Quelle: Archiv MG - EUROPA SCHWEDEN - Wohlfahrtsstaat u. Weltgewissen


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       Bremer Hochschulzeitung Nr. 60, 18.10.1982
       
       Wochenschau
       

DAS U-BOOT

welches mehr als eine Woche lang die schwedische Marine und die gesamte Weltöffentlichkeit in Atem hielt, war vielleicht gar kein U-Boot, obwohl es zwischenzeitlich geortet, bombardiert, mit Stahlnetzen gefangen und an einem Ausbruchsversuch gehindert wurde. Vielleicht war es bloß ein "unbekanntes schwimmendes Ob- jekt (USO)" oder auch nur eine Art Kühlschrank, weil der nämlich dieselben Signale aussenden soll wie ein auf Grund liegendes U- Boot. Wenn es aber ein U-Boot war, das vor dem NATO-Stützpunkt, pardon: vor der Hafenstadt des neutralen Landes Schweden Muskö, dümpelte, so war es auf jeden Fall ein sowjetisches. Also wurde es vorsorglich als ein solches entlarvt und als unverschämte Ver- letzung des "neutralen" schwedischen Territoriums weltöffentlich gebrandmarkt. Sollte es sich nämlich in Wahrheit - wie Gerüchte besagten - um ein deutsches U-Boot gehandelt haben, das sich un- angemeldet in den schwedischen Hoheitsgewässern aufhielt, so än- dert das auch nichts: die Russen haben ja schon ihr Fett weg; die Peinlichkeit, ein d e u t s c h e s Boot aufzubringen, hat man sich erspart und einen subalternen Schuldigen dafür auch gefun- den. Dazu das Oberkommando der schwedischen Marine: der Eindring- ling sei entwischt, weil an den modernen Horchgeräten Matrosen mit Discogeschädigten Horchlöffeln Dienst tun. Klar, daß man die NATO-Verläßlichkeit schwedischer Kampfkraft nicht besudeln darf, wenn ihre Ballerei gegen womöglich einen NATO-Partner unter Was- ser besser nicht erfolgreich ist. zurück