Quelle: Archiv MG - LATEINAMERIKA URUGUAY - Militärdemokratie im Aufschwung


       zurück

       Wochenschau
       

"SIEG DER DEMOKRATIE" IN URUGUAY

Nach 10 Jahren Militärdiktatur sind die damaligen Oppositionellen von den Tupamaros tot, im Exil oder im Zuchthaus. Der einzige Parteiführer, der den "Nationalpakt" mit den Militärs zur Macht- teilung nach den Wahlen nicht unterschreiben wollte, wurde bei seiner Rückkehr aus dem Exil sofort eingesperrt. Der bekannteste Exponent des Linksbündnisses durfte wegen Aberkennung des passi- ven Wahlrechts nicht kandidieren. Die Wahlveranstalter vom Mili- tär erklärten dem w a h l p f l i c h t i g e n Volk, nur ein Sieg ihrer zivilen Vertragspartner "eröffne den Weg für eine Amnestie." Ein sehr überzeugender "Wahlschlager" für die Urus, unter denen jede dritte Familie einen Angehörigen im Knast oder im Ausland hat. Gewonnen haben schließlich die "Colorados", deren Präsidentschaftskandidat Sanguinetti die Verdienste der Gorillas bei der "Ausmerzung der Guerilla-Bewegung" ausdrücklich anerkennt und sich vorab bereit erklärt hat, in einem "Staatsrat" die Macht mit dem Oberkommandierenden der 3 Waffengattungen "zu teilen." Im Unterschied zu Nicaragua also "gibt es an der Korrektheit der Wahl nicht den geringsten Zweifel." (FAZ) Echten Volkswillen er- kennt man halt sofort an der Politik, der er zustimmt. zurück