Quelle: Archiv MG - EUROPA EG - Vom Euro-Imperialismus
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Führer '84: Mitterand, Thatcher, Kohl
AUCH EUROPA WÄHLEN IST VERKEHRT
Diese Herrschaften
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braucht man nicht mehr zu wählen, wenn es um Europa geht. Die ha-
ben längst Stimmenmehrheit und Macht, daheim zu schalten und zu
walten und daraus in Europa und sonstwo das Beste zu machen. Die
brauchen keinen Berechtigungsnachweis mehr, wenn sie mit einem
Federstrich über Bauernlegen und Lebensmittelpreise, gemeinsame
Marktbedingungen und Kapitalexport, niedriges Lohnniveau, mobile
Arbeitszeiten und Arbeitslosenverbilligung beschließen oder die
Schulden von rohstoffliefernden Hungerregionen bilanzieren. Sie
tragen längst die schwere Last der Verantwortung mit der Begei-
sterung von Politikern, die ihre Völker für eine gute Sache an-
treten lassen: das Vorankommen der eigenen Nation.
Nutzlos für diese Herrschaften
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ist es aber dennoch nicht, wenn die Völker Vertreter in ein Par-
lament nach Straßburg wählen, das über nichts wirklich zu ent-
scheiden hat; schon gar nicht über den Gang der nationalen und
europäischen Politik. Zwar reden diese Volksvertreter sich nur im
Namen ihrer Parteien und Völker die Köpfe über den Fortschritt
Europas heiß - und das gleich in mehreren Sprachen. Aber wer die
wählt, der stimmt als selbstloser Nationalist für eine Außenpoli-
tik, die sich in Europa durchsetzt, also für den Erfolg des eige-
nen Landes. Darin sind sich die Parteien alle einig und beschwö-
ren ihre Wähler, sich als Inter-Nationalisten zu bewähren:
"Aufwärts mit Deutschland. Mit uns für Europa" (CDU); "Britain
needs a strong voice in Europe" - England braucht eine starke
Stimme in Europa (die britischen Konservativen)...
Diese Herrschaften,
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die ihren Völkern eine friedliche und rücksichtslose Konkurrenz
der Kapitale bescheren, die sich um die Erfolge und Spesen strei-
ten und dafür den Geist Europas beschwören, haben ihrem grandio-
sen Gemeinschaftswerk auch noch einen Hauch von Demokratie beige-
geben. Also erwarten sie auch, daß die heimische Mannschaft den
anderen Völkern mit gutem Beispiel und einer hohen Wahlbeteili-
gung vorangeht. Wer den Sinn der Wahl nicht recht begreift, weil
er doch alle Entscheidenden schon gewählt hat, dem helfen Stars
und Starlets und die bewährten Politikervisagen auf die Beine.
Diese Prominenten wählen - immer in der Pose des Vorbilds - sehr
gerne, weil sie gar nicht täglich dafür einstehen müssen,
Deutschland, Frankreich, England... in Europa voranzubringen.
Wer bei den "richtigen" Wahlen schon an der Ermächtigung seiner
Obrigkeit mitwirkt, der kann natürlich auch zur Europawahl gehen
oder es lassen. Er hat sich sowieso schon dafür entschieden, daß
seine Herrschaften alles mit ihm machen können, wofür sie
"Europa" sagen. Ein besseres Argument gibt es nicht.
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