen - und daher rettungslos unterlegen. Während die arabischen Staaten nun auch offiziell dem Vernich- tungswerk zuschauen die Garantiemacht Syrien sich vor den Is- raelis zurückzieht und einen separaten Waffenstillstand ab- schließt, Ägypten lakaienhaft die Amerikaner um Friedensvermitt- lung angeht und die anderen Staaten erklärt matte Solidaritätsbe- kenntnisse ablegen, führt Israel mit gewohnt brutaler Präzision vor, wie ein überlegenes Militär einem Gegner nicht einmal die Chance zur Kapitulation läßt, weil er kein normales Militär ist und nicht als solches behandelt wird. Der Süden des Libanon ist radikal gesäubert und der Hauptteil der PLO samt arabischer Be- völkerung in Beirut eingekesselt, so daß nur noch darüber speku- liert wird, wann sie ausgehungert sind und wie die Israelis samt christlichen Milizen wohl mit ihnen verfahren werden. Die aus dem Süden nach Beirut hineinströmenden und aus Beirut herausströmen- den Flüchtlingsmassen werden kontrolliert, alle Nachschub- und Fluchtwege belagert, die Bevölkerung bombardiert, während sie we- gen des angekündigten Waffenstillstands auf die Straße strömt - also rundum die blutige Logik durchgezogen, die man sonst so gerne mit dem Stichwort Afghanistan an die antikommunistische Wand malt, zumal auch bei deutschen Vertriebenenverbänden mit einem Dauerrecht auf die Befreiung der deutschen Ost'bank'. Israel hat also zum zweiten längst viel mehr beabsichtigt und erreicht als einen Vemichtungsschlag gegen die PLO. Durch seine regelrechte Invasion in das "Bürgerkriegsland" Libanon und die hergestellte strategische Verbindung mit den christlichen Milizen ist es die unabweisliche Garantiemacht für eine Endgültige Staatsneuordnung des Libanon --------------------------------------- Und das nicht mehr bloß in dem Sinne, daß es eine mächtige Unter- stützungsmacht der proisraelischen, christlichen Bürgerkriegs- Parteien im Libanon ist, daß es einen Quasisatellitenstaat im Süden unterhält und bei jedem Anlaß den Libanon bis nach Beirut bombardiert und seine Waffenüberlegenheit ausnutzt, Syrien Zu- rückhaltung aufzuzwingen bei seiner Präsenz im Libanon. Die Schwächung der PLO durch die christlichen Milizen, ihre regel- rechte Kontrolle durch Syrien unter dem Titel "Schutzmacht" hat so gut funktioniert, daß Israel sich jetzt mit einem Schlage sel- ber im Libanon festgesetzt und bereits angefangen hat, den Süden zu ordnen. Seine Anwesenheit bedeutet also von vornherein etwas ganz anderes, viel Weitergehenderes als die syrischen Kontroll- truppen im Auftrag der arabischen Länder. Israel ist angetreten, das mehr schlechte als rechte Arrangement der verschiedenen Milizen, an das sich Palästinenser und arabi- sche Staaten samt Syrien gehalten haben, aufzulösen und den Staat zu "befreien" und zu "einigen". Die geforderte und längst fak- tisch bis weit in die syrischen Stellungen hinein ausgeweitete "40 km Sicherheitszone" ist ja nur die militärtechnische Seite eines "Konzepts zum Abzug aller fremden Truppen", das den Libanon zu einem christlich geführten Satellitenstaat Israels machen soll. Deswegen richten sich die israelischen Truppen auf eine längerdauernde Besetzung im Süden ein, für sie schließlich schon eine gewohnte Übung zur "Normalisierung einer Lage". Und mit der Dreistigkeit, die das eigene überlegene Militärpotential und die erkennbare Zurückhaltung des allenfalls denkbaren militärischen Gegners Syrien erlaubt und bestärkt, räumen sie die feindlichen Milizen aus und machen damit die Palästinenserfraktion zu einer höchstens noch politisch zu berücksichtigenden