Quelle: Archiv MG - KULTUR SPORT - Verrückte im nationalen Dienst

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       Münchner Hochschulzeitung Nr. 5, 14.12.1983
       

KULTURNOTIZEN

Die w e s t d e u t s c h e n F u ß b a l l m a n n s c h a f- t e n sind letzte Woche mit Bayern München in London aus allen europäischen Wettbewerben ausgeschieden. Jenseits einer Wertung in balltreterischer Hinsicht, ob das nun "verdient" oder "unverdient" passieren konnte, bleibt festzuhalten, daß dieses Ergebnis im europäischen Sinne von ausgleichender Gerechtigkeit ist: Diese unsere so rundum erfreuliche Republik hat das meiste Geld, die meisten Soldaten, seit kurzem auch die meisten Raketen, und der Rest des Kontinents tanzt nach der Bonner Pfeife. So kann es die Gemütslage der Anrainer nur positiv befördern, wenn wenigstens die Bundesliga nicht mehr "die stärkste der Welt" ist. Und auch hierzulande selbst kann die ewigen Verlierer die von ihren Zeitungen und ihren Fernsehreportern angestachelte Trauer über den Verlust an Fußballprestige über den verglichen damit vergleichsweise zu verschmerzenden Verlust an Lohn und Arbeitsplätzen hinwegtrösten. "Davon geht die Welt nicht unter!" meint Karl-Heinz Rummenigge, und: "Unsere Moral bleibt ungebrochen." Und das ist doch die Hauptsache, beim Fußball fast wie im richtigen Leben... zurück