Quelle: Archiv MG - LATEINAMERIKA GRENADA - Erledigt
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Der demokratische Weltfrieden
Kein Tag ohne Krieg
Demonstration der MARXISTISCHEN GRUPPE am 29.10. in Bremen
GEGEN DIE US-INVASION IN GRENADA!
Der Weltfrieden des Westens heißt 3. Weltkrieg!
Jeweils über 3000 Demonstranten folgten am Freitag in Tübingen,
am Samstag in Bremen dem Aufruf der Marxistischen Gruppe zum Pro-
test gegen die US-Invasion in Grenada und gegen den Weltfrieden
der NATO, der 3. Weltkrieg heißt.
Der Weltfrieden des Westens heißt 3. Weltkrieg!
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Das behaupten wir. Das halten Sie sicherlich mal wieder für
ü b e r t r i e b e n - Das g l a u b e n Sie nicht.
Uns sind Einwände gegen unsere Behauptung geläufig, die heißen:
Wieso "Weltkrieg" - das war doch bloß die Besetzung einer kleinen
Insel in der Karibik?
Wieso "Westen" - das war doch eine Aktion der USA? Und bundes-
deutsche Politiker haben sich doch einhellig von diesem Vorgehen
distanziert?
E r s t e n s: Was soll mit diesem "bloß" eigentlich gesagt sein?
Sind deutsche Bürger so abgebrüht, daß Leichen sie erst erschrec-
ken, wenn sie in ausreichender Zahl anfallen? Müssen es immer
gleich ein paar Millionen sein, damit man als Deutscher sagen
kann: schrecklich, schrecklich? Dann haben westliche Politiker ja
in den letzten 35 Jahren gute Arbeit geleistet: Am Maßstab des
Krieges gemessen, den sie gegen den Osten vorbereiten, sind alle
Kriege, die sie in den letzten Jahren in allen Weltgegenden ange-
zettelt haben, der reinste Frieden. So kann man sich eben auch
daran gewöhnen, daß nichts selbstverständlicher ist als das Hin-
machen von Leuten im Staatsauftrag!
Deutsche Bürger stört kein Krieg - dient er nur dem NATO-Sieg!
Oder soll mit dem "bloß" gemeint sein: wegen G r e n a d a ris-
kiert doch die S o w j e t u n i o n keinen Weltkrieg? Der We-
sten aber schon, oder? Die U S A überfallen einen Zwergstaat,
weil der sich von Kubanern einen Flughafen bauen läßt statt
gleich eine amerikanische Militärbasis. Die USA kalkulieren ganz
offen damit, daß dies von der Sowjetunion als Angriff auf einen
Verbündeten begriffen wird. Die USA stellen sich deshalb weltweit
das Waffenarsenal hin, das die Sowjetunion daran hindern soll,
auf solche Militäraktionen ebenfalls mit dem Einsatz des Militärs
zu reagieren. Und das - Krieg f ü h r e n und damit
k a l k u l i e r e n, daß die Sowjetunion sich nicht t r a u t
- soll den Frieden sicherer machen? Wo jeder neue Übergriff des
Westens, jede gelungene Bestreitung sowjetischen Einflusses für
den Westen nur ein Grund ist, gegenüber dem Osten n o c h un-
verschämter zu werden - getreu dem Motto: die Sowjetunion ist ein
Störenfried des Weltfriedens - sie muß weg!
Der NATO-Zweck ist Russen weg - das heißt Krieg!
Z w e i t e n s also: von wegen eine Aktion der USA!
Was verschafft denen denn die Freiheit, einfach einen anderen
Staat zu überfallen, dessen Bürger niederzumachen, die Regierung
abzusetzen und eine neue zu installieren, ohne daß ihnen dabei
irgendjemand in den Arm fällt? Das haben sie ja wohl nicht zu-
letzt der tatkräftigen Unterstützung ihrer Politik durch ihre
Verbündeten zu verdanken! Wer hat sich denn in Europa mit der
zweitgrößten Armee des Westens als "Frontstaat" eingerichtet? Wer
stellt denn sein Land mit Raketen voll, gegen die Russen? Wer
stattet denn derzeit die Saudis mit Waffen aus, die nur einen
Zweck haben, den Russen auch noch an der Südwestflanke ein
"Gleichgewicht" aufzumachen?
