Quelle: Archiv MG - BRD WIRTSCHAFTSPOLITIK BETRIEBE - Vom Umgang mit dem Arbeiter


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BLEIBT FRIESEKE IN ERLANGEN?

Der Betriebsrat bei FRIESEKE ist erleichtert. Jetzt zeichnet sich eine Möglichkeit dafür ab, daß nicht nur Erlangen Standort der drei FRIESEKE Unternehmensbereiche Hydraulik, Strahlungsmeßtech- nik und Radiometrie bleibt, sondern daß womöglich auch noch alle drei auf einem gemeinsamen Gelände neu angesiedelt werden. Die Stadt Erlangen jedenfalls ist sofort aktiv geworden, nachdem die Umzugspläne der FAG bekannt geworden waren. Sie hat gleich drei mögliche alternative Areale angeboten und aus dem Stadtrat verlauten lassen: "So einen immensen Arbeitsplätze-Abbau kann sich Erlangen gar nicht leisten." Als Leidtragende eines FRIESEKE-Umzugs sähe die Stadt eben sich. Ob irgend jemand von den Beschäftigten außer Brot gesetzt würde oder ob alle weiterhin ihren bisherigen Lohn bezögen, nur eben außerhalb der Erlanger Stadtgrenzen, das ist ihr Kriterium über- haupt nicht. Sie denkt an das Gewerbesteueraufkommen von FRIE- SEKE, das ihren Stadtsäckel bisher bereichert hat. Und sie denkt an das allgemeine Geschäftsleben, das auch von der Existenz der Firma FRIESEKE i n E r l a n g e n mit abhängt. "Die würden auch unter einem Firmen-Weggang leiden.", sagt der Stadtrat über Bäcker, Supermärkte und Tankstellen rund um Bruck. Auch das wäre schlecht für das Steueraufkommen. Daß die FRIESEKE-Beschäftigten mit ihrer Arbeit das Geschäft von FRIESEKE und mit dem Lohn, den sie dafür kriegen, die Geschäfte vieler anderer Unternehmen er- möglichen - und all das in Erlangen, daran ist die Stadt schon interessiert. Nur, wenn an den neuen Standorten im Erlanger Stadtgebiet dann Entlassungen stattfinden, weil die neu einge- richtete Produktion gleich durchrationalisiert hingestellt wird, dann hat die Stadt natürlich gar nichts einzuwenden: Wo durch verringerte Belegschaft der Gewinn der Firma gesteigert wird, fällt ja für die Steuer und damit für die fürsorgliche Stadt Er- langen allemal etwas ab. Und d a r a u f kommt es ihr an. zurück