Quelle: Archiv MG - BRD SOZIALPOLITIK ALLGEMEIN - Die Verwaltung der Armut
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Bücher, die man nicht mehr lesen muß
Wolfgang Schmidbauer, Die hilflosen Helfer, Über die seelische
Problematik der helfenden Berufe
BETTLEKTÜRE FÜR SELBSTBEWUSSTE HELFER, DIE GERNE AN SICH ZWEIFELN
Ganz oben in der Bestseller-Liste der einschlägigen Literatur für
Sozialarbeiter rangieren die Bücher von Schmidbauer, einem Autor,
der sich als radikaler Kritiker der helfenden Berufe einen Ruf
geschaffen hat. In seinen Werken mit den provokanten Titeln "Der
hilfose Helfer" und "Helfen als Beruf. Die Ware Nächstenliebe"
unterzieht er sowohl die Helfer-Persönlichkeit als auch die In-
stitution helfender Berufe der generellen Kritik, dem, was eine
wahre Hilfe erfordere, nicht gerecht zu werden.
Unter Stichworten wie "Helfersyndrom" und "Professionalisierung"
hat Schmidbauer seither seinen festen Platz in den Debatten, die
Sozialarbeiter, Psychologen und andere Krankenschwestern am al-
lerliebsten führen: in den berühmten "Selbstverständnisdebatten".
Nichts erregt das Gemüt der (werdenden) Helfer bekanntlich mehr
als Fragen dieser Art:
'Bin ich für den (angestrebten) Beruf überhaupt geeignet? Kann
ich mich mit dem Beruf identifizieren ? Darf ich mich mit ihm
überhaupt identifizieren? Kommt mein Bedürfnis, zu helfen, ei-
gentlich rüber? Oder projiziere ich beim Helfen eigene, uner-
füllte Wünsche? Usw.'
Fragt sich bloß, was diese Fragestellung eigentlich so attraktiv
macht. Versprechen sie Erkenntnisse über den Zweck der Sozialar-
beit? Bieten sie Entscheidungshilfen, was von diesem Beruf zu
halten ist? Beides ist von diesen Debatten nicht zu erwarten. Das
hat einen einfachen Grund. Die Frage nach Sinn und Zweck der So-
zialarbeit ist nämlich längst beantwortet: "Helfen" will sie,
soll sie - was sonst? Mehr an Auskunft über diesen Beruf als die
Versicherung eines unzweifelhaft ehrenwerten Anliegens - Helfen
ist bekanntlich besser als Reintunken! - ist für das Thema "Ich
und mein Beruf" nicht erforderlich, stört sogar. Denn in einer
Hinsicht ist die ganze Problematisiererei durch und durch di-
stanzlos: 'Kann ich diesem Beruf gerecht werden' - dieses Problem
zeugt schon von einem festen Willen zur E r f ü l l u n g von
Ansprüchen, denen mit dem Etikett "Helfen" ein Vorab-Bonus ver-
liehen ist, der in der ganzen Debatte garantiert nicht mehr rück-
gängig gemacht wird.
Schmidbauers Antworten, daß weder die Helfer diesem schönen, aber
schweren Beruf noch die Institutionen dem schweren, aber schweren
Helfen gerecht werden, besorgen diesem Bedürfnis nach einem Be-
rufs b i l d offenbar wohlige Schauer.
Die der Idee des Buches zugrundeliegende und penetrant durchge-
haltene
Verwechslung von Beruf und Moral
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muß dem geneigten Leser also schon sehr geläufig, sein, wem er
Schmidbauers Vorwürfen gegen die E i n s t e l l u n g e n der
Profi-Helfer einen theoretischen Lustgewinn abzulauschen vermag.
Akribisch spürt er den Motiven der Berufswahl hinterher - ent-
deckt natürlich lauter krumme Sachen (Karrierestreben, überstei-
gerten Idealismus bis hin zur Selbstaufgabe, Steigerung des
Selbstwertgefühls, indem andere in Abhängigkeit gehalten wer-
den...) -, um jedesmal genau bei der "Einsicht" zu landen, mit
der er selbst vorab angetreten war. der Motivation des Helfers
müsse gehörig mißtraut werden.
