Quelle: Archiv MG - BRD SOZIALPOLITIK GESUNDHEIT - Ökonomie des Gesundheitswesens


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KULTURNOTIZEN

Schlagende Auskunft über die gesellschaftlichen Faktoren der Volksgesundheit lieferte eine Studie des Bundesverbandes der Be- triebskrankenkassen (BKK), die deshalb zurecht vom "Bundesforschungsministerium gefördert wurde". (dpa vom 7. Juli) Ihr zufolge steigt die Gesundheit proportional mit der persönli- chen Abhängigkeit vom "Arbeitgeber", weshalb Sekretärinnen die mit Abstand gesundesten Deutschen sind. Wie sehr die Produktions- verhältnisse auf das Befinden des menschlichen Organismus durch- schlagen, beweist die unverwüstliche Gesundheit der "Arbeitnehmer" zwischen 50 und 55 Jahren, die so gut wie nie feh- len, "was sich vor allem in Urlaubszeiten sowie in den Erkäl- tungsmonaten im Frühjahr und im Herbst auszahlt (!)". Noch nicht im Griff haben die Betriebskrankenkassen, daß "Schichtarbeiter öfter krank sind als normal Beschäftigte." Trotz intensiven For- schens haben die Autoren der Studie nicht herausgefunden, woran das wohl liegen mag. Zu einem nicht minder überraschenden Ergeb- nis gelangte ein Hamburger Freizeit-Forschungs-Institut (dpa vom 6. Juli): "Die Deutschen... sehen den Sinn des Lebens heute mehr in der Freizeit als in der Arbeit. Die Befragten begreifen Arbeit lediglich als Existenzsi- cherung, nicht als Lebenszweck". Es sei so etwas wie eine neue "Freizeitpersönlichkeit" entstanden, vermelden die Forscher. Die 2 Mio. Arbeitslosen können darunter mit Sicherheit nicht fallen, eher schon - so Institutsleiter Dr. Hermann Felgen - "Frauen z.B., die sich vom allgemeinen Emanzipationsstreben in den Beruf gedrängt fühlen, könnten möglicherweise in absehbarer Zeit wieder mit gutem Gewissen nur Hausfrau sein." Womit erschöpfend über den "Sinn der Freizeit" Auskunft erteilt wäre: "Derjenige, der seine Freizeit gut zu nutzen weiß, kann damit rechnen, daß ihm die Sym- pathie der anderen sicher ist." Also nicht gammeln, sondern die Freizeit nutzen, damit hinterher die Existenzsicherung klappt. zurück