Quelle: Archiv MG - EUROPA AUSTRIA - Unsere neutrale Ostmark
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DRAKEN-ABSTURZ: PILOT TOT - WEHRGEDANKE LEBT
Ein österreichischer Fliegersoldat, zum Üben in Schweden statio-
niert, ist mitsamt seinem Gerät zu Bruch gegangen. Kein sehr au-
ßergewöhnliches Ereignis. Das Training für den Krieg sorgt eben
schon in Friedenszeiten für einige Opfer; nachgezählte 71 Landes-
verteidiger hat bislang allein die Luftwaffe ohne jede Feindbe-
rührung ins Jenseits befördert. So weit, so normal:
"Natürlich stürzen auch ganz moderne Düsenkampfflugzeuge am lau-
fenden Band ab, zumal bei Schulungsflügen." (Kurier)
Doch darf sich eine wehrhafte Öffentlichkeit nicht damit zufrie-
dengeben, routinemäßig ihre toten Fliegerhelden zu betrauern. Sie
muß darüber hinaus, speziell in diesem Fall, kritisch überprüfen,
ob das auch wirklich hat sein müssen. Damit sind die drei Ge-
sichtspunkte vorgegeben, unter denen die "Draken-Tragödie" als
Material für die politische Debatte taugt:
a) gehört sich zum 100sten Mal die Frage gewälzt, ob dieser Vogel
wohl dem Anspruch genügt, daß unser Kriegsgerät von 1A-Qualität
zu sein hat;
b) gehört dasselbe Problem am Personal durchgekaut: sind Ausbil-
dung, Menschenmaterial und seine moralische Betreuung auch vom
Besten?
c) ergeben sich noch Bedenken der Art: Haben uns die Schweden
vielleicht hereingelegt? Haben sich unsere Politiker gar hinein-
legen lassen? Wie fähig ist unsere Heeresführung?
Lauter aufgeregte Fragen und Probleme, die davon künden, wie sehr
der Öffentlichkeit ihre Wehrmacht am Herzen liegt. So wird der
Hauptmann Wolf über seinen Tod hinaus für die Förderung der Wehr-
bereitschaft in Dienst genommen und sichergestellt, daß sein vor-
zeitiges Ableben nicht "sinnlos" war fürs Vaterland.
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