Eine seltsame Kritik ist das allerdings schon:
Ist die K a r r i e r e eines Sozialklempners etwa kein
B e r u f wie jeder andere? Werden Sozialarbeiter und andere
Helfer nicht etwa deswegen bezahlt, weil ihr Arbeitgeber die Ver-
waltung und Betreuung aller möglichen mißlichen "Schicksale", um
deren schöne Regelmäßigkeit er weiß, als nützlichen Dienst an der
Gesellschaft eingerichtet hat? Und wird dieser mittelprächtig be-
zahlte Beruf nicht erst mal deswegen "ergriffen", weil auch Fach-
hochschüler eine Arbeit zum Leben brauchen? Dann ist die Rede von
der inneren Berufung, der mensch beim Sozialarbeiten nachgehe,
aber auch nichts als die spezielle berufsmäßige H e u c h e-
l e i - eine (häufig verlangte) Gratiszugabe z u m Job eben.
Schmidbauer kritisiert diese Heuchelei, mitnichten - er
b l a m i e r t sie. Genüßlich geiert er sich einen ab über das
unsoziale Karrierestreben des Sozialarbeiters, der das edle Hel-
fermotiv wie einen stinknormalen Job betreibe - und hat so das
Berufsethos vor "niederen" Beweggründen wie Geldverdienen in
Schutz genommen! Erst pinselt er des Lesers Bauch mit dem absur-
den Bild der fleischlosen Helfernatur, um ihn dann umso mehr mit
der bahnbrechenden "Entdeckung" zu erschrecken, daß Sozialarbei-
ter auf BAT scharf sind...
Und ist der I d e a l i s m u s der Sozialarbeiterzunft, ihre
"Klienten" bedürften als Sozialhilfeempfänger, Obdachlose oder
Straffällige nichts mehr als einer Hilfe, die sie nicht mal nach-
gefragt haben, etwa nicht die p a s s e n d e Einstellung zu
diesem Beruf, weil die Caritas im Herzen so herrlich ignorant
macht gegen eine Realität, die die "Hilfsbedürftigen" systema-
tisch und am laufenden Meter produziert?
Auch diesen Idealismus kritisiert Schmidbauer nicht - er denun-
ziert ihn vielmehr als "übertrieben".
Das Grundmuster der öden "Selbstverständnis" Problematik ist da-
mit fertig. Die 497 Seiten zwischen den 4 Buchdeckeln füllt
Schmidbauer dann mit dem Beweis, daß die ganze Dramatik nicht we-
niger als
ehernen Prinzipien des Menschseins
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entspringt, sowie mit Geschichten, wie sie nur das Sozialarbei-
terleben schreibt.
Als Wissenschaftler ist es sich Schmidbauer schuldig, sein Thema
in einen größeren, sprich bedeutungsvollen Rahmen zu stellen. Zu
diesem Zweck tauft er das Wort Helfen um. Es soll sich nämlich
dabei um eine Form von Altruismus handeln. Das Umbenennen hat nun
nicht nur den Vorteil, daß sich der lateinische Ausdruck gleich
viel gelehrter anhört, sondern vor allen den, daß sich jeder
halbwegs gebildete Mensch unter Altruismus ein Prinzip menschli-
chen Verhaltens vorstellt. Und genau auf die Verwandlung kommt es
an. Denn fortan soll sich Helfen als eine Sache gedacht werden,
die immer und überall aufzufinden ist. Beweisen will Schmidbauer
diese Vorstellung mit Fragestellungen wie "Helfen, hat es das
nicht schon immer gegeben?", "handelt es sich dabei nicht um eine
dem Menschen stets eigene Verhaltensweise", doch nicht genug,
"ist sie nicht sogar in der Tierwelt zu beobachten", und "wie sah
Helfen eigentlich bei den Urvölkern aus?". So listet er denn al-
les Mögliche, was ihm zu der ganz großen Überschrift "Altruismus"
gerade so einfällt, auf. Die Fragen, denen er da nachhechelt, und
die zufriedenstellenden Antworten, die er findet - natürlich fin-
det er überall "Helfen" - sind allesamt Quatsch. Denn wenn ein
Rhesusaffe seine Jungen beschützt, hat das nichts zu tun mit ei-
nem Schamanen, der Kranken mit Zauberformeln zu Leibe rückt, und
beides hat schon gleich gar nichts mit den Hilfsangeboten sozial-
arbeiterischer Berufe im Kapitalismus zu schaffen.
