Quelle: Archiv MG - KULTUR ALLGEMEIN - Vom Zeitgeist
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Probleme mit der Jugend?
SCHLAFFIS UND KRAWALLOS, POPPER UND PUNKS, DISCO-HÄNGER
UND HAUSBESETZER, FIXER UND DIE GANZ NORMALEN
Die Unzufriedenheit mit der Jugend ist älter als die bürgerliche
Gesellschaft. Daß die Jungen "nicht mehr so sind, wie wir frü-
her", beklagte schon Platon, der deshalb gern zitiert wird, um
die Harmlosigkeit des "Problems Jugend" darzutun. Denn der Si-
cherheit, daß die Jungen anständige Mitglieder der Gesellschaft
erst noch werden müssen - und das so zu gehen habe, wie bei der
Vätergeneration - steht doch in aller Regel das Verständnis für
die Jugend gegenüber: "Mein Gott, die sind halt noch jung."
Daß die Jugend erst noch werden muß, was sie noch nicht ist,
diese negative Bestimmung einer Zeit des Werdens ist der grund-
sätzliche bürgerliche Irrtum, was die Beurteilung der Jugend an-
belangt; zugleich Anlaß zu allerlei alberner Besorgnis, so als ob
das Heranwachsen auch nicht gelingen könne. Da wird eine
"Sinnkrise" der Jugendlichen ebenso leicht konstatiert wie Ver-
säumnisse der Erwachsenenwelt, und öffentlich sorgt man sich
sehr, ob "diese jungen Leute auch in unsere Gesellschaft hinein-
wachsen". Ja wohin denn sonst?
Das Problem hat es wirklich noch nicht gegeben, daß eine Gesell-
schaft auf einmal ihren Nachwuchs verlieren würde. Über die
grundlose Sorge um das Gelingen des Erwachsen-W e r d e n s wird
völlig übersehen, was die Jugendlichen sind und daß sie durchaus
schon alles sind, was sie noch jemals werden. Man braucht zwi-
schen 12 und 20 nicht erst noch in eine Gesellschaft hineinzurei-
fen, in der man schon ein Dutzend - Lebensjahre verbracht hat,
ebensowenig dient diese Zeit der Vervollständigung von Wissen und
Fertigkeiten zur Vorbereitung auf das Berufsleben unterscheiden
sich doch die intellektuellen Fähigkeiten eines Fünfzehnjährigen
in nichts von denen eines Erwachsenen doppelten Alters: es wird
doch nichts mehr dazugelernt.
Die Ideologie der Reifung behauptet einen Nutzen dieses Lebensab-
schnittes für den Jugendlichen, er lernt, was er braucht, er
wird, was er werden soll, um seinen Erfolg in der Welt der Berufe
zu finden. Man erachtet die Jugendlichen als Subjekt ihrer Le-
bensgestaltung - und zwar auch und gerade dann, wenn in den Be-
dingungen des Erfolgs all die Anforderungen aufgelistet werden,
an deren Erfüllung die Jugend gemessen wird. Tatsächlich beziehen
die Lebensalter ihre eigentümlichen Charaktere ausschließlich von
der verschiedenen Benutzung, die die kapitalistische Gesellschaft
mit den Altersgruppen vornimmt. Dementsprechend ist die Jugend
keineswegs ein "Noch-nicht", sondern genau das, als was sie von
Staat und Kapital benutzt wird. Eine Gesellschaft hat also nicht
- wie pädagogische Sauertöpfe gern vermelden - die Jugend, die
sie "verdient", sondern diejenige, die sie braucht. Was sollen
junge Leute auch anderes machen, als sich auf das einstellen, was
auf sie zukommt. Ausgerechnet von denen, die noch nichts zu mel-
den haben; grundsätzliche Kritik, Neuerung und Umsturz zu erwar-
ten, ist grundlos. Mögen ein paar Steine fliegen und die Jungen
schlecht angezogen sein, auch 1981 ist "Sich-darauf-einstellen"
das Tun der Jugend - nur heißt dies heute nicht mehr dasselbe wie
vor 10 Jahren.
"Wir waren nicht so!"
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- meinen alle ab 25 und vergessen, daß von ihnen anderes verlangt
wurde. Hat das VWL-Examen 1953 auch nicht jedem den Sessel des
Bundeskanzlers sichern können, so sind doch heute die Legastheni-
ker der Weimarer Republik Vize-Präsidenten des Bundestags. Das
Studium war bis vor gar nicht langer Zeit nicht erst ein Mittel
der Karriere, sondern schon ihr Erfolg: der Student wurde nicht
erst, er war Mitglied der Elite. Mit Schul- und Hochschulausbau
w u r d e nicht erst, er w a r Mitglied der Elite. Mit Schul-
und Hochschulausbau wurde die Demokratisierung der Elitenbildung
eingeleitet und der damaligen Jugend unter Stichwörtern wie
"Ausschöpfung der Bildungsreserven" und der "Förderung nach dem
Honnefer Modell" ein wachsendes Interesse von Staat und Kapital
an der Qualifikation der Jugend signalisiert. Man konnte sie und
immer mehr von ihnen als wissenschaftlich ausgebildete Kräfte
brauchen.
