Quelle: Archiv MG - NAHOST GOLFKRIEG-2 - Es ging um mehr als 'unser' Öl
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WIEVIEL TOTE DÜRFEN ES SEIN?
Eins muß man der Friedensforschung ja lassen: Konsequent ist sie.
Wenn man schon die Kriegsziele in hohe ethische Güter, nach denen
wir alle lechzen, verwandelt hat, dann soll man bei den dafür an-
fallenden Leichen nicht zimperlich sein:
"Sind 'indirekte' Angriffe auf die Zivilbevölkerung, die dieser
nicht gelten, sie aber zwangsläufig in Mitleidenschaft ziehen,
moralisch vertretbar? Wenn man dies grundsätzlich verneint, so
optiert man unter den Bedingungen der modernen Kriegsführung
praktisch für den Pazifismus. Dann verstößt auch die alliierte
Militäraktion bereits jetzt gegen das Prinzip des ius in bello
und kann moralisch nicht gerechtfertigt werden." (Analysen zum
Golfkrieg, Arbeitsgruppe Friedensforschung, Verein für Frieden-
spädagogik Tübingen)
Gegen erschossene Soldaten kann ja eh keiner was haben. Und bloß
wegen ein paar gemetzelter Zivilisten schon gegen Krieg zu sein,
wie sollte man da jemals eine Militäraktion als Dienst am Frieden
begreifen können? Lösung:
"Eine Handlung kann demnach moralisch akzeptabel sein, wenn das
dabei Unschuldigen zugefügte Leid einen zwar vorhersehbaren, aber
nicht - weder als Ziel noch als Mittel - beabsichtigten Nebenef-
fekt darstellt." (S. 10)
Als Anhänger der "Theorie des gerechten Krieges" muß man sich
schon eine perverse Moral zurechtlegen!
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