Kraft in einem künftigen "einheitlichen und freien Libanon". Die formelle libanesische Staatsführung hat denn auch schleunigst einen "Rat der nationalen Errettung" gebildet, der unter dem Schutz von 60tausend uraelischen Soldaten im Land und unter den Augen von 30000 syrischen Schutztruppen eine "nationale Einigung" herbeiführen soll. Was auch an zu einigenden Interessen da alles noch verhandelt werden wird, was an Gewalttätigkeiten noch alles zu erwarten ist: eines steht auf jeden Fall fest. Die geschlage- nen und zerschlagenen Palästinenser haben nicht nur ihr zugestan- denes Territorium verloren, sondern zu gleich ihren erklärten Feind als unmittelbare Bedrohung in ihrem letzten Refugium und als Garanten einer dauerhaften libanesischen Lösung gewonnen. Der Waffenstillstand des Bürgerkriegs ist also dahingehend aufgehoben worden, daß jetzt Israel und seine Schutzmächte ein Ende des Bür- gerkrieges durch einen richtigen Krieg herbeigeführt haben. Noch zu erwartende "Anschläge auf Israel" finden also jetzt höchstens noch als vereinzelte Terroraktionen gegen Besatzungstruppen im Libanon statt - und die militärischen Vergeltungsmaßnahmen können gleich vor Ort vorgenommen werden. Unter solchen Voraussetzungen kann es dann vielleicht auch demnächst wieder "Selbstbestimmung für die Libanesen" geben, vorher aber wohl noch eine internatio- nale Friedenstruppe, die - garantiert ohne Beteiligung und Ein- fluß der SU - die von Israel für unzuverlässig angesehene UNO- Truppe mit nördlicher gelegenen Standorten ersetzt. Israel hat sich also ein reales Faustpfand für seine umfassende Zuständig- keit für die libanesische Staatsordnung geschaffen und dabei zugleich auch noch ein drittes Ziel erreicht, die Befriedung des letzten arabischen Staatsfeindes ----------------------------------------------- Nicht nur, daß es die längst für überfällig gehaltenen syrischen Raketen zerstört und die syrische Luftwaffe entscheidend ge- schwächt hat, also seine angeblich so bedrohte schrankenlose Luftüberlegenheit praktisch bewiesen hat. Es hat unter Androhung totaler Vernichtung und dem darauf berechneten zweiseitigen Waf- fenstillstandsangebot auch die letzte erklärte Staatsmacht, die gegen Israel die Existenz der Palästineaser im Libanon garantie- ren wollte und sollte, zum Offenbarungseid gezwungen, daß sie lieber die Befreiungskämpfer unter den Augen ihrer Soldaten ab- schlachten lassen, als einen Krieg zu riskieren, der Syrien wohl endgültig jedes Einflusses auf den Libanon beraubt hätte. Wie selbstverständlich hat Israel die Bedingungen des Waffenstill- stands diktiert, an den sich Syrien peinlichst hält, hat den Sy- rern Rückzugsstraßen vorgeschrieben, auf denen kontrolliert wird, daß keine Palästinenser entkommen, und äußert sich verständnis- voll und anmaßend über die syrische "Verpflichtung" und "Schwierigkeit", diesen Diktaten nachzukommen und zugleich "sein Gesicht zu wahren": "Ich möchte Ihnen sagen, daß ich nicht an Ihrem Mut zweifle. Aber Sie haben die Verentwortung, Ihre Soldaten vor dem Tod zu schüt- zen und für die Zukunft vorzusorgen. Das erfordert noch mehr Mut.", ließ der israelische Kommandant an den syrischen Befehlshaber in Beirut verlauten, während auf Flugblättem die Syrer zum Rückzug aufgefordert und der Bevölkerung das totale Bombardement angekün- digt wurde. Der Aggressor droht dem gerade bombardierten und ge- schwächten feindlichen Mitzuständigen im Libanon, ihn ja nicht zu provozieren und bei seinem blutigen Handwerk zu stören, sonst werde er sich als im Kriegszustand mit Syrien befindlich