Hat Schmidbauer nun Helfen zu einer Veranlagung umgedeutet, ohne
die der Mensch nicht zu denken sei, muß natürlich sofort ein ent-
gegenwirkendes zweites Prinzip her, dem der Mensch ebenfalls un-
terworfen ist. Schließlich weiß jeder, daß man nicht dauernd mit
"altruistischer Hingabe" beschäftigt ist. Und da bekanntlich zum
"Alter" das "Ego" gehört, kramt Schmidbauer, Psychoanalgiker, der
er nun mal ist, wie von ungefähr die Narzißmus-Theorie vom alten
Freud aus der Tasche. Unter Narzißmus ist ein Trieb, eine psychi-
sche Disposition zu verstehen, die sich dadurch auszeichnen soll,
daß hier das "Ich" rein auf sich selbst (= eben nicht auf den an-
deren) bezogen ist. Die psychologische Theorie über primären Nar-
zißmus, narzißtische Kränkungen oder das abgelehnte Kind besteht
darin, alle möglichen Handlungsweisen als (krankhafte) Wirkungen
eben dieser psychischen Veranlagung zu deuten.
Der Vorteil dieser Theorie liegt auf der Hand: man erspart sich
eine Analyse dessen, was die Leute machen. Ob sie nämlich arbei-
ten, essen, Bücher schreiben oder Billard spielen - sie befriedi-
gen sich. Als Auskunft über die bestimmte Tätigkeit wäre dies na-
türlich höchst dürftig, aber so ist sie auch gar nicht gemeint.
Gemeint ist vielmehr, daß das, was jemand tut, gar nicht das ist,
worauf es ihm ankommt, sonder bloßes, an sich nebensächliches Ma-
terial, an dem sich sein inneres Ego gütlich tut.
Gewonnen hat man dafür einen Generalschlüssel, der es erlaubt,
die disparatesten Geschichten als A u s d r u c k eines den
Menschen innewohnenden "-ismus" vorstellig zu machen, was nicht
nur bequem ist, sondern von einer sehr eigensüchtigen Überzeu-
gungstäterschaft herrührt: der Psychologe lebt nun einmal von
seinem Vorurteil, daß die Leute nie etwas w o l l e n oder
s o l l e n, sondern immerzu von inneren Kobolden g e-
t r i e z t und getrieben werden.
Also: kaum kümmert sich einer um einen anderen, wittert er ein
"Helfer-Syndrom" (z.B. eine "verborgene narzißtische Unersätt-
lichkeit"), besteht einer auf seinem Kram, heißt es "Angst vor
Nähe und Gegenseitigkeit" (= fehlender Altruismus). Und labert
ein Sozialarbeiter oder ein Psychotherapeut eine ihm anvertraute
Schönheit mal ins Bett (was lt. Schmidbauer stündlich vorkommt),
zwickt ihn e n t w e d e r sein "Eros" o d e r die
"Nächstenliebe".
Doch damit geht der wilde Reigen erst richtig los:
Zwei Seelen wohnen - ach - in meinem Dach
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Erstens verpackt Schmidbauer nun alles, was ihm unter die Finger
kommt, in die zwei albernen Prinzipien von "alter" und "ego", was
zweitens zu einem fürchterlichen Drama ausartet, weil die beiden
sich natürlich ständig wechselseitig in die Quere kommen.
