Quelle: Archiv MG - EUROPA AUSTRIA - Unsere neutrale Ostmark
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Die Grünalternativen zur Grünen Alternative:
GRÜNALTERNATIVE CHARAKTERKÖPFE
Nachdem Ekel Freda die Wiener Kandidaten wegen Verdacht auf
Nichtwählbarkeit für brave Bürger aus ihrem Wahlverein hinausge-
säubert hat, versuchen die Verschmähten, sich aus eigener Kraft
ins Parlament zu bringen. Was haben sie zu bieten?
1. Eine "demokratische Liste"
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Was unterscheidet "Die Grünalternativen - demokratische Liste
(GAL)" unverwechselbar von "Die Grüne Alternative - Liste Freda
Meissner-Blau"? Der schlaue Einfall, die Methode des Zustandekom-
mens der Listenkandidaten als Gütesiegel in den Listennamen hin-
zuschreiben, bietet dem potentiellen Wähler eine erste Entschei-
dungshilfe: Setzt er lieber auf gesinnungsgeprüfte, Freda-gete-
stete und für vorzeigbar befundene Qualitätsdemokraten aus dem
Hause Meissner-Blau? Oder vertraut er eher dem anderen grünen
Pickerl, daß die Kandidaten, die gewählt werden w o l l e n,
schon echt demokratisch gewählt worden s i n d? Wem das nicht
reicht, dem hilft vielleicht weiter, daß auf der GAL einer kandi-
diert, der "der Linkenhatz der Gruppe um Freda Meissner-Blau" das
kämpferische Bekenntnis "entgegenstellt, daß er stolz darauf ist,
ein linker zu sein" (die linke, Nr. 15a). Dann fällt es ihm wie
Schuppen von den Haaren und er weiß, was Linke brauchen: "Wir
brauchen einen linken Wahlkampf!!! Wir brauchen eine linke Ver-
tretung im Parlament." (die linke). Vielleicht aber braucht sich
der linke Wähler, der sich im Klassenstaat vertreten sehen will,
auch gar nicht entscheiden, und die Anführerin der grünen Linken-
hatz nimmt die stolzen Linken doch noch unter ihre mandatsträch-
tigen Fittiche. Denn die angekündigte Kandidatur der Linken gegen
die Linkenhatzer ist eigentlich nur eine dieser raffinierten Tak-
tiken, auf die sich stolze Linke so meisterlich verstehen: man
tut so als ob, damit man es dann hoffentlich bleiben lassen kann:
"Gestärkt mit mindestens 500 Unterstützungserklärungen wird
man/frau dann nocheinmal verhandeln." (die linke) Wenn die Taktik
aber schief geht und alle Bettelei die Linkenhatzer nicht dazu
bewegt, den stolzen Linken bei sich zumindest ein halbes, aber
ein warmes Listenplätzchen einzuräumen, dann bleibt die GAL bein-
hart und kandidiert tatsächlich gegen die Freda-Liste. Oder doch
nicht ganz: "Neben ihr und nicht gegen sie" (die linke) will dann
die GAL ihre zurückgewiesene Liebe zur Einheit beteuern.
Fazit : Die Sehnsucht, durch einen Platz in der legislativen Ge-
walt des bürgerlichen Staates zu einer (linken) Respektsperson zu
werden, macht vor keiner Schamgrenze halt.
2. Echte Charaktere
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Da ist einmal Hermann Dworczak, der seinen Verein, dem er vor-
sitzt, rechtzeitig zur Wahl von "Gruppe Revolutionäre Marxisten"
in "Sozialistische Alternative" umgetauft hat, damit dieser
stolze Linke auch für Leute wählbar wird, die Marxismus und Revo-
lution hassen wie die Pest. Ein kühner Mann, der stets entschie-
den dem gerade geltenden offiziellen Zeitgeist nachhechelt, weil
er in der gesetzgebenden Versammlung unbedingt "für gesellschaft-
verändernde, sozialistische Position stehen" möchte. "Aktuell"
sehen die so aus:
"Meine - aktuelle - politische Position läßt sich vielleicht fol-
gendermaßen charakterisieren: 'purpurrot', gemixt mit starker
ökologischer Sensibilität - also ein 'offener' Marxismus auf der
Höhe der Zeit." (Selbstdarstellung von H.D. in: die linke)
Wenn einmal eine interne Anmerkung gestattet ist, lieber Hermann:
Wir haben es schon immer gesagt, daß das ungemein listige Revolu-
tionskonzept des E n t r i s m u s (zu deutsch: Die Institution
des Feindes so geschickt zu unterwandern, daß garantiert keiner
irgendetwas davon merkt) konsequent dabei endet, daß ein purpur-
roter Ökomixsensiblo für seine Entsendung ins Parlament damit
wirbt, daß sein offener Opportunismus der Höhe noch jeder Zeit
gewachsen ist.
Da ist erstens Andrea Komlosy. Sie hat nicht nur den faschisti-
schen Geruchstest in einem Interview mit "Kronenzeitungs"-Repor-
ter Michael Jeanee 1a bestanden:
"Ich habe eine feine Nase, die mich selten täuscht. Und Kommuni-
sten rieche ich kilometerweit. Frau Dr. Andrea Komlosy ist
keine." (KZ vom 12.10.86)
Sie gibt auch noch damit an, daß sie sich vor einem Herrn Jeanee,
gemeinsam mit Freda, nicht zu verstecken braucht, wenn es darum
geht, Kommunisten das Handwerk zu legen:
"Ich setze mich mit Kommunisten an einen Tisch, in Fragen der
Dritten Welt und vor allem der Friedensbeweeung. Was Frau Meiss-
ner-Blau übrigens auch tut. Ich mache das nicht zuletzt deshalb,
um den Genossen auf die Finger zu schauen. Damit die wichtige
Friedensbewegung nicht zu einem verlängerten Arm Moskaus wird."