betrach- ten. Und dadurch, daß die Syrer darauf eingegangen und, ist den Israelis wahrhaftig der Erfolg beschieden worden, ungestört den Libanon zu säubern und durch eine einzige erfolgreiche Schlacht gegen die östlich unterstützte Macht den Staatenfrieden zu si- chern. Nicht nur, daß jede drohende Eskalation des Krieges durch diese Drohungen ganz selbstverständlich in die Verantwortung der Syrer, respektive der Sowjetunion gefallen wäre; diese Eskalation hat sich sogar als überflüssig erwiesen, die Syrer haben ohne Ka- pitulation kapituliert und dagegen ist der mit einigem toten Ma- terial bezahlte englische Sieg auf den Falklands eine vergleichs- weue mühsame Sache gewesen. So ist an der letzten noch "unsicheren" Grenze die israelische Selbstverteidigung zu einem Abschluß gekommen, der Israel offizi- ell in den akzeptierten Rang einer durch die arabischen Staaten jedenfalls nicht beschränkten Ordnungsmacht erhebt. Auch der letzte Staatenfeind hat zugestanden, daß er einer Konfrontation so ziemlich um jeden Preis aus dem Wege geht, solange nicht Is- rael selbst beliebt, ihm seine Existenz streitig zu machen: An Syrien - und diesmal im Vergleich zu früher sogar ziemlich unblu- tig - hat Israel mit der Besetzung der Golanhöhen und dem dik- tierten Waffenstillstand die Logik des Westens stellvertretend exekutiert, mit der der ganze Nahe Osten befriedet worden ist: Daß nur Zurückhaltung gegenüber Israel, und dies nur und am si- chersten bei freundlichen Beziehungen zum Westen, den eigenen Staat vor israelischer Verteidigung schützt - und daß bei solcher Friedensstiftung auf den Einfluß der Sowjetunion kaum zu rechnen ist. Die Friedensstrategie des Westens - ----------------------------------- kein sinnloser Krieg für die NATO --------------------------------- "Die NATO: Krieg verhindern - den Frieden sichern." (Offizielle Parole des Bonner-NATO-Gipfels) Die Unverfrorenheit des israelischen Vorgehens hat seinen letzten Grund allerdings sicher nicht allein oder vornehmlich in seiner bewiesenen und schließlich früher schon gegen arabische Staaten an allen Fronten bewiesenen militärischen Überlegenheit. Umge- kehrt beruht ja diese Überlegenheit auf der Verfügung über die modernsten Waffensysteme des Westens, also auf der Unterstützung durch die Mächte, die im Nahen Osten "ihre Interessen" auf dem Spiel stehen sehen und neben den eigenen "schnellen Eingreiftrup- pen" in Israel einen Frontstaat vor Ort unterhalten, Wenn Israel jetzt all die sicherheitspolitischen Anliegen und mehr durch- kämpft, die es aufgrund amerikanischen Einspruchs im letzten Jahr noch zurückgestellt hat, dann findet damit auch ein Übergang in der NATO-Strategie statt und die Absicherung des gesamten Nahen Ostens einen vorläufigen Abschluß. Und der ist von vornherein auf mehr berechnet als die todsichere Garantie des Staates Israel. Die von den USA signalisierte Freiheit an Israel, die im letzten Jahr noch für unerwünscht erklärte bedingungslose Konfrontation mit der PLO, mit Syrien und damit auch unmittelbar mit der SU aufzumachen, ist gerade angesichts der paar matten Distanzierun- gen, die schon immer zum Szenario von Nahostkriegen gehört haben, unübersehbar und wird auch von niemandem ernsthaft bestritten. Das bißchen Rückversicherung bei den arabischen Staaten, das zy- nische Angebot von etwas "humanitärer Hilfe" für die Opfer und die paar deklamatorischen Verurteilungen Israels von europäischer Seite sprechen da eine mindestens so deutliche Sprache wie die kaum verhüllte amerikanische Unterstützung und Kontrolle des is- raelischen