Quelle: Archiv MG - BRD WIRTSCHAFTSPOLITIK BETRIEBE - Vom Umgang mit dem Arbeiter
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Die Beschäftigungswirksamkeit der Arbeitszeitverkürzung - oder:
DER FREISCHICHTEN-AUSGLEICHSKAPAZITÄTS-
RESERVENFLEXITEILZEIT-LÜCKENFÜLLER
Da heißt die 40 Stunden- plus Überstunden plus Sonderschichten -
Arbeitswoche bei VW seit diesem Jahr "37-Stunden-Woche".
Deswegen summiert sich so allerhand an "Ausgleichstagen" übers
Jahr zusammen. Sofern die Autokonjunktur so geschmiert läuft wie
jetzt gerade, ergibt sich daraus ein "Zeitvolumen", das VW ganz
gerne mit Arbeit ausfüllt. Dafür kriegen jetzt z.B. Studenten in
den Werken 3-Monats-Arbeitsverträge. Mit ihnen komplettiert VW
vor, während und nach dem Werksurlaub seine "Abwesenheitsplanung"
so, daß in seine Produktion keine Lücken reißen.
Die Qualifikation, die Arbeitskräfte für diese Sorte "Beschäfti-
gung" brauchen, ist nicht schwer zu erlangen - höchstens schwer
auszuhalten:
1. Müssen sie über einen absoluten Geldmangel "verfügen", so daß
sie jeder müden Mark die ihnen "angeboten" wird, hinterherrennen.
Daraus ergibt sich schon fast wie von selbst Qualifikation Nr.
2. Sie müssen absolut disponibel sein ; d.h. sie müssen zu jeder
Jahres-, Wochen- und Tageszeit auf der Matte stehen, damit sie
genau dann und genau so lange im Werk antreten, bis sie ihre Lüc-
kenfüller-Funktion erfüllt haben. Dafür haben sie dann auch ziem-
lich viel "Freizeit"
Für die Ausbildung dieser Sorte Qualifikation sorgt das Kapital
selber - und zwar massenhaft. So wird ihm erstens das Menschenma-
terial auch für solche Jobs nicht ausgehen. Zweitens gibt es dann
andersrum jede Menge "Beschäftigung", wenn das Kapital gerade mal
solche Leute braucht. Wie eben zur Zeit diese ca. 2500
"Beschäftigungsverhältnisse" bei VW.
Wie nennt das die Gewerkschaft? Ach so: "Arbeit gerechter vertei-
len"!
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