Quelle: Archiv MG - BRD SOZIALPOLITIK ALLGEMEIN - Die Verwaltung der Armut
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Wochenschau
DER SOZIALSTAAT
verfährt nach dem Motto der Gerechtigkeit: "Jedem das seine!" Da
kriegt jeder, was er verdient hat; und in der sozialen Marktwirt-
schaft gibt es die zusätzliche Schönheit, daß das Verdienst und
d e r Verdienst adäquat aufeinander abgestimmt sind. Letzte Wo-
che z.B. stellte die Bundesregierung fest, daß höchst-wahrschein-
lich die "Berechnungsgrundlage" für die von ihr im vergangenen
Jahr beschlossene R e n t e n e r h ö h u n g von wahrschein-
lich 1,07% angesichts der "realen Lohnentwicklung 1984" noch zu
großzügig bemessen war. Weil die Bruttolöhne so
ü b e r r a s c h e n d gering gestiegen sind, dürften die Rent-
ner noch Glück haben, wenn sie zum 1. Juli 1985 rechnerisch über-
haupt ein paar Pfennig mehr kriegen. Soviel zum Thema soziale
S i c h e r h e i t. Mit Sicherheit sozial ist jedoch die eben-
falls am 10.1. gemeldete Erhöhung der Abgeordneten-Diäten um 2,3%
rückwirkend zum 1. Juli 1984. Weil hierfür als
"Berechnungsgrundlage" die Überlegung dient, wieviel "finanziell
unabhängige Mandateure" (Barzel) dem Bürger wert sein müssen,
sind sie rückwirkend ab sofort statt DM 12.520,-- jetzt 12.800,-
pro Kopf wert. Damit, so die F.D.P., lohnt es sich auch für die
"fähigsten Köpfe", beim Regieren mitzumachen, z.B. beim Renten-
einsparen!
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