Vorgehens. Es war ja schon immer bewährte NATO-Übung, Israel die Mittel und die freie Hand zu geben, die genehmen Fakten zu schaffen, auf de- ren Grundlage dann die diplomatische Einordnung und Benutzung für die Verbesserung der Beziehungen zu den arabischen Staaten von- statten ging. Und die bisher geltend gemachten Vorbehalte haben sicher nichts mit einem prinzipiellen westlichen Interesse an ei- ner Aufrechterhaltung des erreichten Status quo im Nahen Osten zu tun, sondern entspringen einer sehr konsequenten und strikt, durchgezogenen Kalkulation über Zeitpunkt, Voraussetzungen und Weise der endgültigen Friedensstiftung. Immerhin sollte ja ge- währleistet sein, daß das unter amerikanischer Schirmherrschaft zustandegebrachte Einvernehmen zwischen der alten und neuen NATO- Bastion Israel und Ägypten nicht in Mitleidenschaft gezogen wird, also erst zu Ende gebracht wird. Immerhin sollte ja vor allem erst noch die Neudefinition westlicher Ansprüche gegen die So- wjetunion, das Verlangen nach weltpolitischer Enthaltsamkeit so- gar gegenüber westlichen Erpressungsmanövern im Ostblock, an den gerade aufgemachten "Konfliktherden" Polen, Lateinamerika, Angola und nicht zuletzt Libyen erprobt und durchgesetzt, werden. Auch dieser Krieg ist also weder "ausgebrochen", noch ist irgend- wer in ihn "hineingeschlittert" oder durch ihn "in Schwierigkei- ten" gebracht worden - außer der SU. Nachdem Polen als bleibender Stachel im Ostblock etabliert ist, nachdem die SU in Mittelame- rika ihre Zurückhaltung bewiesen hat, nachdem sie den erklärten Weltunterterroristen Libyen zur praktischen Friedlichkeit hat zwingen lassen, erlaubt sich das westliche Militärbündnis jetzt, durch Israel eine weitere weltkriegsträchtige Probe auf sowjeti- sche Friedensliebe zu veranstalten. Und das ist mehr als nur ein Test. Es ist die nach bewährtem Muster durchgesetzte Erpressung, ehemals zugestandene Mitzuständigkeiten aufzugeben. Gerade in der Sicherheit, daß diese ehemalige "Krisenzone" längst fester Be- standteil westlicher Globalverteidigung ist, erledigt also die NATO jetzt die letzten Reste sowjetischen Einflusses. Die so viel beschworene friedliche Weltordnung, die angeblich durch die So- wjetunion laufend in Frage gestellt wird, wird nun auch in diesem strategischen Vorfeld der Sowjetunion vom Westen gewaltsam verän- dert, und an der Sowjetunion ist es, sich mit diesen neuen Fakten abzufinden. Sie hat den Frieden zu wahren und die drohende "Ausweitung des Konflikts" zu vermeiden. Die umfassenden Mittel und Freiheiten, die Israel gewährt werden, sind der Anspruch zunächst an Syrien, und dann an die Sowjetunion, nicht mit glei- chen Mitteln zu reagieren, wenn sie nicht die totale Konfronta- tion riskieren wollen. Der Fortschritt liegt also darin, die sowjetische Präsenz auf die Auffüllung der syrischen Bestände zu beschränken, sie so nachhal- tig aus einer auch und gerade für sie "lebenswichtigen" Zone zu verdrängen, daß jede politische oder gar militärische Gegenmaß- nahme wirklich den Tatbestand der Aggression erfüllt. Wenn Israel gebremst wird, dann zukünftig nur noch durch die USA. Damit hat der Westen wirklich und endgültig seinen Nahen Osten geschaffen und der SU die Mitwirkung bei seiner Ordnung entzogen, ihre letz- ten "Stellvertreter" einerseits so gut wie vernichtet und ande- rerseits zur Bedeutungslosigkeit und bedingungslosen Enthaltsam- keit verurteilt. Allenfalls als mäßigender Faktor Syriens ist sie noch geduldet, soll sich also als Bewahrer der Ordnung betätigen, wie sie von der NATO laufend zu ihren Ungunsten