Quelle: Archiv MG - BRD WIRTSCHAFTSPOLITIK AUTOINDUSTRIE - Von Daimler bis VW
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3. Schicht bei Opel geplant:
STELL' DIR VOR, ES IST NACHTSCHICHT, UND KEINER GEHT HIN!
Gute Gründe dafür, nicht hinzugehen, gibt es eine ganze Menge -
und jeder weiß sie auch. Es ist ja auch keiner auf die Idee ge-
kommen, sich die Nachtschicht von Opel zu bestellen. Aber jetzt,
wo Opel auf die 24-Stunden-Nutzung seiner Produktionsanlagen
setzt (mit Einführung einer Dauernachtschicht, die mit ein paar
hundert Leuten neu besetzt wird, "auf freiwilliger Basis" ver-
steht sich) - jetzt heißt es schon wieder: nicht schlecht, ei-
gentlich kann ich 700,- DM brutto mehr pro Monat gut gebrauchen.
Bloß:
Warum denkt man ausgerechnet dann - und nur dann - an mehr Geld,
wenn der Betrieb eine Dauer-Nachtschicht ansagt? Braucht man denn
eigentlich den Zuverdienst wirklich erst dann, wenn der Betrieb
einem eine neue Zumutung verpaßt? Und umgekehrt: wenn er das
nicht tut, dann reicht der Lohn plötzlich doch wieder ganz gut
aus?!
Es ist schon dem eigenen Geldbeutel und der eigenen Gesundheit
sehr abträglich, sich immer an die Bedingungen zu halten, zu
denen der Betrieb Lohn ausschüttet. Nur wer sich gar nicht mehr
fragt: was kostet m i c h das, was brauche i c h, nur der
"braucht" immer genau das, was die Unternehmer bieten. S o
kriegt Opel seine "freiwillige Basis".
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