Quelle: Archiv MG - KULTUR SPORT - Verrückte im nationalen Dienst
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STAATSTRAGENDER HIRNSCHWUND
kennzeichnet die Auseinandersetzung zwischen Politikern und Ver-
bandsvertretem der 'Deutschen-Muskelschwund-Hilfe e.V. (DMH)'.
C h r i s t l i c h - s o z i a l e M e n s c h l i c h k e i t
demonstriert das angesprochene Arbeitsministerium mit seiner Ab-
lehnung eines Früherkennungstests für die unheilbare Krankheit,
der Eltern immerhin von der Zeugung weiterer erblich todgeweihter
Kinder abhalten könnte. Die 10.- DM scheinen den Verantwortlichen
für ein brauchbares Arbeitsvolk eine untragbare Last - nein, na-
türlich nicht für den Staat, sondern für die betroffenen Eltern
und Kinder:
"Der Test muß auch deswegen abgelehnt werden, da er Eltern und
betroffene Kinder nur wesentlich früher unter den enormen psycho-
logischen Druck eines kommenden unabwendbaren Schicksals stellt,
aber den Krankheitsverlauf leider nur unwesentlich beeinflussen
kann."
Schicksal! Sorge um die Volksgesundheit und Arbeitsfähigkeit so-
wie die Senkung der Gesundheitskosten ist eben nicht dasselbe wie
Krankheitsverhütung oder auch nur noch so billige Vorsorge.
T r e u d o o f e s U n v e r s t ä n d n i s gegenüber dieser
harten Wahrheit bewies der neue Vorsitz ende des DMH-Kuratoriums
Uwe Seeler, das Fußballidol, das sich qua Profession für diesen
menschlichen Ehrenjob berufen fühlt ("Wir sind die richtigen An-
sprechpartner, wir haben unser Geld durch Muskeln verdient.").
Uwe, der früher Bälle bevorzugt per Kopf ins Tor beförderte, be-
fördert jetzt mit demselben Illusionen über seinen
"Ansprechpartner".
"Daß man so was schreiben kann, ist für mich unverständlich."
An der Muskelarbeit kann's nicht liegen, wenn "Uwe, Uwe" (samt
Jupp Derwall und deren Sportprofis) ausgerechnet in diesem Fall
an die Menschlichkeit des Sozialstaates appelliert. Eher schon am
Einsatz für die Nation, der er als Prominenter jetzt auch mensch-
lich dienen will. Das muß ja unheilbar aufs Hirn schlagen!
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