Quelle: Archiv MG - BRD WIRTSCHAFTSPOLITIK BETRIEBE - Vom Umgang mit dem Arbeiter
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SKANDAL ABGEWENDET!
Parallel zur Werftenfusion sollte die Sieghold-Werft dicht ge-
macht werden. Ein skandalöses Vorhaben, wie die IG Metall meinte.
Die Schließung dieser Werft sei nämlich völlig unnötig. Denn
"der Delmenhorster Unternehmer Höhne ... will in Bremerhaven wei-
terhin von der Werft aus Kernkraftwerke warten." (NZ)
Und das sei eine durchaus realistische Perspektive für die Werft,
meine Betriebsratsvorsitzender Otto Balke:
"Wir können Aufträge für jährlich 90.000 Stunden in der Reparatur
von kleinen Schiffen und 60.000 Stunden in Kernkraftwerken erhal-
ten." (NZ)
Dieses "skandalöse Vorgehen" konnte abgeschmettert werden. Man
hat sich im Werftenverbund mittlerweile geeinigt, daß der Vulkan
die Sieghold-Werft aufkauft und an die geforderte AKW-Wartungsge-
sellschaft verpachtet.
Was solche strahlenden Arbeitsplätze für die Gesundheit der
glücklichen Besitzer bedeuten, ist eben ganz unerheblich. Wenn
Unternehmer mit Entlassungen drohen, dann erhebt die Gewerkschaft
noch den letzten Arbeitsplatz zu einer Dienstleistung an dem, der
ihn ausfüllen muß und nimmt ihn in ihren Forderungskatalog auf.
Und siehe da - schon wird aus einem Job, der seinen "Besitzer"
gewußtermaßen ruiniert - e i n S i e g d e r d e u t s c h e n
A r b e i t e r b e w e g u n g.
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