verändert wird. Und der Erfolg dieser Strategie macht die Westmächte keineswegs zufrieden, sondern anspruchsvoller, wie die unverschämten Lobsprüche Haigs über die kluge sowjetische Zurückhaltung bewei- sen. Was als Interesse an einer "Begrenzung" der Auseinanderset- zung erscheint, ist nicht mehr und nicht weniger als die Auswei- tung der NATO-Zuständigkeit arbeitsteilig in Gestalt von Israel, USA und Europa auch auf den letzten noch nicht einseitig geregel- ten und erledigten Streitpunkt in dieser Region. Hier ist also vom Westen sehr konsequent und bedenkenlos ein wei- terer Weltkriegsgrund geschaffen worden - und wie immer in der NATO-Strategie liegt es an der Sowjetunion, ihn nicht zu einem solchen werden zu lassen, sondern sich um den Preis wachsender Bedrohung zurückzuziehen. Die sowjetische Friedensstrategie - ----------------------------------- Anerkennung durch Verzicht auf Einmischung ------------------------------------------ "Breschnew hat auch in seinem zweiten Schreiben Sorge über die Gefahr einer Ausweitung des Konflikts ausgerückt. Die USA wie- derum sind natürlich besorgt, daß sich die Sowjetunion einmischen könnte. Aber ich würde die sowjetische Einstellung als erfreulich vorsichtig beschreiben." (US-Außenminister Haig) Die Sowjetunion hat sich bisher nach Kräften bemüht, diesem west- lichen Ansinnen zu entsprechen. Die zitierte diplomatische Inter- pretation von Haig bezeichnet die unterschiedlichen Positionen ziemlich deutlich. Während die USA die SU vor einer Einmischung warnen, die sie ganz selbstverständlich für sich in Anspruch neh- men, bekundet die SU Besorgnis über eine mögliche Eskalation, meldet also nur die Drohung an, man solle ihre Zurückhaltung nicht überstrapazieren. Mehr als die Garantie der Existenz Syriens und seiner formellen Mitzuständigkeit für den Libanon hat sie jedenfalls nicht vertre- ten. Und erst nach einer Woche geheimer Verständigung mit den USA und einer Woche Duldung des israelischen Blitzkriegs, also erst nachdem alle Fakten längst geschaffen waren, hat sie sich öffent- lich zur Unterstützung der Palästinenser und Syriens bekannt. "Die Sowjetunion stellt sich nicht nur durch Worte, sondern auch durch Taten auf die Seite der Araber." Während die SU auf der einen Seite aus ihrer weltpolitischen Kal- kulation die PLO vernichten läßt, wirft sie jetzt den arabischen Staaten demonstrativ vor, "der israelischen Vernichtung der Palä- stinenser im Libanon untätig" zuzusehen. Was da auf Grundlage der von Israel zustandegebrachten neuen Lage und ihrer faktischen An- erkennung durch die SU noch angemeldet wird, ist die Respektie- rung einer durch Syrien stellvertretend und durch die SU-Kontakte zu den USA direkt wahrgenommenen Mitverantwortung für den Liba- non. "Die Sowjetunion wird von ihrer Seite alles in ihrer Macht Ste- hende tun, um in dieser Region einen stabilen Frieden zu schaf- fen,", läßt der Kreml verlauten und signalisiert damit das Angebot, un- ter den neuen Voraussetzungen die "Krise" beizulegen. Was damit als sowjetisches Zugeständnis für den Nahen Osten übrigbleibt, ist also nur das Beharren darauf, daß die israelische Offensive die Existenz Syrtens respektieren müsse, und die geäußerte Erwar- tung an die amerikanische Seite, s i e solle jetzt Israel dementsprechend Einhalt gebieten. Der Hinweis auf sowjetische Sicherheitsinteressen - "Die Sowjetunion warnt Israel, in seinem Libanonfeldzug nicht zu weit zu gehen, da dieses Territorium an der südlichen Grenze der Sowjetunion liegt." - soll die USA zur Mäßigung Israels bewegen, anerkennt also, daß