Quelle: Archiv MG - BRD WIRTSCHAFTSPOLITIK UMWELTPOLITIK - Smog und Molke - alles im Griff!
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Ringvorlesung Mensch, Markt, Natur:
Die VWL nimmt sich der Ökologie an:
MIT DEM PREISSIGNAL DEN GRENZSCHADEN GEPLANT
Die Art und Weise, in der VWL-Professoren sich mit der
"Umweltproblematik" beschäftigen, verdient den Vorwurf des
D o g m a t i s m u s. Sie beschäftigen sich nämlich gar nicht
mit dem v o r l i e g e n d e n Umweltdreck in der Marktwirt-
schaft, sondern mit i h r e n M o d e l l e n d e r
M a r k t w i r t s c h a f t. Und da belehrt sie ein kurzer
Blick in ihre eigenen Lehrbücher darüber, daß das "ökologienahe
Organisationsprinzip des Marktes" (Bonus) die vorhandene Umwelt-
verschmutzung eigentlich gar nicht zuläßt. Daraus folgern sie so-
fort, daß der Grund allen Übels in etwas liegt, was es (noch) gar
n i c h t gibt: Nämlich in der N i c h t-Verwirklichung ihrer
schönen Modelle. "Umweltprobleme" sind aus volkswirtschaftlicher
Modellsicht daher nichts anderes als "F e h l allokationen"
(Hansmeyer), Folge "falscher" Preise und f e h l gesteuerter In-
novationen usw. Volkswirte gehen einfach davon aus, daß ihre Wis-
senschaft die einzig vernünftige Methode des "Wirtschaftens" be-
schreibt, also auch die Umweltökonomik die prinzipielle Lösung
aller "Umweltprobleme" bietet, die der Rest der Menschheit bloß
noch umsetzen müßte. Die "Umweltprobleme" kommen ihnen gerade
recht, um aller Welt das Loblied auf den genialen Problemlösungs-
mechanismus namens Markt zu singen und auf seine kongenialen ma-
thematischen Berechner, die auch noch die allseits beliebte Natur
erfolgreich in ihre Modelle eingebunden haben.
Knappe Umwelt braucht Effizienz
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Wichtig ist die "Unterscheidung zwischen der Wirtschaft als Er-
kenntnisobjekt der Ökonomik und der Ökonomik als Denkmethode, als
Wissenschaft vom effizienten Einsatz knapper Mittel." (Hansmeyer)
Man kann zwar beide Ökonomiken kaum unterscheiden, weil die real-
existierende Marktwirtschaft, die die eine Ökonomik zu erklären
behauptet, doch irgendwie das A b b i l d der nur
m o d e l l t h e o r e t i s c h e n anderen Ökonomik sein
soll. Doch mit seiner Unterscheidung kann der Ökonom nun je nach
Opportunität mit zwei Zungen reden: Die existierende Marktwirt-
schaft ist einerseits prima, weil im P r i n z i p so was ähn-
liches wie ein VWL-Modell, andererseits haben alle ihre
u n s c h ö n e n Begleiterscheinungen nichts mit ihrem eigent-
lichen (VWL-)Prinzip zu tun, sondern sind
A b w e i c h u n g e n davon. Spiegelbildlich die Ökonomik:
Wenn es um den Umweltdreck geht, dann ist sie eine
a u s g e d a c h t e M e t h o d e zu seiner Behebung. Ande-
rerseits will die VWL auf den selbst erzeugten Schein nicht ver-
zichten, ihre Methode würde tatsächlich auf dem Markt
e x i s t i e r e n. Das ewig gleiche Geschäft der VWL, wenn sie
sich mit den aktuellen Problemen der Zeit beschäftigt, besteht
also darin, nachzuweisen, daß i n i h r e r D e n k-
m e t h o d e alles paletti ist. Nur die Welt müßte dem etwas
mehr als bisher nachkommen.
