Quelle: Archiv MG - EUROPA FRANKREICH - La grande nation
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SCHUTT ODER ELITE
Für Studenten aus Afrika und Asien werden die Zulassungsbestim-
mungen zu den französischen Universitäten durch Geld - und
Sprachnachweise verschärft. Damit wird ihnen nachdrücklich bedeu-
tet, die Interessen ihres Gastlandes zu respektieren, das durch
ihre Ausbildung Einfluß auf ihre Heimatländer ausüben will,
o h n e das Ziel der Ausbildung - die Herauskristallisation der
Anwärter auf die Führungsposten - auf seinem Boden zu dulden. So
aufgeschlossen Frankreichs Präsident der A u s b i l d u n g
von Afrikanern und Asiaten an französischen Universitäten gegen-
übersteht - schließlich sorgt ein Studium in Frankreich nicht nur
für die Existenz des künftigen Herrschaftsapparates dort unten,
sondern auch (es müssen nicht unbedingt dessen nostalgische Stu-
dienerinnerungen an ein Leben wie Gott in Frankreich schuld daran
sein) für gute Beziehungen zu Ländern, an denen die einstigen Ko-
lonialherren immer noch sehr herzlich interessiert sind -, so we-
nig Verständnis zeigt er dafür, wenn sie sich in Frankreich als
k ü n f t i g e E l i t e aufführen. Demonstrationen gegen Re-
gimes, zu denen Frankreich jetzt freundschaftliche Kontakte
pflegt, als auch handgreiflich ausgetragene Streitereien einzel-
ner Fraktionen untereinander, werden nicht als Resultat einer ge-
lungenen Ausbildung, die doch zur Ausübung der Macht befähigen
soll, gewertet. Obwohl Giscard bekannt sein dürfte, daß etliche
der amtierenden Staatshäupter in Afrika und Asien ihren Posten
den in der Jugend gelegten Bomben verdanken, läßt er sich ange-
sichts der an Frankreichs Unis um die künftige Herrschaft rivali-
sierenden Gruppen zu dem Ausruf hinreißen: "Unsere Universitäten
sind keine Schuttabladeplätze!"
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