Quelle: Archiv MG - KULTUR SPORT - Verrückte im nationalen Dienst

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DER FUSSBALLFAN

hat's auch nicht leicht. Einerseits ist er eine enorm wichtige Figur. Denn was wäre unsere EM-Elf ohne den "12. Mann" auf dem Platz. Ein begeistert gröhlendes Publikum, das die Mannschaft mit "Deutschland, Deutschland"-Rufen anfeuert - das ist eine "Super- Stimmung" und gefällt jedem Kommentator. Daß "unsere Jungs" zu gewinnen haben, versteht sich sowieso von selbst. Über "unsere Siegpläne gegen Holland" und die Taktik, "wie wir die Orangen pflücken", informieren Bild-Zeitung und Fernseh-Sondersendungen. Der Fan hat diese Schlachtpläne zur Kenntnis zu nehmen und hin- terher im Stadion 1 1/2 Stunden lang für "seine Mannschaft" und ihre keineswegs "unnötigen Fouls" zu brüllen wie ein Irrer. Dann ist alles bestens. Andererseits soll der Fan die bedingungslose Unterstützung "seiner (National-)Mannschaft" dann aber auch wieder lassen. Er darf zum Beispiel nicht den "12. Mann" der Gegnermannschaft auf der Tribüne durch "geschickten Körpereinsatz" ausschalten. Nach dem Abpfiff hat er sein Geschrei schlagartig wieder abzustellen. Und obwohl der Sieg der "eigenen Mannschaft" fraglos berechtigt war - darf er weder nach einer Niederlage seine ehrliche Wut noch nach einem Sieg seine übermächtige Freude ungehemmt austoben. Ausgerechnet dann soll er sich denken, daß Fußball doch bloß ein Spiel wäre, und womöglich noch mit dem "feindlichen Fan" einen auf Völkerverständigung machen. Ist das nicht ein bißchen viel verlangt? Also keine falsche Kritik an "Fußball-Raudis". Sie wol- len doch auch nur Deutschlands (Englands, Hollands, Italiens...) Bestes. Und seit wann wären Nationen im Umgang miteinander jemals zimperlich?! zurück