Quelle: Archiv MG - BRD WIRTSCHAFTSPOLITIK BETRIEBE - Vom Umgang mit dem Arbeiter
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Siemens baut Personal ab:
WIEDER EINMAL TOTAL VERSAGT!?
Von der Pressekonferenz der SIEMENS AG in der letzten Woche zur
wirtschaftlichen Lage des Unternehmens gingen folgende Meldungen
durch die Zeitungen:
"Personalabbau trotz verbesserter Auftragslage und höheren Gewin-
nerwartungen. Obwohl das Auslandsgeschäft gut läuft, ist jedoch
die Zahl der Mitarbeiter gesunken. Sie wird auch, daran ließ der
Vorstand keinen Zweifel, noch weiter zurückgehen."
Was heißt da eigentlich "obwohl" und "trotz"? Soll das vielleicht
heißen, daß das kapitalistische Geschäft ein einziges Erfolgsre-
zept für Arbeit und Lohn ist - bloß leider diesmal ausnahmsweise
nicht das einlöst, was es verspricht? Soll es denn wirklich einen
Widerspruch in sich bergen, wenn die "Kennziffern Siemens-Welt
1987/88" vermelden: "Auftragseingang +7%, Umsatz +7%, Mitarbeiter
-1%"?
Einen Widerspruch stellt das freilich überhaupt nicht dar, wenn
Gewinnsteigerung und Personalabbau gleichzeitig stattfinden. Die
kapitalistischen Gewinne sind doch nicht dazu erfunden worden,
damit Arbeiter davon leben Können! Genau umgekehrt ist es: Ge-
winne werden mittels Zahlung von Löhnen gemacht - und deshalb
auch mittels ihrer E i n s p a r u n g. Für den Vorstandsvor-
sitzenden ist deshalb auch eines die große Selbstverständlich-
keit:
"Bei einem in der Branche üblichen Produktivitätsanstieg von 5%
machte der schwache Auftragseingang der letzten beiden Jahre laut
Kaske einen Personalabbau notwendig. Bis zum Jahresende werde es
zu einem nochmaligen Personalabbau im Inland um 2000 bis 3000 Be-
schäftigte kommen."
Der Mann weiß, wovon er redet. Schließlich ist der "übliche Pro-
duktivitätsanstieg" die von ihm selbst ins Werk gesetzte Rationa-
lisierung, mit der er sich jährlich von 5% der Lohnkosten be-
freit.
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