Quelle: Archiv MG - BRD WIRTSCHAFTSPOLITIK UMWELTPOLITIK - Smog und Molke - alles im Griff!


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       Bremen aktuell
       

SANDOZ-GIFT IM HAFEN? - WAS DENN SONST?

Einen Umweltskandal wollten die GRÜNEN in Bremerhaven aufgedeckt haben: 8080 Fässer mit dem Rheingift von Sandoz hat die Bremer Lagerhausgesellschaft platzsparend in einer Packhalle am Contai- nerterminal gestapelt. Für mindestens ein halbes Jahr. Ein "irreguläres Zwischenlager" sei das, meinten die GRÜNEN, es "verstoße gegen die Sicherheitsvorschriften " mit geradezu "tödlichem Leichtsinn". Das sollte, meinten die GRÜNEN, auch dem Senat zu denken geben. "Der Senat müsse an die BLG herantreten und darauf drängen, das Einlagerungsgeschäft wegen der immensen Gefahren rückgängig zu machen." Der Skandal wurde keiner. Nicht daß dementiert oder beschönigt worden wäre von den Geschäftemachern und ihrer politischen Auf- sicht. Beschönigt hatten nur die GRÜNEN, indem sie diese Herr- schaften als beste Adresse für Bevölkerungsschutz ausgegeben hat- ten. "Es ist unser alltägliches Geschäft, derartige Güter zwi- schenzulagern", erklärte trocken der BLG-Mann. Recht hat er. Das ist das ganz reguläre Lagerhausgeschäft: Es macht Profit damit, daß es das Lagern und Umschlagen der Waren einer Masse von Kapi- talisten bei sich konzentriert und diesen damit Lager- und Um- schlagskosten erspart. Das garantiert den Bewohnern von Hafen- städten ein spezielles Heimatflair. "Durch die bremischen Häfen werden Jahr für Jahr mehr giftige, ätzende, entzündliche, explosive und radioaktive Stoffe ge- schleust." Ein Verstoß gegen staatliche Sicherheitsvorschriften? "Erlaubt ist nahezu alles, was irgendwo auf der Welt einen Abnehmer fin- det", bemerkt der WESER-KURIER. Der Grund liegt auf der Hand. Die Sicherheitsvorsorge gilt eben dem Hafengeschäft und der Bremer Steuerkasse als maßgeblichen Zwecken. Dafür sorgt die "Gefahrgut- Verordnung See". "Andere Häfen wären froh darüber, uns auch in diesem Bereich Tonage abjagen zu können", meint ein anderer La- gerhaussprecher mit sicherem Gespür dafür, was bescheuerten Lo- kalpatrioten einleuchtet. Nicht, daß gar nichts verändert werden soll. Die Feuerwehr wirbt für Nachrüstung. Und eine Sofortmaßnahme steht schon fest. "Ungehindert konnte Peter Maurer in die Lagerhalle spazieren und fotografieren." Das fand der grüne Skandalaufdecker besonders skandalös. "Ein Sprecher der Bremerhavener Feuerwehr bestätigte dies. Es sei allerdings nicht zulässig, daß sich Unbefugte frei auf dem BLG-Gelände bewegen könnten." zurück