Heute trifft die erfolgreiche Reform des Bildungswesens auf eine
staatliche Politik, die sich nicht zusätzliche, sondern weniger
Akademiker leisten will; sowie auf eine Wirtschaft, die sich
durch zunehmende Rationalisierung (ja, die damaligen Studenten
bringen schon was zustande!) von immer mehr Beschäftigten aller
Stufen der Bildungshierarchie unabhängig macht. Überfüllte Klas-
sen und Lehrerarbeitslosigkeit, "explodierende" Studentenzahlen
und Stellenstreichungen an den Universitäten, ein eingefrorenes
BAFöG und die verbreitete Hetze gegen die "Bildungsbürger" signa-
lisieren der nachwachsenden Generation, daß an ihr seitens Staat
und Wirtschaft ein recht bedingtes Interesse besteht. Seitdem je-
der studieren darf, was er will, hat es wenig zu bedeuten, und
Bildungspolitik besteht nurmehr im Kampf der Kultusminister gegen
den Bildungswillen der Schüler: Die meinen doch glatt, sie seien
als Ausgebildete gefragt, wo doch noch gar nicht raus ist, ob sie
überhaupt gefragt sind! Zu viele von ihnen sind auf den Universi-
täten, den Gymnasien, und sogar die Volksschule ist heute ein Ab-
schluß (!) geworden, den man auch n i c h t kriegen kann.
Bedeutet das verstärkte Sieben - die geschrumpfte Nachfrage nach
den Diensten er Jungen - für diejenigen, die schon die oberen
Stufen des Bildungswesens erklommen haben, n u r, daß sie zwar
ihr Ziel nicht erreichen, aber die Absolventen des nächstniedri-
geren Bildungsniveaus von den immer noch privilegierten Plätzen
vertreiben, so wirkt sich dieser "Verdrängungswettbewerb" auf dem
normalen Arbeitsmarkt sehr ungemütlich aus, wo das Kapital sich
aus dem wachsenden Angebot seiner sinkenden Nachfrage entspre-
chend recht frei heraussucht, wen es überhaupt benutzen will -
und wen überhaupt nicht.
Die Benutzung zur Mehrung fremden Reichtums ist aber in dieser
Gesellschaft d i e "Chance" des Menschen, sein Leben zu be-
streiten. Nur diese Chance erlaubt ihm den notwendigen Irrtum,
die Welt sei - irgendwie - doch auch für ihn da und der Einsatz,
sei er auch hoch, lohne sich. Das "Gebraucht-Werden" als Ausbeu-
tungsobjekt ist die Basis dafür, daß der Mensch an "der Wirt-
schaft" und der sie erhaltenden Herrschaft überhaupt ein Inter-
esse faßt.
Je weniger die materielle Basis dieses Interesses sichergestellt
ist, desto mehr wird es zur puren Tugend der Konkurrenz. Den Er-
folg - ohne Rücksicht auf seine Verwirklichungschance - zu wol-
len, "trotzdem" nicht aufgeben, das ist die Einstellung, die die
Jungen aufbringen müssen, und an deren Vorhandensein sich ent-
scheidet, ob aus dem Sprößling überhaupt noch etwas Gescheites
wird. Dazu werden sie von tausend Familien- und Jugendillustrier-
ten aufgefordert mit der Meldung, sie hätten doch noch eine
Chance, wenn auch vielleicht nicht gerade im "Traumberuf" Auto-
schlosser:
"Was ist dran an dem Schreckgespenst von der steigenden Jugendar-
beitslosigkeit? 'Überhaupt nichts', sagt die Bundesanstalt. 'Zur
Zeit sind in der Bundesrepublik ganze 3,4% der jungen Arbeitneh-
mer unter 20 Jahren arbeitslos..' Die Berufsberater empfehlen
Mädchen und Jungen, auf jeden Fall eine Ausbildung zu machen. Wer
keinen Beruf hat, wird schneller arbeitslos. Niemand sollte sich
darauf verlassen, daß er mit Gelegenheitsjobs durchs Leben
kommt." (Bunte, 11.9.80)
Eben, das konnte man in der Vergangenbeit - und das hat sogar ge-
reicht. Der Mensch in der bürgerlichen Gesellschaft bezieht seine
Erwartungen ans Leben nämlich nicht auf den vorhandenen Reichtum,
sondern mißt das, was er kriegt, an Ansprüchen, die er im Lauf
der Ausbildung erworben und ausgebildet hat. Volksschüler erheben
keine Ansprüche auf Professorengehälter, sie beziehen ihre be-
scheidene Zufriedenbeit und den bornierten Stolz "auf's Er-
reichte" daraus, daß sie an das rankommen, was einem Volksschüler
zusteht.
