Quelle: Archiv MG - NAHOST GOLFKRIEG-2 - Es ging um mehr als 'unser' Öl
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"WO BLEIBT DER PROTEST GEGEN HUSSEIN?"
So lautet der Generaleinwand gegen jede Kritik an den westlichen
Kriegsparteien. E i n ä u g i g k e i t werfen solche Leute der
Friedensbewegung und anderen vor.
Das ist verlogen.
1
Dieser Einwand will nämlich nicht die Kritik am Krieg der USA und
ihrer Bündnispartner e r g ä n z e n um die des Irak. Er will
sie e r s e t z e n. Deswegen w a r n e n die Erfinder dieses
Arguments vor einem zunehmenden Anti-Amerikanismus. S t a t t
einer Kritik an den westlichen Alliierten wollen sie das Volk auf
den Schuldspruch gegen den Irak einschwören, dessen militärische
Vollstreckung in vollem Gange ist.
2
Der MARXISTISCHEN GRUPPE und anderen ist der nationale Expansio-
nismus eines Hussein nicht verborgen geblieben, der niemandem an
Großdeutschland auffallen will. Daß auch das nationale Programm
Iraks über Leichen geht, hat sie nicht erst seit dem 2. August
kritisiert. Diese Kritik galt schon dem achtjährigen Krieg gegen
den Iran. Das war 1980. Zu einem Zeitpunkt also, als dieselben
Leute, die h e u t e mit ihrer Heuchelei den Prostest gegen
Hussein annahmen, dem irakischen Krieg halb gleichgültig, halb
wohlwollend im Geist beigewohnt haben. Da waren Proteste gegen
Hussein deplaziert bis verpönt. Denn daß er sich gegen den
Kriegsgegner Iran richtete, das paßte den westlichen Hauptstädten
gut in ein Konzept, das streckenweise sogar beide Parteien groß-
zügig mit Kriegsgerät versorgte.
3
So e i n ä u g i g denken Nationalisten, die ihre Empörung im-
mer an der jeweilig gültigen R e g i e r u n g s linie ausrich-
ten und deshalb vor keiner Heuchelei zurückschrecken.
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