Quelle: Archiv MG - NAHOST GOLFKRIEG-2 - Es ging um mehr als 'unser' Öl


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       Kleinkrämerische Rechnungen bei einem Bombengeschäft
       

DÜRFEN DIE USA AM KRIEG VERDIENEN?

Der Golfkrieg ist zu Ende, die Amerikaner rechnen seinen Preis hoch und die deutsche Regierung überweist vertragsgemäß ihren Scheck über den von ihr noch ausstehenden Beitrag zu den Kriegs- kosten. Also alles in Butter, sollte man denken: Im Verein mit der UNO ist die Bundesrepublik bei den USA als Mitbesteller einer Dienst- leistung aufgetreten, die aufgrund der dafür nötigen Kapazitäten und dem erforderlichen know-how nur unser großer westlicher Ver- bündeter hundertprozentig bereitstellen konnte. Der Preis dafür war vorher festgesetzt, und die Amis haben schneller und sauberer geliefert, als es die internationale Kundschaft erwartet hatte. Kuwait ist befreit, dem irakischen Diktator sind seine Grenzen aufgezeigt worden und die "unerträgliche Verletzung des Völker- rechts" ist beendet - alles in allem also ein rundweg vorbildli- ches Geschäft der in Sachen kriegerischer Weltaufsicht bewährten Exportnation. Und jetzt müssen die USA den Äußerungen gewisser Kundenkreise entnehmen, daß ein anständiger Gewinn unanständig sein soll, weil in diesem Fall die Ware aus Krieg bestand. Der Bonner Finanz- minister jettet nach Washington, läßt sich von seinem amerikani- schen Amtskollegen Zahl und Kosten der Bombeneinsätze vorrechnen und rechtet mit ihm über einen Kostennachlaß, weil der Sieg schneller geliefert wurde als ursprünglich angenommen, also die Kostenkalkulation auf einer anderen Terminplanung basierte. Der Lieferant ist verärgert und besteht auf der vollen Auszahlung der Restbeträge, und Waigel muß einsehen, daß da nichts geht. "Leistung muß sich lohnen" - dieser eherne Grundsatz des Ge- schäftserfolgs muß eben auch für unsere Freunde in den USA gel- ten. Die notorischen Buchhalter von der SPD meckern immer noch und fordern Rabatte für nichtangefallene Leichen - so als ob sie mehr bestellt und dann weniger geliefert bekommen hätten. Und dann wollen sie dem Waigel noch einen unsoliden Umgang mit Steuer- geldern anhängen, bloß weil der mit der Auszahlung in Dollar statt DM ein Schnäppchen machen wollte, wo der doch damals noch so billig war. Das ist typisch SPD - erst Krieg mitbestellen und dann die Zeche prellen wollen. zurück