Heute aber werden selbst diese gestaffelten Ansprüche nicht mehr
befriedigt. Erworbene Qualifikationen gelten nichts; die Ausbil-
dung, die jeder auf alle Fälle machen soll, wird unzugänglich für
diejenigen, die den qualifizierten Abschluß der Volksschule nicht
mehr schaffen usw. Diese Auflösung des gewohnten Zusammenhangs
von Aufwand und Ertrag, den die neuere Politik der Nation mit
sich gebracht hat, die Aufkündigung des alten "Kannste was, biste
was", bewirkt an der Jugend eine Scheidung in diejenigen, die
sich jetzt erst recht der Tugend der Konkurrenz verschreiben, die
darauf setzen, daß in Zeiten geringerer Nachfrage nach qualifi-
zierter Arbeitskraft Zeugnisse und Qualifikationen zwar nichts
mehr garantieren, aber eben deswegen um so wichtiger geworden
sind. Und in den kleineren Rest, der der verschärften Auslese in
den Schulen gleich entnimmt, daß er dabei nichts zu putzen hat.
Für den einzelnen stellt sich ja nicht erst nach 9 oder 13 Jahren
heraus, ob an ihm Interesse besteht, sondern schon unterwegs, so
daß es eben heute schon in der 2. Klasse Kinder gibt, die für
sich entschieden haben, daß für sie nichts mehr läuft.
Aber auch bei denen, die wie eh und je die Schulen durchlaufen,
trennt sich das Interesse am Erfolg von dem am Beruf bzw. an der
Schule. Ein Oberschüler muß heute den Schulerfolg wollen, ohne
ihn als Vorbereitung auf einen bestimmten, aus irgendwelchen Nei-
gungen gewählten Beruf auffassen zu dürfen. Desgleichen ist sein
nötiges Engagement für seinen Erfolg in der Schule gerade die Ab-
straktion vom Wissen der Fächer.
Hatten früher schon diejenigen in der Schule am ehesten Interesse
"an der Sache", lernten also am besten und erfolgreichsten, die
sich um die Konkurrenz in der Schule, um Noten luxuriös nicht zu
kümmern brauchten, so hat das rein negative Verhältnis der
schlechten Schüler zum Lernen heute alle Schüler ergriffen. War
früher die Sicherheit des Abiturs nach der überwundenen Hürde der
10. Klasse die Voraussetzung (freilich auch nicht mehr) für ein
freies Interesse an allem Wissen (und allen philosophischen und
künstlerischen Spinnereien der bürgerlichen Welt, so hat die
Oberstufenreform dieses freie Interesse in den Dienst der Schul-
konkurrenz gestellt und damit erledigt. Mit dem Luxus des Schü-
lerlebens ist es also vorbei, wer etwas werden will, der muß die
Schule angestrengt als seinen Platzerwerb in der Hierarchie der
Berufe betreiben und wollen, was mit einer freien Begeisterung
für Schule oder Beruf nicht zu verwechseln ist.
"Viele Lehrer klagen darüber, daß sich die jungen Leute für
nichts wirklich interessieren, apathisch seien, lustlos, resigna-
tiv." (Süddeutsche Zeitung, 10.8.80)
Jetzt sollen sie sich für dieses Treiben auch noch begeistern!
Klar hat das Ende der Sicherheit, daß man einen "angemessenen"
Beruf finden wird, Wirkungen auf Stimmung und Geisteszustand der
Jugend. Wenn sich die Vertreter der volks- mit denen der elite-
verbundenen Lehrerverbände darüber streiten, ob in den Schulen
heute weniger gelernt oder inhumaner konkurriert werde als frü-
her, dann haben sicherlich beide recht: Es wird mehr für Prüfun-
gen gebüffelt und dabei nichts mehr gelernt. Die Jungen stellen
sich auf die neuen Anforderungen ein, indem sie fleißiger sind
als die vorhergehende Generation und dümmer.
Jugend - das ist auch etwas!
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In dem Maße, in dem die Ideologie der "Leistungsgesellschaft"
ihre Plausibilität verliert, erschöpft sich auch die Kraft der
erzieherischen Appelle: "Du darfst, aber dafür mußt du auch..."
