Quelle: Archiv MG - BRD WIRTSCHAFTSPOLITIK BETRIEBE - Vom Umgang mit dem Arbeiter


       zurück

       Walesa auf der Krupp-Betriebsversammlung
       

PROLETARIER ALLER LÄNDER, VEREINIGT EUCH!

Jetzt ist es endlich heraus: deutsche Arbeiter haben wieder ein Ziel, für das es sich zu organisieren und zu kämpfen lohnt: - gegen das "kommunistische System" nämlich, weil dem bekanntlich die Freiheit abgeht, die einem Arbeiter hierzulande das Leben so lebenswert macht: die Freiheit, zwischen Krupp und Thyssen zu wählen, zu arbeiten oder auch nicht, kaufen zu können, was immer einem gefällt und das ganze Jahr über dahin zu reisen, wo die Lohntüte einen so hintreibt. - gegen die "kommunistische Planwirtschaft", weil die bekanntlich ihre Proleten so schlecht ans Arbeiten kriegt - viel schlechter jedenfalls als eine Firma Krupp, die sich bloß auf die Lohn- Abhängigkeit ihrer "Kruppianer" zu verlassen braucht, um diese zu einer lohnenden Leistung für den Betrieb zu "motivieren". - gegen die "Vorherrschaft der kommunistischen Partei", weil die bekanntlich immer noch nicht so ganz einsehen will, daß sich der Auftrag zum Gewinnemachen und soziale Rücksichtnahme grund- sätzlich nicht vertragen - was man schlagend daran sieht, daß die drüben immer noch kein ordentliches "Rheinhausen" hingekriegt haben. - gegen ein "kommunistisches Bankensystem", weil es dieses be- kanntlich nicht versteht, den Arbeitern ihre überflüssigen Gelder aus dem Sparstrumpf zu ziehen, was eine Deutsche Bank bei einem nur geringen Aufwand von 3% ganz lässig hinkriegt. - gegen eine "kommunistische Staatsgewerkschaft", die bekanntlich ihre Mitglieder immer bloß auf das Wohl des Staates und der Wirt- schaft verpflichtet - ganz im Unterschied zu einer Deutschen Ge- werkschaft, die dieses ganz aus freien Stücken tut. Dafür gehört dem Kollegen aus Polen und seinen deutschen Sponso- ren doch unser aller Dank. zurück