Quelle: Archiv MG - EUROPA ENGLAND ALLGEMEIN - Im Dienste ihrer Majestät


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       Wochenschau
       

LABOUR PARTY

Daß es sich bei der, Demokratie um eine sehr zweckgerichtete Form von Herrschaft handelt, bei der es immer noch darauf ankommt, ob der Mehrheitswille auch zum gewünschten Resultat führt, beweisen die Kommentare zu den Vorgängen in der britischen Labour-Party: Hier wird ein Satzungssieg des "linken Flügels", mit dem der Par- teiführer künftig nicht mehr von der Unterhausfraktion, sondern auch von den Parteitagsdelegierten gewählt werden soll, als "Putsch" gewertet. Und während die sehr behutsame Aufmüpfigkeit kritischer SPD-Flügelmänner hierzulande auf keine Sympathie zäh- len kann, registriert die Presse aufmerksam und freudig die Akti- vitäten jenes "Rats für Sozialdemokratie", den die bedingungslo- sen EG- und NATO-Fans in der Labour Party gegründet haben. Dabei ist die ganze Aufregung maßlos übertrieben: Scharfe Sprüche in der Opposition haben auch in Großbritannien noch bei keinem La- bourmann die Läuterung zur Einsicht in die staatlichen Notwendig- keiten verhindert, sobald er in die parlamentarische oder gar in die Regierungsverantwortung genommen wurde. Umgekehrt ist aber auch die Forderung der Dissidenten nach einem "Neuanfang in der britischen Politik" dadurch einlösbar, daß dieselbe mit ihnen in führender Position weitergemacht wird. Hier zeigt sich die Par- teiführung kompromißbereit, so daß Spekulationen auf eine Neuge- staltung der "britischen Parteienlandschaft" zumindest verfrüht sind. zurück