Die Ideologie, daß Pflichterfüllung sich auszahle, ist nicht mehr
in, und so wird das Recht, zu dürfen, einfach so eingeklagt. Noch
nie hat die Jugend so viel gedurft wie heute - und sie merkt
diese Freiheit durchaus als das Desinteresse der Gesellschaft an
ihr. Darüber kommt nicht einmal große Enttäuschung auf.
Auf einem allerdings beharrt die Jugend, und das hat ihr den
Schimpfnamen "Schlaffis " eingetragen: auf dem Recht, nicht auch
noch begeistert sein zu müssen.
Mit diesem Fehler, die deutlich verschlechterten Zukunftsaussich-
ten der jungen Generation, deren Ursachen sie nicht interessieren
und die sie nicht bekämpfen will, als Hindernis für ihre Partei-
nahme für das Ganze oder als Grund der berechtigten Nichtbegei-
sterung zu besprechen, damit führen sich die Jugendlichen wie So-
zialfälle auf - und kommen gerade so an. Als Opfer von Umständen,
von denen man unmöglich den Willen verlangen kann, sich dagegen
durchzusetzen, präsentieren sie sich gerne und so werden sie von
den Medien auch gehandelt, wenn man gemeinsam mit eloquenten Ver-
tretern der Schuljugend das "Problem" ihrer "Staatsverdros-
senheit" wälzt.
Die Jugend ist nicht mehr "unsere Zukunft", "unsere nachwachsen-
den Ingenieure und Facharbeiter", sondern anerkanntermaßen ein
Sozialproblem. So ist die Demokratie: da schädigt sie eine ganze
Generation und tut ihr dafür die Ehre an, zum nationalen Sozial-
problem Nummer 1 erklärt zu werden. Die Opfer sind so frei und
fühlen sich als genau das, als was sie definiert werden. Die es
weiter bringen, schreiben ganz objektiv Besinnungsaufsätze über
die "Probleme der Jugendlichen" und - selber nur mehr stolz dar-
auf, kein Vorurteil zu haben, weil sie auf Urteile verzichten -
fordern sie von der Erwachsenenwelt nur eines: "Mehr Verständnis
für die Jugend".
Diese methodische Stellung zu sich selber zeichnet die Jugend
heute aus: Während andere Generationen den Status des Jugendli-
chen, die eben nur halbe Anerkennung als erwachsene Menschen,
stets als Fessel empfunden haben, der man sich durch eigenes Ein-
kommen oder durch sonstige Verdienste (Abitur) entledigen muß,
sprechen 18-20jährige heute von sich als Teens und Twens und for-
dern für sich "Rechte als Jugendliche". Als diese selbstbewußten
Problemfälle der Nation bekommen sie dann tatsächlich ein paar
Spielwiesen zugestanden, sowie eine eigene Kultur, die die Er-
wachsenen inzwischen längst nicht mehr als Angriff auf die ihre
mißverstehen.
Während andere Generationen möglichst schnell erwachsen werden
wollten, schließen die heutigen aus der Perspektivlosigkeit ihrer
Berufsaussichten, daß erwachsen werden sich nicht lohnt und re-
klamieren das "Recht, ein Jugendlicher zu sein!"
"Während die Erwachsenen immer noch davon ausgehen, daß die Phase
des Jugendalters eine Zeit der Vorbereitung, des Sichanstrengens
für Späteres, für 'das Leben' sei, verstehen die heutigen Heran-
wachsenden dies gerade nicht so, sondern halten ihre Jugendzeit
für jetzt zu lebendes, gegenwärtiges Leben." (Süddeutsche Zei-
tung, 10.8.80)
Na da schau her, jetzt halten die Jugendlichen ihr Leben für ein
zu lebendes! Der Jugendforscher (auch so etwas gibt es inzwi-
schen!) sieht hier einen Wertwandel vor sich gehen und hält die
Trostlosigkeit der Jungen glatt noch für gesteigerten Materialis-
mus: sie wollten mit dem Leben nicht warten, bis sie alt seien.
Jugend aber - und das heißt eben wirtschaftliche Unselbständig-
keit, nicht können und dürfen, was man will, und die Albernheit,
der spießbürgerlichen Vernunft der Konkurrenz nur die Freiheit
zur Unvernunft dessen, der nicht ernstgenommen wird,
entgegenzusetzen -; diese Jugend als Ziel der eigenen Wünsche
aufzufassen, ist das Gegenteil von einem Menschen, der weiß, was
er will. Anerkennung, Verständnis und Respekt für sich als
Jugendlichen fordern, läßt sich nicht als "Jugendsünde" abtun,
sind sie doch stolz darauf, nicht für voll genommen zu werden.