(Andrea ebd.)
Die enorm "wichtige" Friedensbewegung war für die Andrea nämlich
eine Herzensangelegenheit,
"wobei es mir nicht darum ging, Raketen zu verhindern, sondern
vor allem um internationale Fragen, Wirtschaftsprobleme, welche
Dynamik zum Krieg die Wirtschaft entwickelt." (Andrea in: die
linke)
Das Raketenverhindern wäre dem Fräulein Dr. viel zu primitiv ge-
wesen; sie schätzte die Friedensbewegung nicht nur als wichtige
Gelegenheit für lebendigen Antikommunismus, sondern vor allem als
Übungsfeld für konstruktiv-verantwortliches "Fragen", das unbe-
dingt ins Parlament gehört. A b s c h a f f e n hätte sie den
Gegenstand ihrer internationalen und wirtschaftsproblematischen
Fragen vielleicht vor 100 Jahren mögen:
"Für die Abschaffung des Kapitalismus hätte man im 19. Jahrhun-
dert eintreten können, als er in voller Blüte stand. Aber jetzt?"
(Andrea in Kz vom 12.10.)
Jetzt will sie lieber in der politischen Gewalt, die seinen Sie-
geszug im 20. Jahrhundert durch- und fortsetzt, mit Sitz und
Stimme präsent sein.
Da ist weiters Erica Fischer, frau. Sie ist zwar nicht, wie
Freda-Frau, beim Ausschnapsen der Kandidatenliste publikumswirk-
sam kollabiert (eine Übung, die immer mehr in Mode kommt: Grab-
her-Meyer, Genscher neulich...; wie schöner ließe sich die Be-
troffenheit über das eigene verantwortliche Engagement in Szene
setzen?); dieses Manko konnte sie aber lässig mit einem garan-
tiert echten Weinkrampf wettmachen, bei dem sie sich immerhin
noch als Märtyrerin der gemeinsamen Sache darstellen konnte:
"Ich bin eine demokratisch gewählte Putschistin, ich bin eine
sektiererische Linke. Ich bin eine Kämpferin für die Frauen. Und
für diesen Kampf brauche ich nicht das Parlament, das ganze Land
ist Kampfbühne. Ich bin ein Opfer der Gewalt, und ich weiche der
Gewalt." (schluchz und ab)
Naja. Als die Augen wieder trocken waren, wußte sie sofort, wo-
ran's liegt:
"Die Frauen konnten sich bei den Sitzungen nicht mehr in die Au-
gen schauen, wurden im Machtspiel der Männer hin- und hergescho-
ben." (Erica in: die linke)
Die gute Frau erklärt sich von der NATO über den Sozialstaat bis
zu innergrünen Gehässigkeiten beim Streit um Abgeordnetensitze
alles Übel damit, daß Männlein und Weiblein im Kampf liegen und
allüberall das Prinzip der Männlichkeit obsiegt, auch wenn das
beim vorliegenden Anlaß auf den Namen Freda hört. Jetzt hat sie,
"nach der Medienschlacht der letzten Tage, für mich persönlich
nur noch ein Ziel: den aufrechten Gang." (die linke)
Der soll schnurstracks ins Hohe Haus führen. Dort angelangt,
führt er 1. das Prinzip frau in den/die Nationalrat/rätin ein und
bereichert 2. die Frauenquote dort enorm. Das nützt den Frauen
zwar überhaupt nichts, aber frau ist allemal ein Wahlkreuz wert.
P.S.: Wer so grundaufrecht durch die Welt tigert, läßt freilich
seine Kandidatur auch wieder bleiben, wenn ihm einfache Hochrech-
nungen die Einsicht nahelegen, daß dieser Gang ins parlamentari-
sche Abseits führt.
Da war ferner Manfred Srb. Er ist gelähmt, also leibhaftiges Aus-
hängeschild von "Betroffenheit", auf die grünalternative Moralre-
präsentanten so scharf sind. Ein vorzeigbares Opfer, das sich die
demokratische Laune nicht vermiesen läßt. Während Parteichef und
Kanzlerkandidat der Regierungspartei mit leichten Mädchen Cancan
tanzen, hat sich dieser Mensch unter anderem durch die
"Verleihung der 'Goldenen Krücke'" für einen Sitz im Nationalrat
qualifiziert. Wie man liest, möchte er jetzt aber doch lieber
hinter Freda ins Hohe Haus rollen.
Das Abgeordnetensalär gönnen wir dem Mann herzlich; es bleibt
aber dabei, daß wir die Masche, für einen Wahlverein mit der spe-
ziellen Volksverbundenheit seines behinderten Kandidaten Stimmung
zu machen, für extrem widerlich halten.
Schließlich ist da noch Helmut Hejtmanek. Er hat dem Staat sowohl
den militärischen wie den zivilen Dienst verweigert und ist des-
wegen von ihm eingesperrt worden. Wer das für einen guten Grund
hält, Helmut deshalb in die Instanz zu wählen, die die Gesetze
beschließt, auf Grund derer er sitzt - dem ist auch nicht mehr zu
helfen.
Fazit: Es kann unmöglich sein, daß sich alle so aufführen, bloß
weil Wahlen angesagt sind. D i e s i n d s o!
***
Grünalternatives Erfolgsrezept made in USA
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"Wir haben da jede denkbare Mischung drin. Ich habe einen Schwar-
zen, ich habe eine Frau, zwei Juden und einen Krüppel." (Der ame-
rikanische Innenminister James Watt über die Zusammensetzung ei-
ner Regierungskommission)
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