"Das ökonomische Prinzip besagt bekanntlich nichts anderes als
gegebene Ziele mit möglichst geringem Mitteleinsatz zu erreichen
bzw. mit den vorhandenen und begrenzten Möglichkeiten das Beste
zu verwirklichen. Dieses Prinzip muß daher auch für den menschli-
chen Umgang mit der Umwelt und für die Umweltpolitik gelten. We-
gen ihrer Knappheit muß mit der Umwelt wirtschaftlich umgegangen
werden, Umwelt ist Gegenstand des Wirtschaftens, und die Umwelt-
ökonomik liefert Kriterien für ihre effiziente Bewirtschaftung."
Mit reichlich angeberischen Tönen erteilt sich hier ein Ökonom
das (alleinige) theoretische Sorgerecht für die Umwelt. Bloß: was
steckt hinter der "Ökonomik als Denkmethode", die mit einer
"Erkenntnis" der Wirtschaft und dem Umweltdreck, den diese her-
vorbringt, nicht zusammenfallen soll? Um eine Methode soll es
sich handeln, mit der man ganz prinzipiell "effizient" "gegebene
Ziele" verwirklichen kann. Diese Wundermethode macht sich in ih-
rer totalen Begeisterung für Effizienz allerdings etwas unglaub-
würdig: Es kommt nämlich schon auf das "gegebene Ziel" an bei der
Frage, welche Methode zu s e i n e r Erreichung geeignet ist.
Wer für jedes beliebige mögliche Ziel (schon bevor man es kennt)
d i e Lösung parat zu haben behauptet, ist ungefähr so
"sachkundig" wie der Pastor, der in jeder Lebenslage die Hilfe
Gottes beschwört.
Die besondere Begründung, daß die Ökonomik bei "knappen Mitteln"
echt unentbehrlich ist, macht die Sache auch nicht vernünftiger.
Aus knappen Mitteln sollen laut VWL die "Kriterien für einen ef-
fizienten Mitteleinsatz" folgen. Doch knapp können Mittel nur im
V e r h ä l t n i s zu den logisch v o r a u s g e s e t z-
t e n Kriterien ihres Einsatzes sein. Erst wenn eine Sache für
einen Zweck eingesetzt werden soll, wird sie überhaupt zum
Mittel. Daß umgekehrt die Knappheit eine E i g e n s c h a f t
der Dinge (hier der Umwelt) sein soll, aus der die
Benutzungskriterien erst folgen sollen, ist daher ein Ding der
logischen Unmöglichkeit. Mag die Aussage, daß Coca-Cola
prinzipiell knapp ist, auch falsch sein, so kann man sich darun-
ter doch noch etwas vorstellen: Zuwenig Cola gemessen am Durst.
Doch "knappe Umwelt", was soll das sein? Hat man denn seit neue-
stem das Problem, daß zu wenig Umwelt vorhanden ist? Oder ist es
nicht vielmehr so, daß Umwelt zwar reichlich da ist, dafür aber
verdreckt? Doch von der V e r dreckung der Luft, die ja offenbar
R e s u l t a t der existierenden Produktionsweise ist, will der
Umweltökonom nicht reden. Denn dann ginge es ja darum, sich zu
überlegen, wo die Umweltverschmutzung herkommt und warum sie
stets weitergeht, inzwischen sogar schon unter Betreuung eines
eigenen Ministeriums.
Da die VWL ihre Zuständigkeit für Umwelt reklamieren will, und
sie eben für Knappheit zuständig ist, interpretiert sie den Dreck
in eine Knappheit um. Dafür hat sie sich folgende Logelei ausge-
dacht: Wenn die Luft dreckig ist, ist saubere Luft eben knapp.
Als ob es die Luft doppelt gäbe: Auf der einen Seite einen Topf
mit sauberer Luft, auf der anderen einen mit dreckiger Luft. Es
zählt doch längst zu den Errungenschaften unserer schönen Markt-
wirtschaft, daß in der BRD so ziemlich j e d e s Stück Luft
verdreckt ist.
