Quelle: Archiv MG - NAHOST IRAN - Von der islamischen Revolution

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       Wochenschau
       

ENDLICH MAL EIN TERRORANSCHLAG,

der in den Medien unter rein politischen Gesichtspunkten gewür- digt und ohne jede Emotionalität weder verurteilt noch ausdrück- lich nicht gebilligt wird. Bereits in ihrer Schlagzeile macht die "Süddeutsche Zeitung" vom 30. Juni deutlich, daß der bürgerliche Verstand bei aller moralischen Verurteilung durchaus den p o l i t i s c h e n Wert des Terrorismus zu würdigen weiß: "Beim Bombenanschlag in Teheran: Revolutionsrichter Beheschti und vier Minister getötet." Sachlicher kann man es nicht ausdrücken! Man erinnert sich an Vergleichbares in unseren Breiten: Unter "verbrecherischer Anschlag" wäre es da nicht gegangen und die Ak- tion hätte natürlich als "gemeiner Mord" figuriert und nicht ein- fach als fast schon wertfreies "getötet". Beim Opfer handelt es sich halt um einen "Revolutionsrichter" und nicht um einen demo- kratischen Staatsmann, der bestenfalls Beamte zu Richtern be- stellt. Kommt so einer um, so handelt es sich um ein "unfaßbares Verbrechen", während man das Attentat auf Beheschti einfach kom- men sehen m u ß t e. "Das Regime in Teheran hat sich zu viele Feinde geschaffen", heißt es im "Hintergrundbericht" auf Seite 3, wo der Massenmord auch gleich zum "Anschlag auf das Herz der Re- volution" avanciert. Der umgebrachte Parteichef wird dann als Fi- gur geschildert, "in deren gepflegten Händen... die meisten Fäden zusammenliefen, an denen die politischen Figuren der Islamischen Republik tanzten". Klammheimliche Freude ist das schon nicht mehr, vielmehr die leidenschaftslose Begutachtung, was ein Mord im Iran für uns hier im Westen an politischem Ertrag bringt: "Liberaler, toleranter, versöhnlicher gegenüber dem Westen wird die Islamische Republik ohne Beheschti kaum werden; mehr auf ihr Ansehen in der Welt bedacht auch nicht." Dennoch verhehlt Herr Rudolf Chimelli nicht, daß hier ein Schritt in die richtige Rich- tung getan wurde. Kommentarlos läßt er nämlich das Schick des Ayatollah-Montaseri-Sohns Mohammed folgen, der gesagt haben soll, daß "Allah Antikapitalist ist. Wenig später war Montaseri tot." Wenn diese Tendenz anhält, werden der Islamischen Republik schon noch die Flausen ausgemerzt werden, die ihrer Benutzung durch den Westen im Wege stehen. zurück