Quelle: Archiv MG - NAHOST GOLFKRIEG-2 - Es ging um mehr als 'unser' Öl
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"WARUM HAT DIE FRIEDENSBEWEGUNG NICHT SCHON
IM SOMMER GEGEN SADDAM HUSSEIN DEMONSTRIERT?"
Gestellt wird diese Frage von NATO-Generalsekretär Wörner und an-
deren demokratischen Friedensfreunden. Und jeder weiß, daß diese
Herrschaften keine Frage aufwerfen, sondern klarstellen, daß sich
die jetzigen Friedensdemonstrationen nicht gehören. Deswegen wol-
len sie eine Antwort auch lieber gar nicht hören, obwohl die im
Grunde gar nicht schwer ist:
Wahrscheinlich haben friedliebende Bürger damals gemeint, der
Aufmarsch von mittlerweile 700 000 Soldaten mit entsprechendem
Gerät in der Golfregion wäre ausreichend als "Demonstration gegen
die Verbrechen des Saddam Hussein". Und das ist ja wohl ganz in
Wörners Sinn oder hätte er die Antwort auf Saddam Hussein lieber
den Friedensdemonstranten als den Truppen des Westens anvertraut?
Wahrscheinlich haben die Leute, die jetzt demonstrieren, damals
gemeint, sie bräuchten sich nicht einzumischen; ihre Regierungen
würden schon alles zum Besten regeln. Wahrscheinlich haben sie
schon damals nicht unterscheiden können zwischen den Ordnungsauf-
gaben, für die die alliierten Streitkräfte wirklich aufmarschiert
sind, und dem, was sie sich als besorgte Bürger dabei alles ge-
dacht hatten. Sie haben an die hochoffizielle Lüge geglaubt, die
USA und ihre Verbündeten wäre recht eigentlich für die Sicherung
schöner menschenfreundlicher Verhältnisse im Nahen Osten und
überhaupt in aller Welt unterwegs.
Sie hätten wirklich besser daran getan, schon damals die verlo-
gene Moral des westlichen Aufmarschs zu durchschauen und sich mit
dessen wirklichen politischen Zwecken zu befassen. Aber ob das in
Wörners Sinne gewesen wäre?!
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