sowjetische Gegenmaßnahmen nur im Falle der Überschreitung der bezeichneten Grenzen entstehen, die man gerne vermeiden möchte. Anerkannt ist also auch längst, daß die NATO bis in die sowjeti- schen Sicherheitsvorfelder hinein lauter Bedrohungen schafft, de- ren Entschärfung durch Entgegenkommen dann in die Verantwortung sowjetischer Außenpolitik fällt. Um des Prinzips willen, in Kon- sultationen mit den USA irgendwie die wachsenden westlichen "Gefährdungen" der Weltordnung schiedlich zu regeln, überhaupt noch und in diesem Falle wieder mitzuständiger Verhandlungspart- ner zu sein, ist die Sowjetunion offenbar bereit, alle Grundla- gen, die ihren praktischen Einfluß gewährleisten, vernichten zu lassen, und damit für die Umstände zu sorgen, die die Freiheit für eine westliche Endlösung im Libanon bietet. Weil sich also die sowjetische Friedensliebe wieder einmal in der Zerreißprobe, der sie vom Westen unterworfen wird, bewährt, dis- kutiert die hiesige Öffentlichkeit die "Gefahr einer Ausweitung" des israelischen Libanonfeldzugs zum großen Krieg von vornherein nur hypothetisch. Daß die Sowjetunion diesen gravierenden Anlaß, einmal nicht nachzugehen und die Herausforderung ihrer Interessen mit Gegenmaßnahmen zu beantworten, ausschlägt, vermehrt aller- dings die Grunde für eine "Eskalation" zwischen West und Ost und ist alles andere als eine "Entspannung" der Lage im Nahen Osten. Mit jedem weiteren Schritt zurück, zu dem die neuen, von der NATO und ihren Vasallen geschaffenen Fakten, die SU zwingen, wird der Spielraum des Nachgehens enger, den sich der Osten noch leisten kann, ohne die Grundlagen seiner souveränen Existenz aufzugeben. Die von der SU aufgemachte Rückzugslinie, die da sehr bescheiden heißt, man möchte bei den anstehenden politischen Lösungen für die Region wenigstens noch "konsultiert" werden, schafft die Vor- aussetzung dafür, daß die nächsten Schläge Israels vermehrt so- wjetische Sicherheitsinteressen und Positionen treffen. Die Lage im Nahen Osten bleibt so ständige Quelle für weitere Schritte der NATO-Offensive gegen den Hauptfeind und ein Weltkriegsgrund er- ster Klasse. Insofern hat Begin untertrieben: Die 10.000 Toten des Libanonkriegs sind gewichtiger als die Leichen von Dresden und Coventry. *** Architekten eines Kapitels israelischer Geschichte -------------------------------------------------- Menachem Begin entwickelt geschichtliche Ambitionen eigener Art: "Was regt man sich über die Bombardierung Beiruts auf. Dresden wurde schließlich auch hingenommen." Itzhak Shamir Ein Freund der Endlösung. "Israels Außenminister sprach dieser Tage und in diesem Zusammen- hang von der Notwendigkeit der 'Eliminierung der palästinensi- schen Terroristen.'" (FR, 11.6.82) Ariel Sharon Sein Motto: "Wer wagt, gewinnt." "Begin möchte, daß ich die Drecksarbeit tue." Der richtige Mann auf dem israelischen Verteidigungsministerpo- sten! "Er wendet Gewalt um ihrer selbst willen an, Gewalt ist seine be- vorzugte Lösung." (nach Newsweek) Raphael Eitan "Draufgänger" (FAZ) Generalsstabschef. "Die Palästinenser legen eine Mine. Dann bin ich morgen in Beirut. Oder ihre gesamte Artillerie wird ausgeschaltet. Oder ihre Hauptquartiere werden ausgeschaltet." (Zeit, 9.6.82) Wer spricht denn da noch von möglichen Alternativen? "Eitan wird international als brillanter Gefechtstaktiker angese- hen. Diesem Ruf ist er bei der jüngsten Invasion des Libanon ge- recht geworden. 'Raful' hat sich endgültig seinen Platz zumindest in den israelischen Geschichtsbüchern erkämpft." (FAZ, 14.6.) Bild ansehen Rolling Thunder zurück