D r i t t e n s deshalb auch: eine nette Kritik, die bundesdeut-
sche Politiker an dem Einsatz militärischer Gewalt seitens der
USA vorzubringen haben!
Was wirft die zweitgrößte Militärmacht im westlichen Bündnis denn
der größten Militärmacht vor?
- Unglaubwürdig soll sich der Westen gemacht haben, weil der Ein-
marsch gegen das Völkerrecht verstoßen habe. Und was wäre, wenn
der gleiche Angriff mit ausdrücklicher Kriegserklärung und vorhe-
riger Benachrichtigung der betroffenen Regierung erfolgt wäre?
Dann ginge er wohl in Ordnung? Na klar. Den Leuten, die dabei um-
kommen, kann es wohl ziemlich egal sein, ob sie mit oder ohne Be-
rufung auf die Regeln des Kriegsführens hingemacht werden!
- Grenada ist doch so klein und gar keine w i r k l i c h e Ge-
fährdung der USA. Ja - und wenn Grenada "groß" und eine
"wirkliche Gefährdung" gewesen wäre? Geht dann der Einsatz des
Militärs in Ordnung? Na klar. Der Einwand heißt im Klartext: die
Russen waren dort ja gar nicht. Eben, sagt die US-Regierung. Das
wollten wir ja verhindern, daß sie sich dort festsetzen. Einig
ist sich diese Kritik also mit den USA: dort, wo die Sowjetunion
eine wirkliche Gefahr sein k ö n n t e - dort muß sie bekämpft
werden. Dort gibt es für den Westen allen Grund, gegen die Russen
Krieg zu m a c h e n.
Und das heißt ja wohl: das bloße Vorhandensein von Russen in
Weltgegenden, wo "wir" sie nicht haben wollen, ist bereits eine
"Gefährdung" von "uns". Wir bestimmen, wo sie sein dürfen und wo
nicht, und deshalb ist es am besten, sie würden ganz von der
Bildfläche verschwinden, weil sie dann ganz bestimmt nirgends
mehr hinkönnen.
Bei jeder Ami-Schlächterei - Kohl und Genscher sind dabei!
Für Bürger der BRD ist es äußerst schädlich, sich diesen Ge-
sichtspunkt zu eigen zu machen: Grenada geht nicht in Ordnung
weil nicht wirkliche Russengefahr, Verteidigung in Europa geht in
Ordnung, weil wirkliche Gefahr... Daraus folgt nämlich: Russen
raus aus Osteuropa, deshalb Bundeswehr, Pershing II, deshalb auch
Atomraketen auf den Kopf der "Brüder und Schwestern" in der DDR.
Wer sich dem Urteil anschließt, daß die BRD sich gegen die So-
wjetunion verteidigen muß, der denkt überhaupt nicht mehr daran,
was er eigentlich davon hat, wenn diese Verteidigung durchgeführt
wird. Dem ist es selbstverständlich, daß er sich für diesen
selbsterteilten Verteidigungsauftrag seines Staates zur Verfügung
zu halten hat. Und der sollte ehrlicherweise auch aufhören zu be-
haupten, er könne nicht glauben, daß deutsche Politiker einen
Weltkrieg wollen und vorbereiten. Denn:
S o n i c h t! heißt die versammelte Kritik westlicher Staats-
macher an ihren amerikanischen Freunden. Die Frage stellt sich
dann ja wohl: wie dann? Russen raus, heißt der gemeinsame Stand-
punkt. Ja, und wenn sie o h n e Weltkrieg nicht g e h e n?
Wenn sie nun einmal nicht "freiwillig" der Gewalt weichen, die
der Westen ihnen von der Karibik über Japan, Südkorea, den Nahen
Osten, Afrika bis Europa aufmacht? Ja dann...
Grenada, Tschad und Libanon - so geht der 3. Weltkrieg an!
Sind dann treue Bürger der Bundesrepublik mit ihren Politikern
f ü r einen Weltkrieg? Die Politiker jedenfalls tun alles, damit
dieses Programm denen einleuchtet, die dann die Einberufungsbe-
fehle bekommen. So geht 35 Jahre "Friedenssicherung". So geht
Kriegsvorbereitung!
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