Das hier über die Jugend Gesagte bezieht sich keineswegs nur auf
die "Problemfälle" im engeren Sinn. Ein "Klassenbewußtsein" der
Jugend gibt es weit über den Kreis derjenigen hinaus, die
tatsächlich nicht mehr unterkommen. Was für die einen, die Ar-
beitslosen, Flippies etc. Lebensform ist, wird vom Rest als die
Ideologie zu ihrem täglichen Versuch, zu Erfolg zu kommen, ge-
pflept. Daß diese Weltanschauung des Jugendlichen als Jugendli-
chen sogar mobilisierbar ist, haben die bayerischen Behörden be-
wiesen. Nach den kürzlichen Massenverhaftungen in Nürnberg hat
die Nation eine Welle der Solidarität der Schüler und Lehrlinge
erlebt. Man ist als Jugendlicher für Jugendliche eingetreten! Und
ein Mädchen vom Land, das bestimmt nie lila Latzhosen trägt, nie
Häuser besetzt und schon gar keine Steine wirft, antwortet auf
eine Frage danach, ob denn alle Jugendlichen so staatsverdrossen
und alternativ seien: "Es gibt nur eine Jugend!" (Bayr. Fernse-
hen, 1.4.81)
Hausbesetzer - Sozialfälle offensiv
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Die Jugend kritisiert an dem, was sie in den Bildungsinstitutio-
nen und am Arbeitsmarkt erlebt, nicht, daß sie zunehmend von der
höheren Bildung, damit von besseren Berufen und vom angenehmeren,
viele sogar vom durchschnittlichen Lebensstandard ausgeschlossen
werden, sondern daß sie nicht gebraucht werden, nicht genug Be-
achtung und Verständnis finden. Diese Kritik hält sich nicht an
das materielle Interesse, sondern an seine kapitalistische Vor-
aussetzung. Wie es der deutschen Arbeiterschaft nicht an Lohn,
sondern an Arbeitsplätzen zu fehlen hat, so der Jugend nicht an
gutem Aussichten, sondern an einer gesellschaftlichen Aufgabe.
(Würde diese Kritik den jugend-kulturellen Bereich überschreiten
und zur Politik werden, führte sie nicht in den Arbeitskampf,
sondern geradewegs in den Arbeits d i e n s t!) Diese falsche
Kritik trägt sich zweitens als leider fortbestehendes Hindernis
der eigenen Begeisterung für Staat und Gesellschaft vor. Da betä-
tigt sich die Unverschämtheit des Untertanen, der darauf rechnet,
mit dem Verweis auf eine Hemmung seines Willens zur Botmäßigkeit
noch etwas rausschlagen zu können.
Diese zweite Seite haben die H a u s b e s e t z e r gemerkt.
Sie werden als vernachlässigte Sozialfälle aktiv. Sie betteln
nicht, wollen keine "passiven Hänger" sein, sondern nehmen sich,
was sie brauchen zur Praktizierung ihrer jugendlichen Lebensform.
Wie die Neger in den Slums der USA bei ihren riots berufen sie
sich nur auf die öffentliche Vernachlässigung ihrer Bedürfnisse,
glauben sich also gerade als Sozialfälle zu einigem
b e r e c h t i g t. Diese schwächliche Kritik, die gegen alle
Erfahrung Staat, Eigentum und Hausbesitzer als die eigentlichen
großen Sozialversorger anspricht, wird von ihnen sehr ernst ge-
glaubt, wenn sie, ohne an einen Kampf gegen das Eigentum und
seine Herrschaft auch nur zu denken, sich ein leerstehendes Haus
"berechtigt" nehmen. Auch ein Recht zur Gewalt wird aus dem
Standpunkt des rebellischen Sozialfalls abgeleitet - und diese
wird ebenfalls gehandhabt wie eine deutsch-gemäßigte Harlem-Aus-
gabe. Ohne die geringste Kalkulation bezüglich der Wirkung ir-
gendwelcher Aktionen auf die andere Seite wird da einmal eine
Fensterscheibe eingeworfen, "um unsere große Wut auszudrücken",
oder am Ku-Damm ein Christbaum angezündet, weil "Bambule" (oder
"Randale") "sein muß, wenn der Senat nicht auf uns hört!" Das
psychologische Verhältnis zum Aufruhr, der nicht darauf berechnet
ist, zu agitieren oder den Feind zu schädigen, sondern darauf,
dem Gefühlsleben des Steinewerfers wohlzutun, manifestiert sich
dann auch in Kurzsichtigkeiten, wie sie zu den Nürnberger Verhaf-
tungen geführt haben: Ohne einen Gedanken daran, daß mit dem
Steineschmeißen eine Konfrontation mit der Polizei heraufbeschwo-
ren werden mußte, begab man sich nach getaner Tat seelenruhig in
das KOMM(unikationszentrum für Jugendliche) und diskutierte über
die Gewaltfrage, um aus allen Wolken zu fallen, als die Polizei
zum Verhaften kam.
