Quelle: Archiv MG - EUROPA AUSTRIA - Unsere neutrale Ostmark
zurück
NA ENDLICH!
ist sie da, die "bürgerfreundliche Munition" die Dienstwaffe der
Freunde und Helfer. So sieht sie aus:
Bild ansehen
Leicht vergrößertes Modell der neuen Flachkopfmunition. Da freuen
sich alle: Minister, Schützenkönig und Bürger.
Der Vorteil ist unverkennbar und gleich mehrfach.
E r s t e n s reicht der verlängerte Arm des Gesetzes jetzt "nur
noch 900 statt 1200 Meter". Wer den gebührenden Respektsabstand
hält, dem kann jetzt nichts mehr passieren.
Z w e i t e n s ist zu vermelden, daß "die gefürchtete Geller-
Wirkung verringert" werden konnte. Wer ab nun von einer Polizi-
stenkugel getroffen wird, genießt also erhöhte Sicherheit, daß
der Einschuß auch beabsichtigt war.
D r i t t e n s wurde, wie sich das für ein intelligentes, bür-
gerfreundliches Produkt gehört, Quantität durch Qualität ersetzt.
War es mit dem alten Geschoß ein leichtes, "drei, vier hinterein-
ander aufgestellte Verbrecher zu erlegen", so "verliert das neue
Geschoß seine Energie nahezu vollständig im Verbrecherkörper" Nr.
1. Der sieht dann entsprechend aus und veranschaulicht drastisch
"die verbesserte Wirkung auf den Angreifer" (so heißen polizei-
lich fabrizierte Leichen) und daß sich Widerstand gegen die
Staatsgewalt nicht lohnen darf.
V i e r t e n s unterstützt das in jeder Hinsicht den guten Vor-
satz: "Polizei will Verbrecher und nicht Passanten treffen". Da
muß man nur als Passant ein wenig aufpassen, daß man bei einem
näher als 900 Meter stehenden Polizisten nicht fahrlässig den
Eindruck erweckt, Ordnungswidriges im Sinn zu haben. Sonst findet
man die bürgerfreundlich verlorene Energie unversehens im eigenen
Korpus und sich selbst post mortem als Verbrecher wieder, der
selbst die mit der abgeflachten Munition verschärfte polizeiliche
Sortierkunst in anständige Bürger und solche die totgeschossen
gehören, mutwillig überstrapaziert hat.
(Alle Zitate aus dem Kurier vom 26. März)
zurück