Mit dieser etwas gewaltsamen Uminterpretiererei der weder guten
noch knappen Umwelt in ein "knappes Gut" hat es die VWL ge-
schafft, den Umweltdreck als ein der Wirtschaft nun mal leider
v o r a u s g e s e t z t e s Problem zurechtzuschustern. Dabei
tut sie so, als hätte jede Form des Produzierens das Problem,
frei wirtschaftende Kapitalisten daran zu hindern, mit ihrer Ko-
stenkalkulation die Umwelt endgültig zu ruinieren.
Der Preis ist ein Signal
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Preise hält ein Ökonom für eine derart natürliche Sache, daß er
sogar Sachen Preise anhängen will, die diese nicht einmal mitten
in der realen Marktwirtschaft haben. Da macht es gar nichts, daß
zu einem Preis immer noch ein Eigentümer gehört, der mit einem
Gut ein Geschäft machen will. Aus der Sicht des VWLers wird aus
einem Gut, das gar keines ist, ein "öffentliches" und aus einem
Preis, den es nicht gibt, ein "Nullpreis":
"das Problem liegt darin, was die Ökonomen öffentliche Güter nen-
nen. Sie erzielen auf dem Markt einen Preis von Null. Das ist als
negative Rückkoppelung das falsche Signal." (Bonus)
Die Idee dieses Modells, daß der Preis nämlich ein Signal sei,
das den Unternehmern mitteilt, wieviel Umweltdreck sie jeweils
produzieren sollen, ist etwas seltsam. Denn zum einen wundert man
sich, daß die gesamte Diskussion in der Öffentlichkeit als
"Signal" noch nicht zu den Unternehmern vorgedrungen ist. Auch
wenn Preise die einzige Sprache sein sollen, die die Unternehmer
verstehen, so wundert man sich immer noch darüber, daß ein an den
Staat zu entrichtender Preis, eine Steuer, also x Mark pro Kubik-
meter, verständlicher sein soll. Was bedeutet dieses "Signal"
denn in der Preissprache? Die Verdreckung unterlassen, um nichts
zahlen zu müssen, ist da nur e i n e, auch noch unwahrscheinli-
che Alternative. Die anderen kennen VWLer sehr genau: Geld zahlen
und weiter verdrecken; Steuer nicht zahlen und einen anderen
Dreck ablassen; denselben Dreck woanders in die Luft pusten und
und und. Eines wird jedenfalls auf keinen Fall "signalisiert": Ab
sofort gilt "Umweltqualität" als neues Produktionskriterium.
Der Preis als Signal ist die widersprüchliche Konstruktion eines
Signals, dessen Bedeutung ganz davon abhängt, wie sein Empfänger,
also der Unternehmer, es verstehen will, d.h. je nach dem wie er
gerade kalkuliert. Dieses "Signal" hat sich die VWL deshalb kon-
struiert, weil sie gleichzeitig zwei sich ausschließende Dogmen
vertreten will: Einerseits soll gerade die F r e i h e i t
d e r U n t e r n e h m e r der Witz am Zaubermechanismus Markt
sein. Andererseits soll gerade diese Freiheit ein Mittel dafür
sein, viel besser als jede Planwirtschaft ein wirtschaftliches
Ziel zu p l a n e n. Kein Wunder, daß nun eine ewige und not-
wendig unterscheidbare Suche nach dem Steuerungsinstrument anhebt
(mehr "feintuning" oder lieber etwas weitere "Rahmenbe-
dingungen"), das die Unternehmer, ohne ihre Freiheit einzu-
schränken, trotzdem dazu bringt, das erwünschte Resultat
hervorzubringen.
Mancher Ökonom mißtraut da einer Steuer, weil er sich selber
schon ausrechnet, daß dann der Unternehmer genügend Kalkulations-
freiheit hat, mit der Steuer umzugehen, ohne daß sich seine
Dreckproduktion mindert. Eine Art und Weise, mit diesem Wider-
spruch umzugehen, ist die "Mengen- und Kontingentlösung". Dabei
soll der Staat eine Vorschrift erlassen, daß nur die Menge an
Schadstoffen emittiert werden darf, die jetzt schon ermittelt
wird, damit sich zunächst zumindest die Emission nicht erhöht.
