Quelle: Archiv MG - BRD WIRTSCHAFTSPOLITIK BETRIEBE - Vom Umgang mit dem Arbeiter
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Eine beiläufige Mitteilung auf der Betriebsversammlung:
BELEGSCHAFTSREDUKTION für '88 GEPLANT
Ab sofort muß auch im Hause Daimler-Benz mit über das Übliche
hinausgehenden Entlassungen gerechnet werden, weil die Daim-
lerkarossen weniger Konjunktur haben. Und das spricht nicht etwa
gegen das Unternehmen und damit gegen eine Produktionsweise, die
für den Lebensunterhalt von Arbeitern genau soviel übrig hat, wie
sich ihre Arbeit gewinnbringend einsetzen läßt, sondern für die
Unabänderlichkeit solcher Maßnahmen!
Sie bezieht die neuen Marktdaten in ihre Kalkulation des nächsten
Geschäftsjahrs ein und plant vorsorglich eine Senkung derjenigen
Produktionskosten, die für das Unternehmen variabel handhabbar
sind: bisher gezahlte Arbeit wird gestrichen. Und die Arbeit der
Leute, die weiterhin ihren Lohn gezahlt kriegen, wird dafür aus-
genutzt, die Geschäfte zu machen, die jetzt bzw. nächstes Jahr
gehen.
Was heißt hier eigentlich "s t a t t" Entlassungen? Wie kommt
denn eine "Altersfluktuation" in die Welt! Sie ist eine Technik
des Entlassens, und zwar der bequemsten Art: Durch die staatliche
Festlegung eines R e n t e n alters ist das Lebensalter von Ar-
beitern per se ein Entlassungsgrund. So verschwinden laufend
Leute von der Daimler-Lohnliste. Nur: einen Beitrag zur Schaffung
von Arbeitslosen soll Daimler-Benz laut sozialpartnerschaftlicher
Sprachregelung damit gerade nicht leisten. Wenn das Nobelunter-
nehmen entläßt, dann werden Entlassungen verhindert!
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