So verschaffen sie sich gegen die Gesellschaft die Berücksichti-
gung, die sie von ihr wollen - und die sie eben auch nur solange
bekommen, als die Behörden ganz frei auf die Räumung der Häuser
verzichten, - bis diese es dann doch tun. Gegen die Gesellschaft
verschaffen sich die Hausbesetzer zweitens das, was sie offenbar
am meisten entbehren: Das Gefühl, gebraucht zu werden, eine ge-
meinschaftsfördernde Aufgabe zu haben, der sie sich widmen wol-
len:
"Wo alles so kaputt ist, haben wir hier endlich eine sinnvolle
Arbeit gefunden." (Nürnberger Hausbesetzer)
Sinn für den kleinen Mann
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Vor 10 Jahren gab es eine Generation von Jungakademikem, der der
Erfolg so sicher war, daß sie unter verschiedenen Berufen, die
ihren Angehörigen offenstanden, auswählen und so Maßstäbe ausprä-
gen konnten. Die Studentenbewegler waren so begeistert von der
möglichen "sinnvollen" Arbeit des Akademikers, daß sie von ihrem
Berufsideal aus zeitweilig die Wirklichkeit ihrer bürgerlichen
Karriere ausschlugen. Sie waren sich dessen, daß sie gebraucht
würden, so sicher, daß sie Bedingungen für die Zugehörigkeit zum
besseren Stand stellten.
Heute prägt die Jugend, weil sie nicht mehr so gebraucht wird,
das Ideal einer echten Gemeinschaft aus, in der auf ihre Teil-
nahme Wert gelegt wird. Und weil sie nichts mehr soll, ist sie
auf der S u c h e nach Sinn. Während erfolgreiche Generationen
ihren Sinn in der Idealisierung ihres Berufes haben - ein Lehrer
ist doch viel mehr als ein Lehrer, ein Menschenbildner mit wahn-
sinnig viel Verantwortung -, muß der höhere Zweck, dem man sich
gerne unterstellt und der die ganze Scheiße doch lohnend erschei-
nen läßt, bei Leuten, denen der Beruf, ob sie ihn nun kriegen
oder nicht, keine Perspektive mehr sein kann, g e t r e n n t
von ihrem bürgerlichen Treiben gesucht werden.
Wenn sich die heutige Jugend für etwas begeistert, dann ist es
die Religion, deren vom bürgerlichen Leben getrennter Himmel dem
Sinnbedürfnis in schlechten Zeiten, in denen ernstgenommener Be-
rufsidealismus als unerlaubter Materialismus erscheint, mehr ent-
gegenkommt. Spott auf die Dreifaltigkeit ist bei der jungen Gene-
ration völlig aus der Mode gekommen und die Kirchen werden wieder
voller; Kirchentage schließlich bieten das Sinn- und Gemein-
schaftserlebnis, nach dem die Jugend hungert.
Und weil sie nicht einfach bloß an Gott glauben, sondern
i h r e n e i g e n e n Dschiesäss haben wollen, blühen neben
christlichen Rock-Gottesdiensten die J u g e n d s e k t e n.
Dort, wo man seinen letzten Heller abgeliefert hat, wird man sich
dann in der anstrengenden Kunst üben, den "anderen" in völliger
Gleichgültigkeit gegen dessen Aussehen, Geruch, Wissen, Interes-
sen und sonstige individuelle Eigenheiten kritiklos "anzunehmen".
Ein Mitglied einer Jugendsekte macht sich die Widmung des eigenen
Lebens für höhere Zwecke sowie die Herstellung einer echten, un-
bedingten Gemeinschaft zur einzigen Lebensaufgabe. So wird das
Sinnbedürfnis, sonst die ideelle Kompensation zum Mißerfolg in
der Konkurrenz, in der der Mensch seinen Willen zum weiteren Aus-
halten formuliert, bei einem Teil der Jugend zu einem extra Grund
für's Ausflippen. Solche scheitern nicht mehr, weil sie sich am
Maßstab des Erfolgs überhaupt nicht messen lassen wollen.
Fans
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Die normale Jugend befriedigt ihr Bedürfnis nach einem Zweck, dem
zu widmen sich lohnt, und nach einer Gemeinschaft, in der es ein-
mal auch auf sie ankommt, n e b e n dem Berufs- und Schulleben
mit Hobbies in Cliquen. Weil die Hobbies aber pur im Gegensatz zu
dem gewählt werden, was man alles muß, haben sie meist wenig mehr
Inhalt als "frei", "ganz ungezwungen", "machen, was man will".
(Dies ist alles, was interessierte KOMM-Besucher Gutes über das
selbstverwaltete (!) Jugendzentrum zu vermelden wußten.) So wer-
den sie ihrem negativen Zweck nach schnell langweilig. Das Ge-
meinschaftsgefühl in der Clique stellt sich für viele dann bei
der B u n d e s w e h r ein.