Dies geschieht über Lizenzen, die einem erlauben, ein bestimmtes
Quantum Dreck zu produzieren und die man v e r k a u f e n
kann. So genial es dem VWLer auch erscheint, daß hier jetzt ein
mit Preisen ausgestattetes Papier auf dem Markt handelbar ist, so
schnell fällt ihm zur Senkung der Emissionswerte wieder das
staatliche Kommando ein. Von Zeit zu Zeit soll das erlaubte Quan-
tum pro Lizenz staatlicherseits gesenkt werden. Das alles ist ein
schlechter Witz, wenn man bedenkt, daß hier die Marktwirtschaft
als bestes Instrument zur Umweltsäuberung vorgestellt werden
soll. Selbst glühende Verfechter des freien Unternehmertums, die
VWLer berufsmäßig nun mal sind, unterstellen ganz lässig in ihrem
Gedankengebäude, daß ein ganzer Behördenapparat mit jeder Menge
Bürokraten her muß, um diese Lizenzen zu erstellen, zuzüglich ei-
ner riesigen Umweltpolizei, die überall darauf aufpassen muß, daß
sich die Unternehmer auch alle an die ihnen zustehende Emissions-
menge halten. Aber wenn es um die Demonstration der Leistungsfä-
higkeit seines geliebten Modells der freien Marktwirtschaft geht,
dann schreckt ein Ökonom nicht mal vor "staatlicher Kommandowirt-
schaft" zurück.
Wir berechnen das Optimum des Schadens
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Das schöne Bild der VWL, daß Markt und Preise in ihrem geheimnis-
vollen Zusammenspiel das hervorbringen sollen, was eine Planung
angeblich nie und nimmer hervorbringen könnte, nämlich Kriterien
für den "Umgang mit Natur", hat einen ganz entscheidenden Haken:
Nicht einmal die VWL kennt die entsprechenden Preise und Mengen.
Dieselben Professoren, die es für absolut unmöglich erklären, daß
man eine Gesellschaft planmäßig mit Brötchen versorgen kann, ohne
daß man die "Information" des Marktes hat, fordern den Staat auf,
mit seiner Steuer die Plankennziffer Preis v o r z u g e b e n,
die der Markt erst e r m i t t e l n sollte. Solche kleinen Wi-
dersprüche machen der VWL allerdings wenig aus: Von der tatsäch-
lichen Ermittlung eines exakten Preises hängt ihr Fortgang gar
nicht ab. Sie macht sich an die exakt mathematisch durchgeführte
D e m o n s t r a t i o n, daß ein solcher Preis (oder Menge),
der alle Probleme löst, i m P r i n z i p denkbar ist. Und das
sieht dann so aus:
^ DM ^ DM
* *
! *Grenzkosten der * !
! *Schadenvermeidung Grenzschaden* !
! * * !
! * * !
! * * !
! * * !
! * * !
! *C* !
! * ! * !
! * ! * !
! * ! * !
! * ! * !
! * ! * !
! * optimaler Umfang der * !
!* Schädigung >! *!
+--------------------------------------------->
emittierte Schadstoffmenge
<----------------------------------------------
reduzierte Schadstoffmenge
Die Lösung aller Umweltprobleme: Der Punkt C
Eins weiß dieser Mensch sofort. Wenn er kein Koordinatensystem
hat, wo auf den Ordinatenachsen DM (oder besser GE) steht, dann
kann er sowieso nicht wissen, welches Produzieren gesellschaft-
lich vernünftig wäre oder nicht. Frage: Ist die Einleitung von
Quecksilber in den Rhein vernünftig oder nicht? Antwort der VWL:
Kann man nicht sagen, wenn man nicht weiß, wieviel die Entfernung
aus dem Rhein kostet, und wieviel ein quecksilbervergifteter
Rheinfischverzehrer Schaden in DM-Höhe hat. Denn ohne diese Grö-
ßen können wir den Punkt C nicht herausbekommen.
Doch der VWLer kann ja malen und einen Schnittpunkt von zwei ex-
ponentiellen Kurven herstellen. Fragt sich bloß, was das soll.