So interpretiert sich beispielsweise unter Zuhilfenahme der Voka-
beln "Nähe" und "Abhängigkeit" der Sozialarbeiter als ein Mensch,
der zwar Nähe suche, aber letztlich Nähe ablehne, weil er eigene
Abhängigkeit vermeiden, nur andere von sich abhängig machen
wolle, wodurch er allerdings selbst wieder in schreckliche Abhän-
gigkeit gerate, weil er den anderen nicht gehen lassen könne,
usw. usf., was Schmidbauer schließlich zu folgender Einschätzung
effektvoll zusammenzieht:
"Wichtigster Inhalt des Helfer-Syndroms ist das Helfen als Abwehr
anderer Beziehungsformen und Gefühle. Aus irgendwelchen Gründen
ist für den hilflosen Helfer die Kontaktaufnahme mit einem be-
dürftigen Schützling eine Art Droge geworden. Daß ihn andere
brauchen, wird zum Suchtmittel, auf das er nicht mehr verzichten
kann. Der Helfer-Beruf bietet die Möglichkeit, dieses Suchtmittel
auf legale Weise zu erwerben." (Helfen als Beruf S. 22)
Eines kann man dieser Diagnose wirklich nicht abstreiten: sie ist
folgerichtig - in ihrem Schwachsinn! W e n n unser Kollege
Pappkamerad schon mit anderen nicht kann (was? ach das!),
d a n n hilft er eben, wo er kann, kann dann plötzlich nicht
mehr anders, um dann aber von Glück sagen zu können, daß der
Staat die Droge Helfoin legalisiert hat, sonst stünde er noch im-
mer doof in der Gegend herum und könnte nicht...
So aber ist er auf jeder fröhlichen Helfer-Party der King, der
seiner verschachtelten Seele den Spiegel vorhält - den anderen
natürlich auch! Wie solche Lehrstücke verkorkster Helferpsyche
zustande kommen, ist recht einfach. Das funktioniert nämlich so:
1. Der Fall "Eine 29jährige Lehrerin berichtet von ihrem Freund:
'Er hatte solche Arbeitsstörungen und Ängste im Studium, und so
habe ich mich die ganze Zeit um ihn gekümmert und das Geld ver-
dient. Als er dann Examen machte, wurde ich krank. Jetzt haben
wir beschlossen, auseinander zu ziehen. Er sagt, ich hätte ihm
gar keine Luft gelassen, er fühle sich so verpflichtet. Aber ich
mußte
ihm doch helfen...'"
2. Die Deutung "Altruistische Hingabe an den anderen, den Näch-
sten, kann schon im privaten Kreise exzessive Ausprägungen fin-
den: die Frau, die sich für Mann und Kinder vollkommen aufopfert;
der Vater, der sich für seine Familie zu Tode schuftet."
(Klappentext "Die hilflosen Helfer")
3. Der Beweis: Der besteht schlicht und einfach darin, daß
Schmidbauer sich nicht zu blöde ist, zwecks Erhöhung der Plausi-
bilität auch noch den Alltag der breiten Masse der Bevölkerung -
den diese sich nun wahrlich nicht ausgesucht hat! - als typischen
F a l l von "Helfer-Syndrom" zu zitieren. Daß es bestenfalls die
M o r a l von Hausfrauen oder Arbeitern ist, die ihre Pflichten
wie Putzen oder Schaffen durchaus mal zu einem Daseinszweck hoch-
stilisieren, die er da zu einem hemmungslosen inneren Trieb um-
deutet, kratzt den Entdecker allgegenwärtiger "altruistischer
Hingabe" herzlich wenig. Etwas anderes, als damit anzugeben, daß
noch hinter den profansten Verrichtungen dunkelste Motive lauern,
interessiert ihn sowieso nicht.
