Quelle: Archiv MG - BRD WIRTSCHAFTSPOLITIK ALLGEMEIN - Erfolgsrezepte einer Nation


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       "- Als neue Währung wurde die  d e u t s c h e  M a r k  (DM) von
       der im  März 1948  neugeschaffenen Bank Deutscher Länder ausgege-
       ben.
       - Das   A l t g e l d  (RM) wurde zunächst 100:5, im Oktober 1948
       100:6,5  reduziert.   Angemeldet  wurden  110  Mrd.  RM  Buchgeld
       (einschl. Spareinlagen) und 13,5 Mrd. RM Bargeld.
       - Je   E i n w o h n e r    wurde  ein    S o c k e l b e t r a g
       v o n  6 0  R M  in 60 DM umgetauscht (in zwei Etappen).
       - A r b e i t g e b e r   erhielten   j e    B e s c h ä f t i g-
       t e m  6 0  D M  (als Kredit), die bei der Umstellung angerechnet
       wurden.
       - A l t g e l d g u t h a b e n   d e r   ö f f e n t l i c h e n
       H a n d   wurden  g e s t r i c h e n.  Öffentliche Einrichtungen
       erhielten zwischen einem Sechstel (Gebietskörperschaften) und ei-
       nem Zwölftel  (Bahn, Post)  der Ist-Einnahmen vom 1. Oktober 1947
       bis zum 31. März 1948 (als bare Betriebsmittel).
       -  E i n i g e      Z a h l u n g s v e r p f l i c h t u n g e n
       (Arbeitseinkommen, Renten, Mieten) wurden 1:1 umgestellt. Dadurch
       entstandene Gewinne  (bei den  Schuldnern) wurden  in  Lastenaus-
       gleichsbedingungen einbezogen  und mußten,  vermindert um Kriegs-
       schäden, an den Lastenausgleichsfonds geleistet werden."
       
       "Mit der Währungsreform war ein Problem besonderer Art zu lösen:
       - Die  Finanzierung der  Rüstung und  des Krieges war, soweit sie
       durch eine  Verschuldung des  Staates erfolgte,  vor allem  durch
       Kredite der  Banken, Bausparkassen  und Versicherungen, d. h. der
       verschiedenen Kapitalsammelstellen erfolgt ('geräuschlose Kriegs-
       finanzierung').
       Das Deutsche  Reich bestand nicht mehr und damit auch kein Schul-
       dendienst. Es mußte eine Regelung für die bei den genannten Geld-
       sammelstellen vorhandenen  Schuldtitel gegen das Reich oder einer
       im Eigentum des Reiches stehenden Firma (Mefo, Öffa usw.) getrof-
       fen werden.
       - Bei  den Banken, Kassen und Versicherungen wurden die Schuldti-
       tel bis  1948 auf  der Aktivseite  in die Bilanzen einbezogen, da
       nur auf  diese Weise  eine ausgeglichene  Bilanz (ohne große Ver-
       lustposten) herzustellen  war. Da diese Schuldtitel nunmehr wert-
       los waren, mußte hierfür ein Ersatz geschaffen werden.
       Beide Probleme  wurden mit  Hilfe der  sog.  A u s g l e i c h s-
       f o r d e r u n g e n  gelöst:
       - Die  genannten Institute erhielten Ausgleichforderungen über 17
       Mrd. DM (bis zum 31. März 1950).
       - Schuldner  dieser Forderungen  waren zum überwiegenden Teil die
       im Sommer  1948 als  wichtigste Inhaber der staatlichen (Steuer-)
       Gewalt bestehenden  Länder, zum  geringen Teil die Verwaltung des
       Vereinigten Wirtschaftsgebietes  (1949 durch  die BRD abgelöst)."
       (Henning, Das  industrialisierte Deutschland,  1914 bis  1978, S.
       201)

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