Quelle: Archiv MG - BRD WIRTSCHAFTSPOLITIK BETRIEBE - Vom Umgang mit dem Arbeiter


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SIEMENS ENTMÜNDIGT BESCHÄFTIGTE

Man erinnere sich: Die IG Metall hatte im Manteltarifvertrag von 1990 den Betrieben einen Freibrief ausgestellt. Wenn das Geschäft floriert, können sie Teile der Belegschaft statt 37 auch 40 Stun- den in der Woche arbeiten lassen. Dabei können sie sich überle- gen, ob sie sich die verlängerte Arbeitszeit in Geld ausbezahlen oder in den nächsten zwei Jahren einen Freizeitblock spendieren. "Zeitsouveränität der Arbeitnehmer" nannte das die Gewerkschaft. Jetzt jammern die Arbeitnehmervertreter, weil Siemens seinen An- gestellten nicht die Wahl zwischen Geld und Freizeit läßt. "Entmündigt" sollen sie auf einmal sein. Die IG Metall definiert also den feinen Unterschied zwischen "mündig" und "unmündig" so: "M ü n d i g" ist ein Arbeitnehmer dann, wenn er flexibel ist. Je nach Auftragslage seines Betriebes wird für ihn die 37- oder 40-Stunden-Woche angeordnet. Dazu darf sich der Arbeitnehmer freiwillig melden - am besten gleich abteilungsweise. "U n m ü n d i g" ist ein Arbeitnehmer, der bei der flexiblen Benutzung, zu der der Arbeitgeber alle Freiheiten hat, nicht die Wahlfreiheit genießt, sich die verlängerte Wochenarbeitszeit mit Geld oder Freizeit "ausgleichen" zu lassen. Das sind vielleicht Alternativen! zurück