Quelle: Archiv MG - BRD SOZIALPOLITIK GESUNDHEIT - Ökonomie des Gesundheitswesens


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EIN VORSCHLAG FÜR EIN SOLIDARISCHES OPFER

Klaus Murmann, der Präsident der Deutschen Arbeitgeberverbände, hat mal wieder die Einführung von drei Karenztagen vorgeschlagen, "während derer im Krankheitsfall Lohn und Gehalt nicht wei- tergezahlt werden sollen". Laut Murmann kommt da einiges zusam- men: Er rechnet mit "Einsparungen von 20 bis 30 Milliarden Mark". Selbstverständlich geht es unseren Unternehmern bei dieser Lohn- kostensenkung nicht um ihre Gewinne, sondern um "eine Finanzie- rungshilfe für die deutsche Einheit". Das leuchtet ein. So oder so kommen die Karenztage der Wirtschaft im vereinten Deutschland zugute. Entweder der Lohnentzug schreckt die Krankheit ab, es wird gearbeitet; dann lohnt sich die Sache, auch für die Nation. Oder es wird drei Tage lang Lohn gespart, dann schlägt sich das unmittelbar als Gewinn für die deutsche Wirtschaft nieder und schon wieder lohnt es sich für die Nation. So oder so, das Geld kommt in die richtigen Hände. Auch dann, wenn die Unternehmer es sich für ihre Investitionen drüben stiften. Der Arbeiter kann in dieser Frage nichts verkehrt machen. Egal, ob er krank daheim bleibt oder in die Arbeit geht, in jedem Fall leistet er einen Beitrag zur "Finanzierung der deutschen Einheit". zurück