Nun möchte Schmidbauer natürlich nicht mißverstanden werden. In
dem Ruch, er wolle Helfer durch seine schonungslosen Entlarvungen
von ihren edlen Berufen abbringen, steht er zu Unrecht. Er selbst
läßt es auch nicht an Hinweisen fehlen, wie die Selbstanklagen,
die er seinen Lesern ans Herz gelegt hat, bloß gemeint sind: zur
Beförderung eines "gesunden" Helfer-Bewußtseins sollen sie tau-
gen. So als müßte er der von ihm eigenhändig konstruierten Dop-
pelnatur Dr. Narziß / Mr. Help neuen Lebensmut zurückgeben, offe-
riert er seinem Publikum unter dem Motto
Erkenne dich selbst - dann ist alles halb so wild
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alle paar Seiten einen Ratschlag, in dem beide "Anlagen" wohldo-
siert gemischt sind: "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!"
Frisch bemüht ist halb gewonnen...
Orientierungshilfe auf dem Weg zum besseren Ich bietet zum Bei-
spiel das Studium jener 4 Kategorien, in die Schmidbauer die ver-
korkste Helferseele eingeteilt hat.
"1. Das Opfer des Berufs; bei dem die berufliche Identität das
Privatleben völlig auszehrt.
2. Der Spalter, der sich in seinen persönlichen Beziehungen ganz
anders verhält als in seinen beruflichen.
3. Der Perfektionist; bei dem das Streben nach Leistung auf spon-
tane, emotionale Qualitäten übertragen wird.
4. Der Pirat; der die beruflichen Möglichkeiten, Beziehungen her-
zustellen und zu kontrollieren, für seine privaten Belange
nutzt." (Helfen als Beruf S. 49)
Seiten- und kapitelweise dürfen die Leser sich an Anekdoten mit-
ten aus der Beziehungskiste des Helferalltags ergötzen. An den
erschütterndsten Fällen vermurksten Seelenlebens sollen sie sich
fragen: 'Habe ich nicht etwas von einem Piraten an mir? Fühle ich
mich nicht manchmal als ein Opfer meines Berufs? Bin ich viel-
leicht sogar ein bißchen schizo?' Andererseits aber. 'So schlimm
wie bei Georg, Agnes und all den anderen Murksis, ist es bei mir
doch wirklich nicht; sie mögen mir als abschreckendes Beispiel
dienen, daß man es nicht zu weit treiben sollte'- als ein ganz
vortreffliches und kokettes Laberthema also!
So läuft jede Bezichtigung, eine mittlere Macke zu haben, gleich-
zeitig auf eine Immunisierung gegen eine Kritik hinaus, die sich
überhaupt noch den Beruf des Sozialarbeiters aufs Korn zu nehmen
traut: 'was willst du denn, i c h l e i d e d o c h unter
meiner Persönlichkeit, befinde mich aber gerade so auf dem Wege
der Besserung, falls ich dabei nicht zu sehr verkopfe...' Mittels
dieser zirkulösen, darum auch endlosen Selbstbespiegelung hält
sich der selbstbewußte Helfer sein Problembewußtsein dazu, daß er
ansonsten alles macht, was ihm angeschafft wird! Und wenn alle
Stricke reißen, darf er sich sogar noch damit trösten, daß er
g e s e l l s c h a f t l i c h bedingt, ja behindert ist:
"Der Sinn der Leistungsgesellschaft liegt darin, andere zu über-
treffen, um selbst nicht unterzugehen, Mehr Ehre, Geltung, Macht,
Kapital anzuhäufen als sie. Das heißt, es ist im Grunde kein
Platz für Nähe, Wärme und Liebe als praktische gesellschaftliche
Werte." (Helfen als Beruf S. 45)
Sind da nicht die Helfer der letzte Hort von Menschlichkeit in
dieser grausamen Welt? Und muß sich der Sozialarbeiter nicht zu
den edleren Zeitgenossen zählen, weil er sich doch wenigstens die
Sehnsucht nach Wärme erhalten hat, auch wenn er ab und an auf
seine Karriere schielt..?
Mal ein gutes, mal ein schlechtes Gewissen - wie auch immer,
nichts als eitle Selbstbespiegelung.
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