Man kann sich z.B. auch ganz einfach für den Flecken Welt erklä-
ren, wo man lebt, und im Fanclub des örtlichen Fußballvereins
seinen Lokalpatriotismus betätigen. Dann verbringt man sein Wo-
chenende mit Schlachtenbummeln und sieht viel bewußter als die
Soldaten dem Zeitpunkt entgegen, an dem man sich für seine Sache
- "Wir sind Wir!" - auch einmal schlagen darf. Auch so kann man
den Beweis führen, daß es sich lohnt, etwas zu tun, daß es doch
eine Gemeinschaft gibt, in der der eigene Einsatz gefragt und
wichtig ist, oder das Gleiche umgekehrt, daß man selber doch ein
besonderes, einzigartiges und unverwechselbar wertvolles Indivi-
duum sei.
Disco
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So mancher weibliche Lehrling des Friseurhandwerks geht heutzu-
tage, wenn er zum tanzen geht, nicht mehr in den nächstgelegenen
Beatschuppen, sondern leistet sich den "Luxus", das notorische
"Saturday Night Fever" in einem für seine Verhältnisse sündteuren
Disco-Glitzer-Palast zu "erleben". Während die Rock'n Roll-Gene-
ration sich beim Überschlag austobte und gelegentlich auch mal
eine Bühne in Kleinholz verwandelte - damals gab's halt noch
keine "Schlaffis", sondern "Halbstarke" -, die Beatlemania aus
den Bildern verzückt kreischender Teenager, die Paul für ihren
ganz persönlichen "kleinen Prinzen" hielten, in Erinnerung sein
dürfte, läßt sich das Disco-Publikum, das aus allen Klassen Zu-
lauf hat, von allen möglichen Seiten einreden, es huldige, wenn
es zum monotonen Geröhre der Superboxen die Gliedmaßen schüttelt,
einer W e l t a n s c h a u u n g - und daranglauben sie auch
noch! Das sich einstellende "Feeling", das man sich durch
"totales Abschalten" jedes Gedankens und jedes bestimmten
G e f ü h l s verschafft (ganz nebenbei ist hier auch ein gehö-
riges Maß an musikalischer Brutalität verlangt!), soll gerade -
obwohl um einen herum Hunderte auf engstem Raum das Gleiche ma-
chen - die Demonstration einer Individualität sein, die sich hier
ihren innersten Ausdruck verschafft hat - mit Fransenkostüm;
light-show und Kriegsbemalung. Dabei verrät der extravaganteste
Disco-Look gerade seine Fixiertheit aufs Publikum, von dem man
sich abheben will.
In bewußter Distanz zur großen Disco-Welle besinnen sich Teile
der Jugend aufs Bodenständige, Heimatverbundene, wallfahren zu
Folkloresingsangs und erteilen den gängigen Maßstäben von beruf-
lichem und privatem E r f o l g eine Absage. So ziehen Mädchen
die gewinnenden Worker-Schlapperjeans an, manche machen sich
nichts draus, wieder mehr Molliges mit sich herumzutragen, sogar
Zöpfe kommen in Mode neben anderem Selbstgestrickten. Zum alten
Jungmädchenideal des Heiratens, Viele-Kinder-Kriegens und famili-
ärer Geborgenheit wird sich hier wieder offen bekannt.
Popper
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Während die einen also gegen die emanzipierte und berufstätige
Frau das alte deutsche Heimchen als Protestideal vortragen, kön-
nen sich andere davon prima absetzen, indem sie sich in puncto
Tracht der Lässigkeit und dem sportlichen Chic der vorhergegange-
nen erfolgreicheren Generationen verschreiben. Ebenso wie die an-
deren Gleichgültigkeit gegen den Erfolg darstellen, mimen die
propper angezogenen P o p p e r den Willen zum Erfolg. Es wäre
völlig verfehlt, diesen sauber angezogenen Kindern konservative
oder schlimmere politische Absichten zu unterstellen; demonstra-
tionshalber, weil man gerade die herrschende Klasse spielt, wer-
den freilich auch ein paar Brocken von Elitetheorien aufgegrif-
fen. Ihnen zufolge ist man sich sicher, daß der Rest der Welt,
demgegenüber man auch ein Minderheitenbewußtsein pflegt - 'Wir
werden nicht verstanden!!' - prolo sei. Und dabei ist noch lange
nicht heraus, ob diese Bürschchen überhaupt ein Abitur schaffen.