Der Ökonom macht in seinem Schaubild eine gesamtgesellschaftliche
Planung der Produktion vorstellig, die es garantiert nur in sei-
ner volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung gibt. Denn seit wann
planen denn Staat, Unternehmer und Arbeitnehmer in einer konzer-
tierten Aktion gemeinsam, was zu welchen Kosten und mit welchen
Schadstoffemissionen hergestellt werden soll? Der Ökonom würfelt
diese disparaten und gegensätzlichen Subjekte in einem Koordina-
tensystem zusammen, damit sein schönes B i l d einer vernünftig
geplanten = kostengünstig gerechneten Produktion ins rechte Licht
gerückt wird. Die Kurve der "Grenzkosten der Schadensvermeidung"
kann der Wissenschaftler durch Befragung einschlägiger Unterneh-
men ja konstruieren. Da mag man sich zwar wundern, daß sich die
freien Preise ausgerechnet auf einer mathematischen Kurve stetig
auftragen lassen, doch wen stört das schon? Daß es allerdings
auch noch eine Kurve des "Grenzschadens in DM" gibt, ist bezeich-
nend. Denn wenn einem beim Stichwort Schaden gleich Kosten ein-
fällt, dann wären das doch wohl die Kosten zur Schadensvermeidung
oder Rückgängigmachung. Doch diese Kosten sind ja schon in der
anderen Kurve bilanziert. Damit der Ökonom aber auch zwei Kurven
hat (denn merke: nur z w e i Kurven können miteinander einen
Schnittpunkt bilden), behauptet er die qualitative Gleichung:
Schaden = Kosten. Diese Gleichung ist Unsinn, weil beide Seiten
inkommensurabel sind. Eine Quecksilbervergiftung oder ein toter
Wald hat nun einmal mit einer DM-Größe nichts zu tun. Da kommt
nur jemand drauf, der die Tatsache, daß in der kapitalistischen
Produktionsweise tatsächlich alles mit Geld b e wertet wird, da-
hin verwandelt hat, daß überhaupt immerzu und alles einen Preis
besitzt oder besitzen müßte. Dabei kommt man dann auf so perverse
Vorstellungen, daß viel Geld und viel Schaden ungefähr dasselbe
sind wie wenig Geld und wenig Schaden, am Besten aber wohl mit-
telviel Schaden und mittelviel Geld. Der Unsinn, q u a l i-
t a t i v ungleiche Größen gleichzusetzen, also Sachen, die
keinen Wert haben, "monetarisieren" zu wollen, wird nicht dadurch
besser, daß noch jeder Ökonom zugibt, den genauen Preis eines
Lungenkrebses in Heller und Pfennig nicht ausrechnen zu können.
Durch die Angabe eines großzügigen Ermessensspielraums wird die
"Monetarisierung" weder vernünftiger noch praktischer. Mehr als
das ökonomische Dogma, daß noch jeder Schaden seinen Preis hat,
kommt nicht heraus.
Fazit: Wenn der Umweltökonom davon ausgeht, daß Umweltdreck eine
Frage des "optimalen Umfangs der Schädigung" ist, dann hält er
erstens den kapitalistisch produzierten Dreck für eine natürliche
Begleiterscheinung jeden Produzierens. Daß in der Produktion
selbst das Kriterium der Gesundheitsverträglichkeit herbeikomman-
diert wird, hält ein Fan von Markt, Preis und Unternehmerfreiheit
einerseits für absurd und unmöglich, andererseits behauptet er,
daß die Produktion allerdings umweltfreundlich geplant werden
kann, und zwar dadurch, daß man sich gerade nicht um die Produk-
tion kümmert, sondern auf dem Markt ein paar Preise verändert und
den Rest der Kalkulation der Unternehmen überläßt. Das soll schon
möglich sein, zumindest im Prinzip und in der Rechnungsweise der
VWL. Mit der tatsächlichen Rechnungsweise der Marktwirtschaft und
ihren Staaten hat diese allerdings nur in einer Weise etwas zu
tun: Erstere sorgt für einen "optimalen Umfang" und bleibenden
Grenznutzen der Umweltökonomik.
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