Quelle: Archiv MG - BRD WIRTSCHAFTSPOLITIK UMWELTPOLITIK - Smog und Molke - alles im Griff!


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       Umweltschutz in der Ex-DDR
       

ES LIEGT ALLES AM SYSTEM!

I. Einfach menschenverachtend war sie, die Politik des SED-Regimes. Das weiß schließlich jeder. Beweis: Gegen harte Devisen wurden in der "größten Sondermülldeponie Europas" hochgiftige Stoffe aus Italien und Frankreich, aus Belgien und Schweden und nicht zu- letzt aus der Bundesrepublik dort abgelagert. Schließlich wollten wir das giftige Zeug bei uns nicht haben. Heute, nach der Wiedervereinigung ist das natürlich alles ganz anders. Beweis: Unser bewährter Umweltminister Töpfer plant, in den unrentablen Bergwerken der Ex-DDR hochgiftigen Sondermüll, verseuchtes Erdreich und schwermetallhaltige Abfälle einzulagern. Dabei können zwar über Kilometer hinweg Trinkwasservorkommen ver- seucht werden, aber so etwas brauchen wir einfach. Schließlich fallen nicht nur in der Ex-DDR täglich eine Menge gefährlicher Abfälle an, die "entsorgt" werden müssen. Und außerdem kann eine gut geführte Sondermüllkippe durchaus rentabel sein. Also eindeu- tig "ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz, insbesondere für die fünf neuen Bundesländer". Schließlich geht es jetzt nicht mehr um "Devisen für den Honecker-Staat", sondern um Gewinne für das neue Deutschland. II. Rücksichtslos gegen die Gesundheit ihrer Bürger hat die alte DDR- Regierung gefährliche Atomkraftwerke gebaut. Klar, daß unser be- sorgter Umweltminister die aus Sicherheitsgründen schließen las- sen mußte. Jetzt denkt Wirtschaftsminister Möllemann laut darüber nach, zwei neue Kernkraftwerke in der Ex-DDR bauen zu lassen. Klar, daß er dabei nur an die Gesundheit der Bürger denkt. Zwar verstrahlen auch AKW's westlicher Bauart die Umwelt, und das "Restrisiko" größerer Katastrophen ist einkalkuliert. Aber AKWs, die billigen Strom für die kapitalistische Industrie produzieren sind allemal "ungefährlicher" als Atommeiler, die den Sozialismus elektrifi- zieren. III. Umweltvergiftend und naturzerstörend waren die Braunkohlewerke in der e h e m a l i g e n D D R. Jetzt erklären die westdeut- schen Energiekonzerne, daß sie ohne den Braunkohletagebau in den f ü n f n e u e n B u n d e s l ä n d e r n nicht auskommen (wollen). Und wenn dann sogar noch mit Filtern die Vergiftung auf das gesetzlich erlaubte Maß festgeschrieben wird, dann ist end- gültig alles Menschenmögliche für die Gesundheit getan. zurück