Punks
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Die Gegenseite läßt nicht lange auf sich warten - und der Krieg
zwischen Popper und P u n k s, zwischen Menschen verschiedener
Mode-Überzeugungen kann beginnen (oder auch gleich wieder aufhö-
ren, wenn eine neue 'Ich-bin-auch-wer'-Mode aufkommt). Während
die einen Integriertheit spielen, machen die anderen - eben rein
negativ - auf das Gegenteil: Unangepaßtheit. Um Verständnis be-
mühte Pädagogenseelen verzweifeln angesichts dieser sich wegen
der Mode bekämpfender Jungschar, wenn sie fragen, was die Be- und
Verkleidungen anderes ausdrücken sollen als die Demonstration:
Wir sind anders und passen nicht rein! In ihren Vereinsnamen "no
future", "trash" oder eben auch "punk" imaginieren sie sich als
der letzte Dreck dieser Gesellschaft. Als dieser Auswurf gelten
sie sich etwas und verlangen Beachtung vom spießigen Rest der Ge-
sellschaft, mit der man einerseits nichts zu tun haben will, der
man andererseits aber zugleich mit den Vereinsnamen den Vorwurf
macht, sie lasse einen nicht mitmachen: "Ich will schocken!" -
doch das ist gar nicht so leicht. Vor 20 Jahren ging das, da war
man ein Beatnik und Bürgerschreck, wenn man sich die Haare vier
Wochen lang nicht schneiden ließ. Heute aber muß das Recht der
Individualität, ganz anders sein zu dürfen, nicht erst noch
durchgesetzt werden: Kurze und lange Haare, Röcke und Hosen,
schmuddelig oder adrett, mit Bart und ohne alles "darf" man und
kann damit noch nicht einmal mehr die alten Faschisten beeindruc-
ken (die tragen inzwischen auch Koteletten!). Da muß man sich
schon das Haupt rasieren, das Gesicht weißeln und sich eine Si-
cherheitsnadel in die Wange stechen, damit sich die Leute noch
umdrehen.
Die Politisierung der Jugend
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Die Medienfritzen, die mit ihren Argusaugen die Jugend bewachen
und sich stets sorgen, ob sie auch wird, wie sie soll, sind im-
merzu unzufrieden; sogar die "Bildzeitung" beklagt sich über die
Schlaffis:
"Mensch, Leute, habt ihr überhaupt schon mal Schwung besessen?
Ihr seid eine langweilige Generation!" (Ausgerechnet der "Bild"-
Autor hat Motzer vermißt.)
Die schnieken Jungs sind nicht kritisch genug, die engagierten
Behindertenpfleger nicht durchsetzungsfähig und die meisten ein-
fach für nichts zu begeistern. So wenig die Journalisten begrif-
fen haben, was die Jugend bewegt, so sehr zeigt doch ihre luxu-
riöse Nörgelei, daß sie genau wissen, daß das "Problem der Ju-
gend", das sie aufbauschen, kein Problem des Staates werden wird.
Vor 10 Jahren war Motzer ein Schimpfwort, heute ein Ehrentitel,
der nicht verliehen werden kann!
Was die Frühwarner der Systemloyalität verschweigen, ist, daß die
Jugend politisiert ist, daß sie genau so d a f ü r ist, wie
eine Jugend, die schlechte Aussichten hat, überhaupt nur dafür
sein kann. Sie will keinen Erfolg mehr, sie will nicht mehr kri-
tisieren, sie will nur mehr als Jugend anerkannt sein, Gerade in
ihren verrücktesten Formen will die Jugend nichts als demonstrie-
ren, daß sie auch wer ist, d.h. sich wenigstens selber als freie
Menschen betrachten und aufführen, obwohl besser aber weil - bei
ihr die materielle Basis für ein Interesse an der bürgerlichen
Herrschaft, also an der Freiheit der Bürger, fehlt. Versteht man
bei einem Hausbesitzer, warum er die Freiheit für
"verteidigungswert" hält, kann das beschäftigte Proletariat im-
merhin noch auf den "Besitz" des Arbeitsplatzes verweisen, so
fehlt bei dieser Jugend ein Grund, die Freiheit zu wollen. Daraus
ziehen sie den Schluß, dann eben Idealisten der Freiheit zu wer-
den, sie nicht für etwas, sondern einfach sich selber als freie
Menschen zu wollen. Damit macht sich die Jugend, gerade mit ihrem
Individualismus und ihrer Sehnsucht nach echter Gemeinschaft, zum
geraden Spiegelbild der Konkurrenz. Was aus ihr wird, ist also
auch kein Geheimnis: Sie wird älter! Und damit werden viele eben
ungeliebte Berufe ergreifen und sich ihre jugendliche Sinnpflege
als harmlose Kompensation - als alternatives Hobby - halten. Die
Minderheit aber wird der Ausschuß, als den alle sich jetzt füh-
len, weil Deutscher sein und beschäftigt sein immer weniger mit-
einander zu tun haben werden.
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